Campus Ülemiste City

In Estland gibt es eine florierende IT-Start-up-Kultur mit hunderten Unternehmen. Allein 200 Firmen mit 6.000 Beschäftigten sind auf dem 36 Hektar großen Areal des Technologie-Campus Ülemiste City in der Hauptstadt Tallinn zu Hause, darunter auch Starship Technologies, Anbieter von autonomen Lieferrobotern. (Bild: Enterprise Estonia)

AGV-Lieferroboter Starship Technologies
AGV-Roboter: bis zu 18 Stunden im Dauereinsatz. (Bild: Starship Technologies)

Bergkamen in Nordrhein-Westfalen: Im Supply Center der Bayer AG übernehmen Lieferroboter tägliche Routinearbeiten. Am größten Standort des Unternehmens zur Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe sind 1.600 Mitarbeiter beschäftigt. Wo Produkte höchster Reinheit gefertigt werden, ist auch die labortechnische Kontrolle engmaschig. Seit 2019 übernehmen Roboter von Starship Technologies den Transport von Laborproben und fügen sich dabei problemlos in das Verkehrsgeschehen auf dem Bayer-Werksgelände in Bergkamen ein – egal, ob es sich um Schiene, Straße oder Gehweg handelt.

Autonome Transportroboter nehmen auch Gefahrgut Huckepack

Bayer ist kein Einzelfall: "Unsere Roboter bedienen verschiedene DAX-notierte Unternehmen", erläutert Philipp Dierksen, Operations Team Lead, am Standort Hamburg von Starship Technologies. Sie sparen den Unternehmen nicht nur Zeit und dadurch Kosten, sondern arbeiten emissionsfrei.
Auch chemische Proben zu transportieren, ist kein Problem: Speziell entwickelte Einsätze für den Transportraum schützen Transportgut und den Roboter, und eine entsprechende Etikettierung am Roboter warnt die Nutzer. "Auf Wunsch bieten wir auch einen Isoliereinsatz an, damit temperaturempfindliche Güter sicher ankommen", ergänzt Philipp Dierksen.

Auf Wunsch bieten wir auch einen Isoliereinsatz an, damit temperaturempfindliche Güter sicher ankommen.

Philipp Dierkens, Operations Team Lead von Starship Technologies, Hamburg

Die weltweit größte autonome Flotte ist für eine Supermarktkette unterwegs

Ende 2021 haben die Roboter von Starship Technologies die Grenze von drei Millionen Auslieferungen weltweit überschritten. Im britischen Milton Keynes ist die weltweit größte autonome Flotte für die Supermarktkette Tesco unterwegs. Mehrere hundert Roboter sparten dort in 18 Monaten immerhin 280.000 Autofahrten und 800.000 Kilometer ein. Der Umweltschutz profitiert nachweislich: Wissenschaftler von Milton Keyes fanden im Rahmen einer Studie heraus, dass ihre Großstadt im Vergleich mit 146 Städten den ersten Platz hinsichtlich Luftreinheit belegt.

Die florierende IT-Start-up-Kultur in Tallinn weltweit vernetzt

In Estland gibt es eine florierende IT-Start-up-Kultur mit hunderten Unternehmen. Allein 200 Firmen mit 6.000 Beschäftigten sind auf dem 36 Hektar großen Areal des Technologie-Campus Ülemiste City in der Hauptstadt Tallinn zu Hause. Dort ist auch das hochgradig vernetzte e-Estonia Innovationszentrum angesiedelt: ein Anlaufpunkt für Wirtschaftsdelegationen, die kommen, um die digitale Entwicklung Estlands nachzuvollziehen.

IoT ist der Schlüssel zum Mehrwert von Anwendungen in vielen Branchen

Die Digitalisierung begann Mitte der 90er Jahre mit Tiigrihüpe, dem Tigersprung-Programm, das Estland weltweit zum Vorreiter eines digitalisierten Verwaltungswesens machte und zum Vorbild für zahlreiche Staaten. Von dort erweiterte sich die Digitalisierung ins Bildungswesen sowie in zahlreiche Industrien. Die digitale Transformation, das Internet der Dinge (IoT), ist der Schlüssel zum Mehrwert von Anwendungen.
Die erfolgreiche Umsetzung zahlreicher digitaler Lösungen hat immer auch was mit der Begeisterung für moderne Technik zu tun. In Estland ist die Motivation hoch: Jeder zehnte Student Estlands schreibt sich für IKT ein. "Estland gehört zu den Ländern mit dem höchsten Ausbildungsniveau und nimmt im internationalen Vergleich Spitzenrankings bei den Themen Mathematik, Naturwissenschaften und IKT ein", hebt Leana Kammertöns hervor.

Estland gehört zu den Ländern mit dem höchsten Ausbildungsniveau und nimmt im internationalen Vergleich Spitzenrankings bei den Themen Mathematik, Naturwissenschaften und IKT ein.

Leana Kammertöns, Export Advisor bei Enterprise Estonia

Jeder zweite deutsche Mittelständler will auf externe Experten aus Estland setzen

Der Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) unterstreicht, dass deutsche OEMs sowie KMUs nach wie vor Probleme haben, offene Stellen für Informations- und Kommunikationsspezialisten zu besetzen. Anders im Norden Europas: Neben Estland sieht der DESI auch Finnland und Schweden hinsichtlich seines Humankapitals weit fortgeschritten. Jeder zweite deutsche Mittelständler plant, auf diese externen Experten zu setzen.
Estnische Unternehmen sind bereits in vielen Bereichen Entwicklungspartner für europäische Unternehmen tätig, beispielweise in Bereichen wie der vorausschauenden Instandhaltung, Smart Factory oder der Prozessautomatisierung. Mit autonomen Transportmitteln unterstützen sie vor allem in der intelligenten Fertigung und in der smarten Logistik. Fahrerlose Transportsysteme (AGV) oder Shuttles mit RFID- oder UWB-basierter Technologie versorgen die Produktion und deren Stationen. "Das führt auch zu einer anderen Mentalität in den Unternehmen, nämlich zu der Einstellung, den Robotern die einfachen Tätigkeiten zu überlassen, damit sich Menschen auf das Wesentliche konzentrieren können", resümiert Philipp Dierksen Erfahrungen aus der Praxis.

Informationen für deutsche Unternehmen

Die deutschsprachige Website bietet weiterführende Informationen und Fallstudien zur estnischen Elektronikbranche sowie zu Maschinenbau- und Metallbearbeitungsindustrie. Direkte Ansprechpartner gibt es in Nürnberg, im Büro der estnischen Investitions- und Wirtschaftsförderung. Direkte Anfragen können auch an das Head Office von Starship Technologies in Hamburg gerichtet werden.

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