Siemens Schriftzug, davor steht eine Kamera

Auf seiner Pressekonferenz konnte Siemens einen starkes viertes Quartal verkünden. - (Bild: Siemens)

Zum Abschied hatte er – trotz Corona – gute Nachrichten: Zum letzten Mal verkündete der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser am heutigen Donnerstag (12.11.) die Geschäftszahlen. Dem Münchner Konzern gelang auch in der Pandemie ein Plus und zwar von 4,2 Milliarden Euro. Dennoch sank der Gewinn aufgrund der Pandemie um ein Viertel. Im ablaufenden Geschäftsjahr gingen auch der Umsatz – um sechs Prozent auf 15,3 Milliarden Euro – und der Auftragseingang – um ein Prozent – zurück. Das Ebita konnte dagegen deutlich mehr als erwartet um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zulegen.

Positiv stimmen dürfte die Siemensianer dabei vor allem ein starkes viertes Quartal mit einem Plus von knapp zwei Milliarden Euro – 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Gute Nachrichten gab es auch für die Beschäftigten: Sie bekommen voraussichtlich noch dieses Jahr eine Bonuszahlung, kündigte Kaeser an. Der Konzern habe „ein bemerkenswertes Geschäftsjahr mit einem starken vierten Quartal abgeschlossen“, sagte er. Vor allem China sei der Haupttreiber des Wachstums gewesen, so der CEO.

Ein weiterer Grund für das gute Ergebnis war die Abspaltung von Siemens Energy. Das ausgegliederte Unternehmen ist seit Ende September an der Börse notiert. Siemens Energy ist nach Siemens Healthineers die zweite Ausgliederung.  Damit sei die strukturelle Neugestaltung des Konzerns abgeschlossen, erklärte Kaeser. „Dies war ein wichtiger Schritt und Voraussetzung für nachhaltige Wertsteigerung in den kommenden Jahren.“

Der scheidende CEO Joe Kaeser (rechts) und sein Nachfolger Roland Busch auf der Jahrespressekonferenz. Die beiden Sitzen an einem langen Tisch.
Der scheidende CEO Joe Kaeser (rechts) und sein Nachfolger Roland Busch auf der Jahrespressekonferenz. - (Bild: Siemens)

Für seinen designierten Nachfolger Roland Busch begann deshalb mit dem 1. Oktober nicht nur das neue Geschäftsjahr, sondern auch „ein neues Kapitel in unserer Geschichte“. Busch wird im Februar auch offiziell zum neuen CEO, die Geschäfte führt er bereits jetzt. Im Industriegeschäft konzentriert sich Siemens nach der Abspaltung auf drei Geschäftsfelder: Digitale Industrie, Intelligente Infrastruktur und Mobilität.

Es gehe nun darum, die Transformation weiter voranzutreiben und zu gestalten, sagte Busch. Dafür will das Unternehmen vermehrt in Innovationen investieren und auch die Zusammenarbeit mit „starken Partnern“ wie SAP spielt eine wichtige Rolle. „Unsere Kunden fragen zunehmend weniger nach Produkten, sondern mehr und mehr nach industriellen Anwendungen und Lösungen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität steigern“, erklärte er.

Sieben Jahre CEO: Es hätte mehr sein können, aber nicht unbedingt müssen

Zum Ende seiner siebenjährigen Amtszeit blickte Kaeser auch zurück: Sein Ziel beim Amtsantritt 2013 sei es gewesen, das Unternehmen in einem besseren Zustand übergeben zu können, als er es bekommen hat. Ob ihm das gelungen sei, müssen andere bewerten. Der 63-Jährige sagte außerdem: „Insgesamt gesehen haben wir im Laufe der Jahre eine wirklich gute und besonders zuverlässige Erfolgsserie geliefert.“ Er sei stolz darauf, was Siemens erreicht habe. „Es hätte mehr sein können, vielleicht sogar sollen, aber vielleicht nicht unbedingt müssen.“

Der CEO ist auch dafür bekannt, sich auch immer wieder zu politischen Themen zu äußern – so auch zum Ausgang der US-Wahl. Man müsse nun in aller Ruhe abwarten, bis sich der Nebel gelichtet habe und dann zu Schlussfolgerungen kommen, sagte er. Biden stehe stark für Nachhaltigkeit, was ihn freue. Er hoffe, dass sich die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen nicht nur verbal, sondern auch inhaltlich erholen. Kaeser geht jedoch nicht davon aus, dass sich der Konflikt mit China entspannen wird.

Das sieht auch Wirtschaftsprofessor Matthias Fifka so. Was er zu den deutsch-amerikanischen Beziehungen unter einem Präsidenten Joe Biden sagt, lesen Sie hier.

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Bei der Prognose für das kommende Jahr ist Siemens vorsichtig: Der Konzern erwartet erhebliche Belastungen aus Währungseinflüssen und branchenspezifische Strukturveränderungen. Dennoch soll der Gewinn moderat steigen. Vorausgesetzt die Corona-Pandemie belastet die Weltwirtschaft nicht dauerhaft.

Eine Prämiere gab es übrigens auch noch auf Kaesers letzter Bilanzkonferenz: Zum ersten Mal in seiner Amtszeit musste er einen Rückgang der Dividende verkünden. Statt zuletzt 3,90 Euro erhalten die Aktionäre nur noch 3,50 Euro je Aktie.

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