Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im Juli deutlich verbessert. Ausschlaggebend sind laut Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung unter anderem das Reformpaket der Bundesregierung und robuste Wirtschaftsdaten.
Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im Juli dank des Reformpakets der Bundesregierung stärker verbessert als erwartet.Symbolbild - KI-generiert
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Summary: Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind im Juli auf den höchsten Stand seit Februar gestiegen. Das Forschungsinstitut führt die Entwicklung unter anderem auf das Reformpaket der Bundesregierung zurück. Unsicherheiten bleiben durch den Nahost-Konflikt und mögliche Auswirkungen auf den Ölpreis bestehen.
Warum steigen die ZEW-Konjunkturerwartungen?
Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im Juli stärker verbessert als von Volkswirten erwartet. Das Stimmungsbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg gegenüber dem Vormonat um 15,8 Punkte auf plus 26,3 Punkte. Analysten hatten im Durchschnitt lediglich einen Anstieg auf 15,3 Punkte erwartet.
„Das Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Wie das Forschungsinstitut mitteilt, profitieren insbesondere exportorientierte Branchen sowie die Binnennachfrage von einer stabilen Entwicklung.
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„Insbesondere die exportorientierten Sektoren, sowie die Binnennachfrage verzeichnen stabile Zuwächse“, erklärte Wambach. Gleichzeitig betonte er: „Die Entwicklung des Iran-Konflikts und des Ölpreises bleibt dennoch ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Erholung Deutschlands.“
Mit dem jüngsten Anstieg legte der Indikator bereits den dritten Monat in Folge zu und erreichte den höchsten Wert seit Februar. Vor dem stimmungsbelastenden Iran-Krieg hatte der Index noch bei plus 58,3 Punkten gelegen.
Auch aktuelle Konjunkturdaten sprechen aus Sicht von Ökonomen für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung. VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel verweist auf steigende Einzelhandelsumsätze, höhere Auftragseingänge und eine zunehmende Industrieproduktion im Mai.
„So konnten im Mai die Einzelhandelsumsätze, die Auftragseingänge und die Industrieproduktion zulegen“, heißt es in einer Analyse. „Die deutsche Wirtschaft hat die Trendwende vollzogen.“ Nach Einschätzung Gitzels sei die wirtschaftliche Lage derzeit deutlich besser als die allgemeine Stimmung.
Welche Risiken bleiben bestehen?
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Auch die Deutsche Bank bewertet die Entwicklung der Konjunkturerwartungen positiv. Wie aus einer Analyse hervorgeht, hätten die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts zuletzt nachgelassen.
„Die erneute Verbesserung der Konjunkturerwartungen spricht dafür, dass die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts zuletzt etwas nachgelassen haben“, erklärte Volkswirtin Felicitas Henze. Gleichzeitig warnte sie: „Eine weitere Eskalation des Konflikts könnte die deutsche Wirtschaft erheblich belasten.“
Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage bleibt dagegen verhalten. Der entsprechende ZEW-Indikator verbesserte sich lediglich um 3,4 Punkte auf minus 77,6 Punkte und lag damit nahezu im Rahmen der Erwartungen.
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Was folgt als Nächstes?
Weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung könnten die für Freitag erwarteten Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone liefern. Ökonomen rechnen auch dort mit einer leichten Verbesserung der Stimmung.
• Warum steigen die ZEW-Konjunkturerwartungen? – Nach Einschätzung des ZEW tragen das Reformpaket der Bundesregierung sowie stabile Entwicklungen in Exportwirtschaft und Binnennachfrage zur Verbesserung bei.
• Was misst der ZEW-Konjunkturerwartungen-Index? – Der Index bildet die Erwartungen von Finanzmarktteilnehmern zur künftigen wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands ab.
• Welche Risiken beeinflussen die ZEW-Konjunkturerwartungen? – Als wichtigste Unsicherheitsfaktoren gelten der Nahost-Konflikt und mögliche Auswirkungen auf den Ölpreis.
• Warum ist die Bewertung der aktuellen Lage weiterhin schwach? – Zwar hat sich der Lageindikator verbessert, er bleibt mit minus 77,6 Punkten jedoch deutlich im negativen Bereich.
• Welche Daten könnten die ZEW-Konjunkturerwartungen als Nächstes beeinflussen? – Die Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone liefern weitere Hinweise auf den kurzfristigen Konjunkturverlauf.