Die deutschen Elektroexporte bleiben im April 2026 auf Wachstumskurs. Vor allem der EU-Binnenmarkt treibt die Ausfuhren der Elektro- und Digitalindustrie weiter an, meldet der ZVEI.
Globale Lieferketten, Hightech-Produktion und internationale Märkte prägen den Außenhandel der deutschen Elektro- und Digitalindustrie.Symbolbild - KI-generiert
Anzeige
Summary: Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie steigerte ihre Exporte im April 2026 trotz Nahost-Konflikt auf 22,0 Mrd. EUR. Besonders dynamisch entwickelten sich die Lieferungen in die EU, während die Geschäfte mit Drittländern weniger stark zulegten. Die Entwicklung zeigt: Der EU-Binnenmarkt bleibt aktuell der wichtigste Wachstumstreiber im deutschen Elektro-Außenhandel.
Warum die Elektroexporte im April weiter wachsen
Die deutschen Elektroexporte haben im April 2026 weiter zugelegt. Wie der ZVEI mitteilt, stiegen die Ausfuhren der deutschen Elektro- und Digitalindustrie gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,5 % auf 22,0 Mrd. EUR. Der Nahost-Konflikt konnte dem deutschen Elektro-Außenhandel in diesem Monat damit vorerst nichts anhaben.
Anzeige
Auch im Zeitraum von Januar bis April blieb die Branche auf Wachstumskurs. In den ersten vier Monaten des Jahres summierten sich die Branchenlieferungen auf 91,5 Mrd. EUR. Das entspricht einem Plus von 8,3 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert.
Parallel dazu erhöhten sich auch die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland. Im April legten sie um 7,1 % auf 23,1 Mrd. EUR zu. Von Januar bis April erreichten die Importe einen Wert von 94,7 Mrd. EUR und lagen damit 5,6 % über dem Vorjahr.
Anzeige
„Anders als in den jüngeren Vorjahren haben sich die deutschen Elektroexporte im bisherigen Jahresverlauf 2026 wertmäßig wieder besser entwickeln können als die Importe“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Zuletzt war das 2023 der Fall.”
Das Exportplus wurde im April vor allem von Geschäften innerhalb des EU-Binnenmarkts getragen. Die Ausfuhren in die EU stiegen um 15,3 % gegenüber dem Vorjahr auf 11,7 Mrd. EUR. Damit entwickelte sich der Binnenmarkt deutlich dynamischer als das Geschäft mit Ländern außerhalb der EU.
Besonders kräftig legten die Lieferungen nach Polen, Schweden und Tschechien zu. Die Exporte nach Polen stiegen um 33,1 % auf 1,3 Mrd. EUR, nach Schweden um 32,2 % auf 504 Mio. EUR und nach Tschechien um 29,2 % auf 1,1 Mrd. EUR.
Anzeige
Auch weitere EU-Märkte verzeichneten zweistellige Zuwächse. Die Lieferungen nach Italien erhöhten sich um 17,9 % auf 1,1 Mrd. EUR, in die Niederlande um 16,5 % auf 1,4 Mrd. EUR und nach Frankreich um 14,6 % auf 1,3 Mrd. EUR. Ebenfalls deutlich im Plus lagen Ungarn mit 14,5 % auf 698 Mio. EUR und Rumänien mit 14,0 % auf 502 Mio. EUR.
Zuwächse gab es zudem bei den Ausfuhren nach Portugal, in die Slowakei, nach Dänemark, Belgien und Österreich. Rückläufig entwickelten sich dagegen die Lieferungen nach Spanien. Sie sanken im April um 4,9 % auf 848 Mio. EUR.
Für die ersten vier Monate des Jahres ergibt sich im EU-Geschäft ein klares Plus. Die deutschen Elektroexporte in die EU erhöhten sich von Januar bis April um 16,3 % auf 50,7 Mrd. EUR.
Wie entwickeln sich die Elektroexporte außerhalb der EU?
Anzeige
Die Branchenlieferungen in Länder außerhalb der EU stiegen im April ebenfalls, allerdings weniger dynamisch. Das Plus lag bei 3,7 %, der Exportwert erreichte 10,3 Mrd. EUR.
Zweistellige Zuwächse meldet der ZVEI unter anderem für Malaysia, die Schweiz, UK und Hongkong. Die Ausfuhren nach Malaysia stiegen um 19,6 % auf 241 Mio. EUR, in die Schweiz um 11,5 % auf 734 Mio. EUR, nach UK um 11,3 % auf 824 Mio. EUR und nach Hongkong um 11,2 % auf 203 Mio. EUR.
Auch die Lieferungen nach Südkorea, Japan, Singapur, Brasilien und Mexiko legten zu. Die Exporte nach Südkorea stiegen um 9,4 % auf 279 Mio. EUR, nach Japan um 7,8 % auf 243 Mio. EUR, nach Singapur um 7,3 % auf 158 Mio. EUR, nach Brasilien um 5,3 % auf 161 Mio. EUR und nach Mexiko um 5,0 % auf 274 Mio. EUR.
Anzeige
Deutlich unter dem Vorjahr lagen dagegen die Ausfuhren nach Taiwan, in die Vereinigten Arabischen Emirate und in die Türkei. Nach Taiwan gingen die Lieferungen um 8,6 % auf 261 Mio. EUR zurück, in die Vereinigten Arabischen Emirate um 13,1 % auf 136 Mio. EUR und in die Türkei um 19,2 % auf 335 Mio. EUR.
Was die Entwicklung in den USA und China zeigt
Bei den beiden größten Abnehmerländern der deutschen Elektro- und Digitalindustrie zeigte sich im April eine veränderte Entwicklung. „Was die Exporte in unsere beiden größten Abnehmerländer anbelangt, hat sich der Trend der letzten Monate im April umgekehrt”, so Gontermann. „Die Geschäfte mit den USA haben erstmals seit einem Jahr wieder angezogen, und zwar um 8,2 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Mit China musste dagegen jetzt ein Rückgang um 5,4 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro hingenommen werden.”
Damit legten die Ausfuhren in die USA im April wieder zu, während die Lieferungen nach China zurückgingen. In der Summe der ersten vier Monate stagnierte das Geschäft mit den Drittländern nahezu. Von Januar bis April erhöhten sich die Elektroausfuhren in diese Ländergruppe lediglich um 0,4 % auf 40,8 Mrd. EUR.
Die Zahlen verdeutlichen, dass das Wachstum der deutschen Elektroexporte derzeit stark vom EU-Binnenmarkt geprägt wird. Während die EU-Lieferungen zweistellig zulegen, bleiben die Ausfuhren in Drittländer insgesamt deutlich verhaltener.
• Wie stark sind die Elektroexporte im April 2026 gestiegen? – Die deutschen Elektroexporte stiegen im April 2026 um 9,5 % auf 22,0 Mrd. EUR.
• Welche Rolle spielt die EU für die Elektroexporte? – Die EU war im April der wichtigste Wachstumstreiber. Die Ausfuhren in den Binnenmarkt legten um 15,3 % auf 11,7 Mrd. EUR zu.
• Wie entwickelten sich die Elektroexporte in die USA? – Die Exporte in die USA stiegen erstmals seit einem Jahr wieder und legten im April um 8,2 % auf 2,3 Mrd. EUR zu.
• Wie liefen die Elektroexporte nach China? – Die Lieferungen nach China gingen im April um 5,4 % auf 1,9 Mrd. EUR zurück.
• Wie entwickelten sich die Elektroexporte in Drittländer insgesamt? – Von Januar bis April stagnierten die Ausfuhren in Drittländer nahezu mit einem Plus von 0,4 % auf 40,8 Mrd. EUR.