Die EPA-Studie, in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer ISI erstellt, beleuchtet die wichtige Rolle
öffentlicher Forschungseinrichtungen bei der Förderung von Innovationen in Europa.
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Die Gesamtzahl europäischer Patentanmeldungen, an denen deutsche PROs beteiligt waren, stieg von 691 im Jahr 2001 auf über 1.000 im Jahr 2020 – ein Zuwachs von 45 Prozent.Ardan Fuessmann - stock.adobe.com)
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Die Untersuchung umfasst die 39 Mitgliedsstaaten. Sie zeigt, dass öffentliche Forschungseinrichtungen zwischen 2001 und 2020 zu fast 63.000 europäischen Patentanmeldungen beigetragen haben – das entspricht nahezu fünf Prozent der Patentanmeldungen aller europäischen Antragsteller. Deutschland leistet hierzu einen überdurchschnittlichen Beitrag: 18.276 Patentanmeldungen stammen von öffentlichen Forschungseinrichtungen (PROs) aus Deutschland und stehen für nahezu 30 Prozent aller PRO-bezogenen Patentanmeldungen
Europas. Der Anstieg der mit deutschen PROs verbundenen Patentanmeldungen vom Jahr 2001 bis 2020 erhöhte damit ihren Anteil an Patentanmeldungen aus Deutschland von 3,2 auf 4,6 Prozent.
Öffentliche Forschungseinrichtungen sind Fundament deutscher Innovationsleistung
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Die Fraunhofer-Gesellschaft steht in Deutschland mit 7.852 Patenten an der Spitze (Rang 3 in Europa), gefolgt von der Max-Planck-Gesellschaft mit 2.195 Patenten (Rang 7) und „Die öffentliche Forschung gehört zu Europas größten Stärken. Diese Studie verdeutlicht die entscheidende Rolle unserer öffentlichen Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser, deren Erfindungen die Wettbewerbsfähigkeit Europas erhöhen“, sagt EPA-Präsident António Campinos. „ Um ihr volles Potenzial auszuschöpfen, müssen wir jedoch intensiver zusammenarbeiten und den Transfer von Forschungsergebnissen in praxisnahe Technologien beschleunigen.“ dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit 1.046 Patenten (Rang 10). Gemeinsam bilden sie das Fundament der deutschen Innovationsleistung in den Forschungsfeldern Biotechnologie, Energie, Halbleiter sowie Luft- und Raumfahrt. Im selben Zeitraum hielt die Fraunhofer-Gesellschaft das Verhältnis zwischen europäischen Patentanmeldungen und Veröffentlichungen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) stabil, während die Max-Planck-Gesellschaft und das DLR diesbezüglich einen leichten Rückgang verzeichneten.
Öffentliche Forschung gehört zu Europas größten Stärken
„Diese Studie verdeutlicht die entscheidende Rolle unserer öffentlichen Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser, deren Erfindungen die Wettbewerbsfähigkeit Europas erhöhen“, sagt EPA-Präsident António Campinos. „Um ihr volles Potenzial auszuschöpfen, müssen wir jedoch intensiver zusammenarbeiten und den Transfer von Forschungsergebnissen in praxisnahe Technologien beschleunigen.“
Enge Verbindung zwischen klinischer Forschung und angewandter Innovation
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Europäische Forschungskrankenhäuser haben im gleichen Zeitraum zu über 17.400 europäischen Patentanmeldungen beigetragen. Hier zeigen sich Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich führend. Deutschland liegt mit 2.858 europäischen Patentanmeldungen auf dem zweiten Platz. Unter den zehn aktivsten europäischen Forschungskrankenhäusern befinden sich das Universitätsklinikum Heidelberg mit 420 Patentanmeldungen, die Charité – Universitätsmedizin Berlin mit 394 und das Universitätsklinikum Freiburg mit 369, die auf den Plätzen 4, 5 und 7 liegen. Diese Einrichtungen verdeutlichen die starke Verbindung zwischen klinischer Forschung und angewandter Innovation. In den letzten Jahren haben europäische Forschungskrankenhäuser ihren Anteil eigener, direkt eingereichter Patentanmeldungen mehr als verdreifacht. Das spiegelt den wachsenden Fokus auf den Schutz und die Kommerzialisierung ihrer Erfindungen wider.
Forschungs-Start-ups mit starker wirtschaftlicher Wirkung
Mehr als 2.800 europäische Start-ups meldeten Patente beim EPA an, deren Erfinder einen Bezug zu europäischen Universitäten, öffentlichen Forschungseinrichtungen (PROs) oder Krankenhäusern haben. Deutschland liegt mit 398 patentierenden Start-ups auf dem dritten Platz in Europa, davon sind allein 367 mit deutschen PROs verbunden. Der Schwerpunkt dieser Start-ups liegt im Health-Tech-Sektor (51 Prozent), gefolgt von Energie (11,3 Prozent) und Computerhardware (8,5 Prozent). Deutsche Universitäten, öffentliche Forschungseinrichtungen (PROs) und Krankenhäuser sind zudem mit 98 Start-ups in anderen europäischen Ländern verknüpft.
Proteomik-Lösungen für weltweite biomedizinische Forschung
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Ein konkretes Beispiel aus Deutschland ist das Deep-Tech-Start-up PreOmics in der Nähe von München. Es entstand aus einer Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts für Biochemie. Die Gründer entwickelten innovative Proteomik-Lösungen, die weltweit in der biomedizinischen Forschung zum Einsatz kommen. Unterstützung erhielt PreOmics von der Stelle für Technologietransfer der Max-Planck-Gesellschaft. Darüber hinaus weisen deutsche Einrichtungen eine starke Nutzung des neuen Einheitspatentsystems aus: Öffentliche Forschungseinrichtungen und Forschungskrankenhäuser aus Deutschland nutzten es für ihre erteilten Patente im ersten Halbjahr 2025
mit einem Anteil von 51,2 Prozent, was deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 41,1 Prozent liegt.
Quelle: Europäisches Patentamt
FAQs zur EPA-Studie
1. Welche zentrale Erkenntnis liefert die EPA-Studie zur Rolle öffentlicher Forschungseinrichtungen?
Die Studie zeigt, dass öffentliche Forschungseinrichtungen zwischen 2001 und 2020 fast 63.000 europäische Patentanmeldungen eingereicht haben und damit maßgeblich zur Innovationskraft Europas beitragen.
2. Warum spielt Deutschland bei den Patentanmeldungen öffentlicher Forschungseinrichtungen eine besondere Rolle?
Deutschland steuert mit 18.276 Patentanmeldungen fast 30 Prozent aller PRO-bezogenen Patente Europas bei und verzeichnet einen deutlichen Anstieg seit 2001.
3. Welche deutschen Institutionen zählen zu den aktivsten Patenttreibern?
Die Fraunhofer-Gesellschaft führt mit 7.852 Patenten, gefolgt von der Max-Planck-Gesellschaft mit 2.195 und dem DLR mit 1.046 Patenten. Gemeinsam dominieren sie Themenfelder wie Biotechnologie, Energie, Halbleiter sowie Luft- und Raumfahrt.
4. Welche Bedeutung haben Forschungskrankenhäuser für die europäische Innovationslandschaft?
Europäische Forschungskrankenhäuser haben mehr als 17.400 Patente eingereicht. Einrichtungen wie das Universitätsklinikum Heidelberg, die Charité und das Universitätsklinikum Freiburg gehören zu den aktivsten Innovatoren.
5. Wie wirken sich Start-ups und Technologietransfer auf die Innovationsleistung aus?
Mehr als 2.800 Start-ups mit Verbindung zu europäischen Forschungseinrichtungen meldeten Patente an. Beispiele wie PreOmics zeigen, dass Technologietransferstellen maßgeblich dazu beitragen, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Anwendungen zu überführen.