Erfahren Sie im Video, was ein IoT-fähiges Exoskelett nutzt, was das kleinste Exoskelett der Welt leistet und wie ein Exoskelett auf die Ergonomie von Werkern achtet.

Was gab es in Sachen Exoskelette Neues auf der Hannover Messe zu sehen? Erstmals zeigten zwei Hersteller aus Deutschland ihre Weltneuheiten: German Bionic Systems (GBS) und Ottobock. Aber auch das niederländische Unternehmen Skelex präsentierte sein Exoskelett zum ersten Mal auf der Messe. Doch auch Forscher arbeiten fleißig daran, die Ergonomie von Werkern mit tragbaren Assistenzsystemen zu verbessern. Am Fraunhofer IPK gab es entsprechende Prototypen zu bestaunen.

Was ist ein Exoskelett?

Bei Exoskeletten handelt es sich um eine Art 'Roboter zum Anziehen'. Die tragbaren Geräte entlasten Mitarbeiter beispielsweise beim Heben schwerer Lasten oder Arbeiten in unergonomischen Positionen. Dabei unterscheidet man zwischen aktiven Exoskeletten, die mit Antrieben ausgestattet sind und somit den Träger aktiv mit Motorkraft unterstützen.

Die andere Variante sind sogenannte passive Exoskelette, die etwa mit Hilfe einer Feder die Arme des Trägers in die Höhe halten. Dies erleichtert vor allem Überkopf-Arbeiten.

Es gibt Exoskelette zur Entlastung der unteren Extremitäten wie beispielsweise den Chairless Chair von Nonee aus der Schweiz sowie Exoskelette zur Entlastung der oberen Extremitäten.

Dazu gehören beispielsweise die Produkte von Laevo, German Bionic Systems, Ottobock, Comau oder Levitate. Und dann gibt es noch Exoskelette, die den Träger nicht direkt entlasten, aber für eine ergonomische Haltung sorgen. Das Startup Hunic hat beispielsweise im Jahr 2018 ein solches Gerät auf den Markt gebracht.

Audi, BMW und Volkswagen testen bereits Exoskelette

Wo werden die tragbaren Kraftverstärker überhaupt schon eingesetzt? Audi hat in der Automobilmontage in Ne­ckars­ulm ein Pilotprojekt mit dem Chairless Chair durchgeführt. Das Exoskelett wird an der Rückseite der Beine getragen und fungiert während der Arbeit quasi wie ein zweites Paar Beine. Der Witz an der Sache: es stützt immer dann, wenn es gebraucht wird. Dazu versteift sich die Konstruktion bei Bedarf und kann als eine Art Stuhl genutzt werden.

Exoskelett Paexo Thumb Ottobock
Ottobock launchte auf der Hannover Messe 2019 gleich mehrere Exoskelette: das Oberkörper-Exoskelett Paexo sowie Paexo Thumb, das kleinste Exoskelett der Welt, mit dem sich der Daumen entlasten lässt. - Bild: Nördinger

Auch BMW arbeitet bereits mit der Technologie. Im US-Werk in Spartanburg unterstützen die Assistenzsysteme Werker bei der Überkopf-Montage. Der Autobauer nutzt dort 68 Exoskelett-Westen im Serieneinsatz. Aber auch in Deutschland haben es Exoskelette bei BMW schon in die Serienfertigung geschafft. „Die Tests mit den Exoskeletten für den Unterkörper konnten wir 2017 in unseren deutschen Werken erfolgreich abschließen“, berichtet Christian Dahmen von der BMW Group. Jeder eingewiesene Mitarbeiter könne heute also jederzeit auf diese Sitzhilfen zurückgreifen.

Auch bei Volkswagen im Werk Bratislava liefen bereits Pilotprojekte. Auch hier werden die Exoskelette genutzt, um die Werker bei der Überkopf-Montage ergonomisch zu entlasten. Dabei werden die Exoskelette als äußere Stützstrukturen so einfach wie ein Rucksack angelegt.

Das erwartet Sie im Video

Auf der Hannover Messe hat German Bionic Systems das erste IoT-fähige Roboter-Exoskelett der Welt vorgestellt. Firmengründer Dr. Peter Heiligensetzer erklärt im Video, welche Daten das Exoskelett erfassen kann, wie man die Arbeit dadurch optimieren kann und was das Ganze in Zukunft in smarten Fabriken bringen kann.

Bei Ottobock gab es ebenfalls eine Weltneuheit: das kleinste Exoskelett der Welt entlastet den Daumen. Das ist vor allem bei Stopfen-Setzen etwa in der Automobilindustrie gefragt. Wie viel das Mini-Exo kostet, aus welchen Werkstoffen es besteht und warum es in verschiedenen Größen angeboten wird, verrät Dr. Sönke Rössing.

Noch ein Forschungsprojekt ist das sogenannte ExoJacket vom Fraunhofer IPK. Projektleiter Boris Beckmann-Dobrev erklärt im Video, wie das Exoskelett die Bewegungen von Werkern über Sensoren erfasst und sie anschließend vor unergonomischen Tätigkeiten warnt.

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Mit einer Fläche von bis zu 6,5 Millionen Quadratmetern sind die größten Werke der Welt so groß wie eine Kleinstadt. Von Samsung bis Volkswagen - wir haben ein Ranking der 10 größten Fabriken zusammengestellt. Zum Ranking.