Die ZF Bilanz 2025 zeigt ein widersprüchliches Bild: hoher Verlust, aber operative Fortschritte. Der Konzern reagiert mit einer klaren strategischen Neuausrichtung.
ZF baut rigoros um. Ein Sondereffekt schlägt voll durch, das Unternehmen schreibt tiefrote Zahlen. Operativ sind Fortschritte zu erkennen, aber im Nacken sitzt weiter eine hohe Verschuldung.SNEHIT PHOTO - stock.adobe.com
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Summary:
ZF verzeichnet 2025 einen Verlust von 2,1 Mrd EUR, während das operative Ergebnis steigt. Der Konzern setzt verstärkt auf Profitabilität, baut Schulden ab und richtet sein Portfolio neu aus. Hintergrund sind schwache Märkte und eine geringere Dynamik bei der E-Mobilität.
ZF hat ein Jahr hinter sich, das man im Konzern selbst als
„Jahr mit zwei Gesichtern“ beschreibt. Während die Bilanz tiefrot ausfällt,
sind operativ Fortschritte zu erkennen.
Der Verlust verdoppelte sich demnach auf 2,1 Milliarden Euro
im Vergleich zum Vorjahr, wie das Unternehmen in einer Pressekonferenz
erklärte. Schon 2024 schrieb ZF rote Zahlen. Damals betrug der Verlust knapp
über eine Milliarde Euro.
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„Die Abschreibungen unprofitabler Projekte haben einen
Einmaleffekt auf unsere Bilanz für 2025. Aber so nehmen wir Steine aus dem
Rucksack für den Aufstieg in den kommenden Jahren“, sagte CEO Mathias
Miedreich.
Die einmalige Sonderbelastung liege bei 1,6 Milliarden Euro.
Das sei eine Last aus der Vergangenheit. Operativ habe der Konzern Fortschritte
erzielt. Das bereinigte operative Ergebnis sei von 1,47 Milliarden auf 1,75
Milliarden Euro gestiegen.
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Das Unternehmen hatte sich mit verschiedenen Kunden darauf
geeinigt, mehrere Projekte vorzeitig zu beenden, die aufgrund des langsameren
Hochlaufs der E-Mobilität nicht die erwartete Profitabilität erreichten.
ZF reagiert mit einer angepassten Strategie auf die
Entwicklungen. „Bei ZF gilt jetzt: Performance und Profitabilität gehen vor
Umsatz und Größe.“ Wachstum um jeden Preis gehört der Vergangenheit an.
Stattdessen steht die Ertragskraft im Zentrum.
ZF ist nun in einer Übergangsphase, in der Restrukturierung
und Transformation parallel laufen. Erstmals seit Jahren konnte der Konzern
wieder Schulden aus eigener operativer Kraft abbauen und zwar 250 Mio EUR.
Aber: ZF bleibt weiter hoch verschuldet.
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Es bleibt eine Nettoverschuldung in Höhe von 10,2 Milliarden
Euro. Laut Finanzvorstand Michael Frick flossen im vergangenen Jahr 745
Millionen Euro an Zinszahlungen ab. Der Abbau der Schuldenlast sei daher enorm
wichtig.
Außerdem sank die Eigenkapitalquote 2025 um mehr als fünf
Prozentpunkte auf 13,3 Prozent. Die Quote gilt als eine der zentralen
Kennzahlen für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens.
„Uns ist bewusst, dass wir einen Stand erreicht haben, der
möglichst nicht weiter unterschritten werden soll“, sagte Frick. Ziel sei, die
Quote wieder zu stärken. „Der Abbau der Finanzverbindlichkeiten hat höchste
Priorität, denn jeder Euro weniger an Zinsen erhöht unsere Widerstandsfähigkeit
und sichert am Ende Arbeitsplätze“, so Miedreich. Es werde deshalb auch keine
Dividende bezahlt.
In den kommenden Jahren will ZF bis zu 14.000 Stellen in
Deutschland abbauen. Ende 2025 beschäftigte der Konzern einer Pressemitteilung
zufolge weltweit 153.153 Menschen. Das sind etwa 9.000 beziehungsweise rund
fünf Prozent weniger als im Vorjahr. In Deutschland habe sich die
Mitarbeiterzahl nominell ebenfalls um rund fünf Prozent auf etwas mehr als
49.000 verringert. Damit liege ZF auf Kurs beim Stellenabbau.
Klare Kante im Portfolio
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Parallel dazu schärft ZF sein Portfolio. Dazu zählt unter
anderem geplante Verkauf des ADAS-Geschäfts an die Samsung-Tochter Harman für
1,5 Milliarden Euro.
ZF will sich dadurch auf das konzentrieren, was das
Unternehmen stark gemacht hat: mechanische und mechatronische Systeme.
erklärte: „ZF ist kein Softwarekonzern und wird es nie sein. Unsere Expertise
liegt in der Hardware. Wir sind die Übersetzer der virtuellen Welt in die
physikalische Realität.“
Im Fokus stehen damit künftig vor allem Fahrwerk, Antrieb,
Chassis sowie Anwendungen in der Industrie- und Nutzfahrzeugtechnik. Also
Felder, in denen ZF technologisch führend sein kann.
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Weniger Komplexität, mehr Tempo
Der Blick nach vorn fällt bewusst realistisch aus. Für 2026
erwartet ZF keine spürbare Markterholung. Weder im Pkw- noch im
Nutzfahrzeugsegment ist mit nennenswertem Wachstum zu rechnen.
Die Antwort darauf ist das Programm „Perform 26“, das sich
im Kern um vier Leitgedanken dreht: bessere operative Leistung, klarerer Fokus,
schlankere Strukturen und höhere Geschwindigkeit. Dahinter steht die
Erkenntnis, dass nicht nur Kosten, sondern auch Entscheidungsprozesse zum
Wettbewerbsfaktor geworden sind.
Das Ziel sei auch, effizienter zu werden. Man wolle sich
nicht mehr auf Markt- oder Umsatzwachstum verlassen, sondern schneller und
ertragreicher zu arbeiten, betonte Miedreich.
„Taten sprechen stärker als Worte“, so Miedreich. Gemeint
ist damit unter anderem eine konsequentere Umsetzung von Entscheidungen. Der
Konzern müsse agiler werden mit deutlich weniger Bürokratie und Führungskräfte
reduzieren. Das seien die Schritte für die kommenden zwei Jahre.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nicht
wirklich mit einer Besserung der Lage. Bei stabilen Wechselkursen geht ZF für
das Jahr 2026 von einem Umsatz von über 38 Milliarden Euro aus. „Wir werden uns
Schritt für Schritt wieder die Profitabilität erarbeiten“, so Miedreich.
FAQ zur ZF Bilanz
Warum ist die ZF Bilanz 2025 negativ? – Hauptgrund sind Abschreibungen auf unprofitable Projekte in Höhe von 1,6 Milliarden EUR.
Was zeigt die operative Entwicklung in der ZF Bilanz? – Das bereinigte operative Ergebnis ist auf 1,75 Milliarden EUR gestiegen und zeigt Fortschritte.
Welche Strategie verfolgt ZF laut Bilanz? – Der Fokus liegt künftig auf Profitabilität statt Wachstum um jeden Preis.
Wie entwickelt sich die Verschuldung laut ZF Bilanz? – Die Nettoverschuldung beträgt 10,2 Milliarden EUR, wurde aber erstmals leicht reduziert.
Welche Maßnahmen folgen aus der ZF Bilanz? – Restrukturierung, Portfoliofokus, Stellenabbau und das Programm „Perform 26“ sollen die Profitabilität steigern.