Geschäftsmann mit Glühbirne in der Hand. Dahinter die Skyline einer Stadt

Ein neues Ranking zeigt, wie innovativ Städte sind. (Bild: greenbutterfly - stock.adobe.com)

Rund zwei Drittel der Deutschen rechnen in den kommenden 14 Jahren mit positiven Auswirkungen durch Innovationen und Digitalisierung auf ihr Leben. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Doch damit diese Einschätzung Realität wird, müssen der technologische Fortschritt und das Innovationstempo weiter beschleunigt werden.

Wie schnell und innovativ der Wandel ist, ist dabei von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Zum Beispiel, wie hoch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben von Unternehmen, Staat und Universitäten sind. Aber auch das geschäftliche Umfeld und Förderungen spielen eine Rolle.

Genau diese Aspekte hat sich auch der Finom-Index zur geschäftlichen Innovation angeschaut. Herausgekommen sind zwei Rankings: Die innovativsten Städte weltweit und Deutschlands. Finom ist eine B2B-Finanzdienstleistungsplattform.

Erfahren Sie in der Bildergalerie zunächst die Top 10 Deutschlands:

Beispiel Stuttgart: Branchen-Knowhow wurde geschaffen

„Als B2B-Finanzplattform wussten wir natürlich, dass geschäftliche Innovation selten alleine vorkommt“, sagt Yakov Novikov, CEO und Mitgründer von Finom. „Im Laufe der Zeit haben erfolgreiche und innovative Entrepreneure und Unternehmen die Voraussetzungen für eine unterstützende Umgebung zur Entwicklung der Wirtschaft in ihrer Heimatstadt geschaffen.“

Ein Beispiel dafür sei Stuttgart. Ingenieure wie Gottlieb Daimler und Robert Bosch haben laut Novikov das industrielle Wachstum in der Region im späten 19. Jahrhundert angetrieben. Dadurch sei die Beschäftigungsrate gestiegen und es wurde ein grundlegendes Branchen-Knowhow geschaffen. „Viele der, in dieser Zeit gegründeten, Unternehmen sind auch heute noch in Stuttgart ansässig: Bosch, Mercedes-Benz und Porsche haben ihren Hauptsitz in der Stadt oder der näheren Umgebung“, sagt Novikov.

Daimler und Bosch gehen aktuell ebenfalls durch einen technischen Wandel. Lesen Sie hier

Frankfurt besticht dagegen vor allem durch seine Innovationsfreude. Sieben Prozent des regionalen BIP werden in Forschung und Entwicklung investiert. Deutschlandweit liegt der Durchschnitt dagegen nur bei zwei Prozent.

Das sind die innovativsten Städte der Welt

Und wie sieht es international aus? Im weltweiten Ranking schafft es keine deutsche Stadt in die Top 10. Berlin belegt den 13. Platz, München landet auf Platz 18 und Stuttgart wird 34.

San Francisco ist die Gewinnstadt und erreicht sogar die volle Punktzahl. Sie überzeugt laut Studie vor allem mit unternehmerischen Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie mit ihrem technischen Umfeld.

Die zehn innovativsten Städte der Welt sehen Sie in der Tabelle:

Boston landet im Ranking auf Platz 5. Schaut man sich jedoch nur die universitären Forschungs- und Entwicklungsausgaben an, führt der US-amerikanische Bundesstaat vor London und Beijing. Letztere führt dagegen den Index im Hinblick auf das Risikokapital an. Auf den Plätzen 2 und 3 landen New York und San Francisco. Berlin schafft es in diesem Ranking auf Platz 10.

Diese Städte führen in den Bereichen KI und IT-Entwicklung

Und auch in anderen Bereichen haben die deutschen Städte noch Nachholbedarf, wenn sie international mithalten wollen. Schaut man sich nur die Innovationen in den Bereichen künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen an, erhält Peking die volle Punktzahl. Ebenfalls ganz oben mit dabei sind New York und San Francisco. Berlin landet als erste deutsche Stadt auf Rang 14. Mit Paris (Platz 7) landet nur eine Stadt aus der Europäischen Union in den Top 10.

Über Deutschlands Rückstand bei künstlicher Intelligenz, KI in der Industrie und Anwendungsbereiche im Mittelstand geht es auch in der Podcast-Folge mit KI-Experte Markus Ahorner:

Etwas besser platziert ist Berlin, wenn es um die IT- und Softwareentwicklung geht. Hier landet die deutsche Hauptstadt auf Platz 11. Angeführt wird das Ranking von London, gefolgt von San Francisco und New York.

Besonders Peking überrascht

Für Finom-CEO Novikov war besonders Pekings Führung beim Thema KI, aber auch in den Bereichen Ausbildung und Mobilität überraschend. Das zeige, dass erhebliche strategische Investitionen in die Stadt fließen, erklärt er. Die chinesische Hauptstadt führt auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung durch staatliche Organisationen (Berlin landet hier auf Platz 7) und  - wie angesprochen - der Risikokapitalfinanzierung. Das deute an, wie viel Finanzierung für örtliche innovative Unternehmen zur Verfügung stehe, so Novikov.

Ebenfalls überraschend für den CEO: Die EU liegt bei den geschäftlichen Innovationen zurück. Nur Paris hat es in die weltweiten Top 10 geschafft.

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