Ein Mann hält ein Buch in der Hand, aus dem viele Symbole kommen

Sieben neue regionale Innovationsnetzwerke dürfen sich von nun an Zukunftscluster nennen. - Bild: ipopba - stock.adobe.com

| von Redaktion Produktion

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat heute in Berlin die Sieger der ersten Runde des „Clusters4Future“-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bekanntgegeben. Sieben neue regionale Innovationsnetzwerke dürfen sich von nun an Zukunftscluster nennen. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: „Ich freue mich über die sieben erfolgreich ausgewählten Zukunftscluster. Mit ‚Clusters4Future‘ wollen wir neue wissenschaftliche Erkenntnisse und junge Technologiefelder schnell in die wirtschaftliche Umsetzung bringen. Für mich ist entscheidend, dass wir sämtliches Potential in Deutschland für frische Ideen und vielversprechende Innovationen nutzen. Hierzu vereinen die neuen Zukunftscluster die Stärken einer ganzen Region und erschließen neue Innovationspotenziale. Damit tragen sie langfristig zu unserer technologischen Souveränität bei und sichern Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Lebensqualität.

Die Zukunftscluster sind Keimzellen für neue Geschäftsmodelle, für kreativwirtschaftliche Pionierlösungen, für soziale Innovationen, aber auch für organisatorische Lösungen und neue vernetzte Innovationsstrukturen für mehr Partizipation in der ganzen Gesellschaft."

Förderung von bis zu 450 Millionen Euro

Die Ministerin erklärte weiter: Die Innovationskraft eines solchen Clusters kann eine enorme wirtschaftliche Hebelwirkung erzeugen und das Leben und Arbeiten in einer ganzen Region nachhaltig prägen. Wir sehen dies etwa in der Biotechnologie in der Rhein-Main-Neckar-Region, wo auch das Unternehmen BioNTech beheimatet ist, das mit der Entwicklung seines Corona-Impfstoffs weltweit Menschen Hoffnung auf die Rückkehr in ein normales Leben gibt. Als Partner des Spitzenclusters CI3 profitierte das Unternehmen gerade in seiner Anfangsphase von den Strukturen eines starken regionalen Netzwerks und tut dies bis heute.

Heute zeigt sich: Die starken Vernetzungsstrukturen der Cluster erweisen sich gerade in Krisenzeiten als besonders widerstandsfähig. Regionale Innovationsnetzwerke haben sich als Instrument der Forschungsförderung bewährt. Zukunftscluster sind die Innovationsregionen von morgen.

Ich freue mich sehr, dass wir mit der nun erfolgten Auswahl der ersten sieben Zukunftscluster aus einem starken Bewerberfeld von 16 Finalisten die nächste Generation regionaler Innovationsnetzwerke starten.

Deshalb fördern wir die Innovationsnetzwerke in den kommenden zehn Jahren im Rahmen von zwei Wettbewerbsrunden mit bis zu 450 Millionen Euro von Seiten des Bundes. Die Wirtschaft wird noch einmal Gelder in ähnlicher Höhe aktivieren, sodass die Zukunftscluster mit einer Gesamtförderung von bis zu einer Milliarde Euro rechnen dürfen.“

Hintergrund: Das ist "Clusters4Future"

Mit der ganz bewusst als themenoffenen Wettbewerb ausgelegten Zukunftscluster-Initiative („Clusters4Future“) hat das BMBF im August 2019 unter dem Dach der Hightech-Strategie 2025 eine neue Flaggschiffmaßnahme zur Stärkung des Wissens- und Technologietransfers gestartet. Der Wettbewerb ist mehrstufig angelegt und findet in zwei Runden statt. Weitere Runden sind angedacht. Eine Wettbewerbsrunde startet zunächst mit einer halbjährigen Konzeptionsphase. Aus den besten Konzepten werden anschließend die Zukunftscluster ausgewählt. Diese können in bis zu drei Umsetzungsphasen über jeweils drei Jahre ihre Konzepte realisieren. Je Förderrunde sollen bis zu sieben Innovationsnetzwerke gefördert werden.

Bei den nun ausgewählten sieben Zukunftsclustern handelt es sich um die Gewinner der ersten Förderrunde. Die neuen Cluster werden voraussichtlich ab Herbst 2021 in die erste von bis zu drei möglichen Umsetzungsphasen starten. Jede Umsetzungsphase umfasst dabei einen Zeitraum von drei Jahren und ist mit einer Förderung von jeweils bis zu 15 Millionen Euro verbunden. Folglich bietet sich für das ausgewählte Cluster im Falle positiver Evaluierungen gegen Ende der ersten und gegen Ende der zweiten Umsetzungsphase die Chance, in den kommenden neun Jahren insgesamt eine Förderung in Höhe von bis zu 45 Millionen Euro zu erhalten.

Das sind die Gewinner der ersten Runde

Der Zukunftscluster M Cube aus München plant die Elektrifizierung und Automatisierung von Verkehrssystemen sowie die Entwicklung und Integration von zukunftsfähigen Mobilitätsoptionen im urbanen Umfeld. Dabei wird ein partizipativer Ansatz unter Einbezug von Bürgerinnen und Bürgern zur Gestaltung von Mobilitätsräumen am Beispiel der Metropolregion München verfolgt.

Im Fokus des Zukunftsclusters OTC_Rostock steht die nachhaltige Nutzung der Meere. Globale Problemfelder wie Energie, Ernährung oder Rohstoffgewinnung sollen aus Mecklenburg-Vorpommern mit innovativen Lösungen, u.a. für Offshore-Windkraft und automatisierte Unterwassertechnologien, bewältigt werden, um das fragile Gleichgewicht mariner Ökosysteme zu sichern.

Der Zukunftscluster NeuroSys aus der Region Aachen erforscht lernfähige und energieeffiziente neuromorphe KI-Chips. Das Ziel dahinter ist, eine intelligente und ressourcenschonende Vor-Ort-Datenverarbeitung zu erlauben und damit eine wesentliche Voraussetzung für KI-Anwendungen zu schaffen.

Der Zukunftscluster ProxiDrugs aus der Rhein-Main Region nutzt die Forschungserkenntnisse zu der jungen Substanzklasse der proximity- (das heißt durch Nähe) induzierenden Wirkstoffe, die den gezielten Abbau von krankheitsrelevanten Proteinen erlaubt. Somit wird die Entwicklung vieler neuer Therapieoptionen, zum Beispiel für onkologische, entzündliche, infektiöse, kardiovaskuläre und neurodegenerative Erkrankungen, eröffnet.

Der Zukunftscluster QSens aus der Region Stuttgart/Ulm erforscht innovative Quantensensoren, die bisher unerreichte Empfindlichkeit und räumliche Auflösung realisieren können. Dafür wird der Aufbau eines regionalen Innovationsökosystems angestrebt, das die hohe Einstiegshürde für die zunehmende Nutzung der Quantentechnologien deutlich reduziert.

Quantentechnologie erklärt

Quantencomputer können Aufgaben wesentlich schneller lösen als klassische Computer. - Bild: Bartek Wróblewski - stock.adobe.com

Was ist Quantentechnologie eigentlich? Auf welchen Phänomenen der Quantenphysik basiert die Technik? Warum sind Quantentechnologien so relevant? Wie kann Deutschland Technologieführer werden? Antworten auf all diese Fragen lesen Sie im Artikel "Quantentechnologie: Warum Deutschland jetzt handeln muss".

Sie wollen lieber lesen, wie ein Quantencomputer genau funktioniert und wofür sie eingesetzt werden, dann lesen Sie unseren Zweiteiler zum Thema: "Quantencomputer Teil 1: Wie die Technik funktioniert" und "Quantencomputer Teil 2: Wo sie gebraucht werden".

Warum die Quantensensorik wahrscheinlich als erstes die Industrie erobern wird, erfahren Sie in "Warum Quantensensoren immer wichtiger werden".

Mit dem Zukunftscluster SaxoCell soll im Raum Dresden/Leipzig ein sächsisches Zentrum für Zell- und Gentherapie wachsen. Innovative „lebende Arzneimittel“ werden mit dem Ziel erschlossen, eine breitere medizinische Anwendung und somit ein realistisches und tragbares Wirtschaftsmodell mit hohem Wertschöpfungspotenzial zu ermöglichen.

Der Zukunftscluster Wasserstoff beabsichtigt, die bereits vorhandene starke Expertise im Bereich der Wasserstofftechnologie im Raum Aachen und Jülich zu bündeln. Durch die Hinzuziehung weiterer Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft soll der gesamte Wasserstoff-Lebenszyklus – von der Erzeugung über die Speicherung bis hin zur Nutzung – betrachtet werden.

Quelle: BMBF

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