Die VBW fordert einen langfristig ausgerichteten, sicheren und belastbaren Rohstoffimport.

Angesichts der Rohstoffpreise und möglicher Versorgungsengpässe fordert die VBW einen langfristig ausgerichteten, sicheren und belastbaren Rohstoffimport. (Bild: Mediaparts - stock.adobe.com)

Der Rohstoffpreisindex der VBW (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft) ist im Oktober um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 146,1 Punkte leicht gesunken. „Die Rohstoffpreise verharren im Vergleich zu den Vorjahren nach wie vor auf einem hohen Niveau. Aber nach dem großen Preisschock in Folge der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine setzt eine leichte Beruhigung der globalen Rohstoffmärkte ein.

Das Abkühlen der Märkte ist auch auf die sich abschwächende Weltkonjunktur und die sinkende Nachfrage zurückzuführen. Das ist ein ernster Grund zur Sorge. Außerdem sind die globalen Lieferketten weiterhin geschwächt und die geopolitischen Risiken noch immer groß“, erklärte VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Preise für Seltene Erden (+1,4 Prozent) und Edelmetalle (+0,7 Prozent) sind im Vergleich zum September 2022 gestiegen. Industriemetalle (-1,3 Prozent) haben sich im gleichen Zeitraum leicht verbilligt. Rohstoffe, die für Zukunftstechnologien oder auch die Metallverarbeitung wichtig sind, verzeichnen aber weiter sehr hohe Preise. So sind Kadmium (+16,9 Prozent), Lithium (+9,7 Prozent) und Molybdän (+9,1 Prozent) seit September weiter gestiegen. „Der Preis für Lithium hat sich vervielfacht. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Rohstoff, der unter anderem wichtiger Baustein in der Batterietechnologie ist, um rund 235 Prozent verteuert. Kadmium wird für Solarzellen und Halbleiter benötigt und Molybdän ist zentral für den Flugzeug- und Raketenbau“, so Brossardt.

Angesichts der Rohstoffpreise und möglicher Versorgungsengpässe fordert die VBW einen langfristig ausgerichteten, sicheren und belastbaren Rohstoffimport. Dafür braucht es einen deutlich diversifizierteren Bezug von Rohstoffen: „Wir müssen die Abhängigkeit von einzelnen Rohstofflieferanten und -ländern verringern. Daneben gilt es, die Rohstoffeffizienz durch gezielte Forschung voranzutreiben und die Gewinnung von Sekundärrohstoffen durch eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft zu stärken“, sagte Brossardt.

Aus Sicht der VBW läuft die Wirtschaft in eine Krise, die existenzbedrohend für Unternehmen, für die bayerische Wirtschaftsstruktur und den Standort Bayern insgesamt ist. „Wir sind auf dem Weg in die Rezession und die Unsicherheit bleibt groß. Grund ist der aktuelle Krisen-Cocktail, der alle Wirtschaftssektoren gefährdet“, so Brossardt.

Quelle: VBW – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

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