Stratasys baut additive Fertigung fürs US-Militär aus
Additive Fertigung gewinnt im US-Verteidigungsbereich weiter an Gewicht: Stratasys Direct wurde für ein millionenschweres DoW-Programm ausgewählt.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Was bedeutet additive Fertigung im DoW-Programm? Stratasys Direct soll 3D-gedruckte Militärbauteile schneller qualifizieren.Saranpong - stock.adobe.com
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Summary:
Stratasys Direct wurde am 31. März 2026 für das „JAMA IV Pilot Parts Program“ des US-Kriegsministeriums ausgewählt. Das Unternehmen soll die Qualifizierung und Nutzung 3D-gedruckter Bauteile auf militärischen Plattformen beschleunigen. Hintergrund sind steigende Mittel für additive Fertigung, wachsender Bedarf an resilienten Lieferketten und operative Vorteile in Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsprogrammen.
Stratasys hat bekanntgegeben, dass sein On-Demand-Geschäft für Bauteile, Stratasys Direct, für die Teilnahme am „Joint Additive Manufacturing Acceptability (JAMA) IV Pilot Parts Program“ des US-Kriegsministeriums (DoW) ausgewählt wurde. Das Programm hat ein Volumen von mehreren Millionen US-Dollar und soll die Qualifizierung sowie den Einsatz 3D-gedruckter Bauteile auf militärischen Plattformen und in militärischen Systemen beschleunigen.
Warum wurde Stratasys Direct für das Programm ausgewählt?
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Ausgewählt wurde Stratasys Direct aufgrund seiner bewährten Rolle in der Verteidigungsindustrie. Das Unternehmen verweist dabei auf eine belastbare Erfolgsbilanz mit Tausenden von Militärsystemen weltweit. Als offizieller Beschaffungspartner der U.S. Air Force und von Navair baut Stratasys damit seine Position in der fortschrittlichen Fertigung für Produktionsumgebungen der Luft- und Raumfahrt und Verteidigung weiter aus.
Additive Fertigung verändert sich im Verteidigungssektor
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Anders als viele stärker zukunftsorientierte Ansätze im Verteidigungsumfeld liefert Stratasys Direct bereits qualifizierte Bauteile in Serienqualität für den operativen Einsatz auf aktiven Plattformen. Damit verschiebt sich der Fokus der additiven Fertigung zunehmend von Pilotanwendungen hin zu produktionsnahen und einsatzkritischen Anwendungen.
Nachfrage nach additiver Fertigung im Verteidigungsbereich wächst
Treiber sind einsatzkritische Anforderungen an Präzision, Skalierbarkeit und Resilienz. In den Haushaltsprogrammen des DoW wird additive Fertigung immer häufiger berücksichtigt. Für das Haushaltsjahr 2026 steigen die Mittel im Vergleich zum Haushaltsjahr 2025 um 83 Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar. Branchenanalysten rechnen bis zum Ende des Jahrzehnts mit weiterem Wachstum. Militärische Organisationen nutzen digitale Fertigung demnach verstärkt für Instandhaltung, resilientere Lieferketten und Modernisierung.
Welche operativen Vorteile Stratasys hervorhebt
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Stratasys verweist auf konkrete Effekte in laufenden Militärprogrammen. So nutzt die US-Luftwaffe Stratasys-Technologie in ihrer gesamten C-17-Flotte, um Mikroleitbleche herzustellen. Diese verbessern die aerodynamische Effizienz und senken Treibstoffkosten um schätzungsweise 14 Millionen US-Dollar pro Jahr. Darüber hinaus kommen 3D-gedruckte Ersatzkomponenten zum Einsatz, die Vorlaufzeiten spürbar verkürzen. Additive Fertigung ist somit ein Werkzeug für mehr Verfügbarkeit, schnellere Versorgung und robustere Prozesse im militärischen Betrieb.
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Wie Stratasys Direct aufgestellt ist
Mit drei Produktionsstätten in Nordamerika bietet das Unternehmen sieben industrielle 3D-Drucktechnologien sowie Engineering-, Veredelungs- und Nachbearbeitungs-kapazitäten. Unterstützt werden Anwendungen vom Rapid Prototyping bis zur Serienfertigung. Hinzu kommen zertifizierte Qualitätssysteme wie AS9100 und ISO 9001 sowie die Erfüllung von CMMC-Anforderungen und die Unterstützung von ITAR-Vorgaben. Stratasys Direct verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Medizin und Industrie.
Additive Fertigung wird zur Schlüsseltechnologie
„Im Jahr 2025 verzeichnete Stratasys im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich. Das zeigt, dass sich die additive Fertigung zunehmend zu einer Schlüsseltechnologie für die materielle Einsatzbereitschaft und die Resilienz von Lieferketten im Verteidigungssektor entwickelt“, betonte Foster Ferguson, Vice President, Industrial Business Unit, bei Stratasys. Ferguson ordnet auch die Rolle des JAMA-Programms ein: „Stratasys Direct liefert bereits heute jährlich mehr als 100.000 Bauteile an die Verteidigungsindustrie. Programme wie JAMA werden die Qualifizierung von Teilen zusätzlich beschleunigen, sodass Organisationen diese schneller auf operativen Plattformen einsetzen können.“
Betrieb einsatzkritischer Systeme sicherstellen
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Mit Stratasys Direct bündelt das Unternehmen Technologie, industrielle additive Fertigungsdienstleistungen und Engineeringkompetenz. Dazu Ferguson: „Mit Stratasys Direct verbinden wir die Technologie von Stratasys mit additiven Fertigungsdienstleistungen im industriellen Maßstab und umfassender Engineering-Expertise, um Verteidigungsorganisationen dabei zu unterstützen, Komponenten zu validieren und zu produzieren, die den Betrieb einsatzkritischer Systeme sicherstellen.“ Stratasys Direct ist die Auftragsfertigungssparte von Stratasys und richtet sich an Unternehmen in stark regulierten Branchen.
Welche Bedeutung das JAMA-IV-Programm für Stratasys hat
Für Stratasys ist die Auswahl für das JAMA-IV-Programm ein weiterer Schritt, die eigene Rolle in der additiven Fertigung für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung auszubauen. Additive Fertigung wird nicht mehr allein als Entwicklungswerkzeug gesehen, sondern zunehmend als industriell nutzbare Fertigungstechnologie in regulierten und sicherheitskritischen Anwendungen. Stratasys positioniert sich dabei als Anbieter eines integrierten Ansatzes aus 3D-Drucktechnologie, Fertigungsdienstleistung und Qualitätssicherung. Genau diese Verbindung dürfte im Verteidigungsumfeld an Bedeutung gewinnen, wenn qualifizierte Bauteile schneller verfügbar sein und auf bestehenden Plattformen zuverlässig eingesetzt werden sollen.
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FAQ zur additiven Fertigung fürs US-Militär
1. Warum ist additive Fertigung für das DoW relevant?
Additive Fertigung soll die Qualifizierung und den Einsatz 3D-gedruckter Bauteile auf militärischen Plattformen beschleunigen.
2. Welche Rolle spielt Stratasys bei additive Fertigung im Verteidigungsbereich?
Stratasys Direct wurde für das JAMA IV Pilot Parts Program ausgewählt und liefert laut Unternehmen bereits qualifizierte Bauteile in Serienqualität.
3. Wie entwickeln sich die Mittel für additive Fertigung im US-Verteidigungsbereich?
Die Mittel steigen im Haushaltsjahr 2026 gegenüber 2025 um 83 Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar.
4. Wo zeigt additive Fertigung bereits operative Wirkung?
Laut Stratasys unter anderem in der C-17-Flotte der US-Luftwaffe sowie bei 3D-gedruckten Ersatzkomponenten mit verkürzten Vorlaufzeiten.
5. Was bietet Stratasys Direct im Bereich additive Fertigung an?
Das Unternehmen bietet industrielle 3D-Drucktechnologien, Engineering-, Veredelungs- und Nachbearbeitungskapazitäten für Anwendungen vom Prototyp bis zur Serienfertigung.
6. Welche Anwendungen umfasst additive Fertigung bei Stratasys Direct?
Unterstützt werden Anwendungen vom Rapid Prototyping bis zur Serienfertigung.
7. Welche Voraussetzungen bringt Stratasys Direct für additive Fertigung in regulierten Branchen mit?
Das Unternehmen arbeitet nach Qualitätssystemen wie AS9100 und ISO 9001, erfüllt CMMC-Anforderungen und unterstützt ITAR-Vorgaben.