Die DQ 200-Getriebe, die im tschechischen Vrchlabi produziert

Skoda stellte das Werk in Vrchlabi komplett auf die Herstellung von Komponenten, wie das DQ 200-Getriebe, um. - Bild: Skoda

Michael Oeljeklaus, Vorstand für Produktion und Logistik bei Skoda betont im Rahmen des Jubiläums: „Das Werk Vrchlabí spielt in der Komponentenfertigung eine zentrale strategische Rolle für Skoda. Wir produzieren hier täglich bis zu 2.200 Einheiten des modernen Doppelkupplungsgetriebes DQ 200, das in Millionen Fahrzeugen verschiedener Konzernmarken zuverlässig seinen Dienst verrichtet." In den letzten Jahren wurden laut ihm auch zahlreiche Technologien aus dem Bereich der Industrie 4.0 eingeführt und der Standort damit systematisch zu einem Hightech-Werk transformiert.

Ivan Slimák, Werksleiter in Vrchlabí, ergänzt, dass das Werk heute zu einem der modernsten Produktionsanlagen gehöre und mit seinen 1.000 Mitarbeitern einer der bedeutendsten industriellen Arbeitgeber in der Region sei. "Im vergangenen Jahr fertigten sie [die Mitarbeiter; Anm. d. Red.] hier über 538.700 Getriebe des Typs DQ 200, die Marke von insgesamt drei Millionen gefertigten Getrieben werden wir noch dieses Jahr überschreiten.“, so Slimák weiter.

Vom Fahrzeug- zum Komponentenwerk

Im Rahmen einer tiefgreifenden Standorttransformation baute Skoda das Werk Vrchlabí im Jahr 2012 vom Fahrzeug- zum hochmodernen Komponentenwerk um. Innerhalb von nur 18 Monaten entstand eine neue Werkshalle und die bestehenden Produktionshallen wurden umfassend modernisiert.

Heute werden 38 Prozent der hier gefertigten Getriebe bei Skoda selbst verbaut, 62 Prozent kommen in Fahrzeugen anderer Marken des Volkswagen Konzerns zum Einsatz. Deutlich mehr als die Hälfte der produzierten Getriebe werden nach Deutschland geliefert, weitere Abnehmer sind unter anderem Werke in Indien, Polen, Russland, Spanien, Südafrika und Ungarn.

Eine Infrografik schlüsselt auf, wohin die Teile aus dem Werk in Vrchlabi exportiert werden.
Skoda Werk Vrchlabí. Heute werden 38 Prozent der hier gefertigten Getriebe bei Skoda selbst verbaut, 62 Prozent kommen in Fahrzeugen anderer Marken des Volkswagen Konzerns zum Einsatz. - Grafik: Skoda

Wie Industrie 4.0 in der Produktion zum Einsatz kommt zt

Bei der Produktion der Direktschaltgetriebe greift Skoda auf Technologien nach dem Leitbild der Industrie 4.0. zurück. So unterstützen zum Beispiel kooperierende Roboter die Mitarbeiter beim Einlegen des Gangstellerkolbens, einer sensiblen Tätigkeit in der Getriebefertigung. Ein sogenannter Handling-Roboter versorgt Dutzende von Maschinen mit Teilen und bringt leere Behälter zurück ins Lager.

Darüber hinaus wird in Vrchlabí auch ein autonomer Transportroboter eingesetzt. Auf seinem Weg durch das Werk erkennt das selbstlernende System Hindernisse und bezieht in Echtzeit weitere Informationen aus der Umgebung in seine Streckenplanung ein. Wenn nötig ändert er seine Route, um schnellstmöglich sein Ziel zu erreichen. Der Roboter lädt bis zu 130 Kilogramm Fracht auf einmal und benötigt anders als herkömmliche fahrerlose Transportsysteme keine Spurführung durch Induktionsschleifen, Magnetstreifen oder Reflektoren.

Preisgekrönte Fabrik im Riesengebirge

Zum Erlernen der Route muss das Fahrzeug lediglich per Tablet oder Joystick die Strecke zwischen den Stationen entlang geführt werden. Täglich absolviert der Roboter rund 120 Fahrten und legt auf seiner Route eine Distanz von insgesamt 35 Kilometern zurück. Seit Juni 2018 ist der Roboter regulär im Einsatz.

Für die Einführung von Technologien aus dem Bereich der Industrie 4.0 erhielt das Werk Vrchlabí bereits zahlreiche Preise. Im Jahr 2015 wurde der Fertigungsstandort mit der europäischen Auszeichnung ,Fabrik des Jahres‘, die damals von der Fachzeitung Produktion ausgerichtet wurde, geehrt.

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