Deutschland "im hohen dreistelligen Bereich" betroffen
Aumovio streicht bis zu 4.000 Stellen weltweit
Aumovio, die ehemalige Continental-Automotive-Sparte, baut bis Ende 2026 weltweit bis zu 4.000 Stellen ab – auch in Deutschland stehen tiefgreifende Veränderungen an.
Aumovio (im Bild die Zentrale in Frankfurt) baut weltweit bis zu 4.000 Stellen ab.
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Aumovio: Stellenabbau in großem Umfang geplant
Aumovio hat tiefgreifende Einschnitte in seiner weltweiten Forschungs- und Entwicklungsorganisation angekündigt. Im Zentrum der Maßnahmen steht ein umfangreicher Stellenabbau, der bis Ende 2026 umgesetzt werden soll. Bis zu 4.000 Stellen weltweit sind betroffen – mit Schwerpunkt auf Standorte in Indien, Singapur, Rumänien, Serbien, Mexiko und insbesondere Deutschland.
Für die deutschen Standorte plant das Unternehmen einen Abbau „im hohen dreistelligen Bereich“. Dies entspricht mehreren hundert Arbeitsplätzen, die in den kommenden Monaten zur Disposition stehen.
Dialog mit Arbeitnehmervertretung gestartet
Mit dem Ziel, den Abbau möglichst sozialverträglich zu gestalten und alternative Lösungen zu prüfen, hat Aumovio den sozialpartnerschaftlichen Dialog mit der Arbeitnehmervertretung aufgenommen. In diesem Rahmen sollen Maßnahmen erarbeitet werden, um den Umfang der Kündigungen zu reduzieren.
Ein zentrales Element dieser Strategie ist ein freiwilliges Abfindungsprogramm, das bereits Anfang März 2026 anlaufen soll. Das Programm richtet sich an Mitarbeitende an den betroffenen deutschen Standorten, die das Unternehmen auf freiwilliger Basis verlassen möchten.
Maßnahmen zur Effizienzsteigerung
Die Umstrukturierung ist Teil eines umfassenden Programms zur Erhöhung der Effizienz in der Forschung und Entwicklung. Ziel ist es, die F&E-Aufwandsquote bis zum Jahr 2027 auf unter zehn Prozent des Umsatzes zu senken. Im dritten Quartal 2025 lag dieser Wert noch bei 11,9 Prozent.
Aumovio richtet seine F&E-Aktivitäten künftig gezielter auf marktrelevante und wertschaffende Technologien aus. Dies geht einher mit einer Straffung des Technologieportfolios, der Bündelung von Aktivitäten und organisatorischen Veränderungen, die in der Folge zu einem geringeren Personalbedarf führen.
Auswirkungen auf alle Geschäftsbereiche
Die geplanten Kürzungen betreffen sämtliche Geschäftsbereiche und globale Entwicklungsstandorte des Unternehmens. Insbesondere an den Standorten in Deutschland zeichnen sich erhebliche strukturelle Veränderungen ab. Neben der Reorganisation technischer Kompetenzen werden auch Prozesse zur Standardisierung und Automatisierung vorangetrieben, was die Personalstruktur nachhaltig verändert.
Investitionen in strategische Technologiefelder bleiben bestehen
Trotz des geplanten Stellenabbaus betont das Unternehmen die Fortführung seiner Investitionen in strategische Zukunftsfelder. Dazu zählen software-definierte Fahrzeuge, autonome Mobilität, moderne Displaylösungen sowie elektronische Bremssysteme.
Darüber hinaus sollen bestehende Technologiepartnerschaften gestärkt und neue Kooperationen aufgebaut werden, um die technologische Führungsposition in einem anspruchsvollen Marktumfeld zu sichern.
Philipp von Hirschheydt, CEO der Aumovio SE, stellt klar: „In einem herausfordernden Umfeld ergreifen wir zusätzliche Maßnahmen, um konsequent unsere Effizienz zu steigern. Wir fokussieren uns dabei auf wertschaffende Technologien, investieren in Zukunftsfelder und nutzen neue ebenso wie bewährte Partnerschaften.“
Zugleich unterstreicht er den Anspruch, technologisch führend für die Mobilität der Zukunft zu bleiben: „Mit unseren wettbewerbsstarken Lösungen sind wir technologisch führend für die sichere, begeisternde, vernetzte und autonome Mobilität der Zukunft. Diese Marktposition bauen wir mit einer klaren Strategie weiter aus.“
Unternehmenshintergrund
Aumovio ist aus dem ehemaligen Continental-Geschäftsbereich Automotive hervorgegangen und seit dem Spin-off im September 2025 als eigenständiges Technologie- und Elektronikunternehmen aktiv. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main beschäftigt weltweit über 86.000 Mitarbeitende an mehr als 100 Standorten.
Das Portfolio umfasst Sensorlösungen, Displays, Bremssysteme und Software für die vernetzte und autonome Mobilität. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Aumovio einen Umsatz von 19,6 Milliarden Euro.
Mit Material von Aumovio
FAQ zum Stellenabbau bei Aumovio
Wie viele Stellen will aumovio abbauen? – Bis zu 4.000 Stellen weltweit sollen bis Ende 2026 wegfallen.
Welche Länder sind betroffen? – Indien, Singapur, Rumänien, Serbien, Mexiko und Deutschland stehen im Fokus.
Wie viele Arbeitsplätze entfallen in Deutschland? – In Deutschland ist ein Abbau im hohen dreistelligen Bereich vorgesehen.
Welche Maßnahmen zur Sozialverträglichkeit sind geplant? – Ein freiwilliges Abfindungsprogramm startet im März 2026. Zudem läuft ein Dialog mit der Arbeitnehmervertretung.
Warum erfolgt der Stellenabbau? – Ziel ist die Senkung der F&E-Aufwandsquote und eine effizientere Ausrichtung auf wertschaffende Technologien.
Welche Bereiche bleiben erhalten? – Investitionen in software-definierte Fahrzeuge, autonome Mobilität, Displays und Bremssysteme bleiben bestehen.