Die 9 größten chinesischen Automarken: Absatz, Strategie und Europa-Offensive
Chinesische Automarken gewinnen an Gewicht: BYD führt das Ranking 2026 vor SAIC und Geely. Zugleich forcieren die Hersteller Export, lokale Produktion und neue Modelle für Europa.
Chinesische Autohersteller bauen ihre Präsenz in Europa aus und setzen verstärkt auf Export, lokale Produktion und neue Antriebskonzepte. Aber welcher chinesische Autobauer ist der größte?Symbolbild - KI-generiert
Anzeige
• BYD führt mit 4,60 Mio. verkauften Fahrzeugen 2025 vor SAIC und Geely.
• Die neun größten chinesischen Herstellergruppen kommen zusammen auf rund 28,5 Mio. Fahrzeuge.
• Europa rückt mit neuen Werken, Vertriebsnetzen und Europa-spezifischen Modellen stärker in den Fokus.
• EU-Zölle und der Preiskampf in China beschleunigen die Lokalisierung und den Ausbau von Plug-in-Hybriden.
Warum chinesische Automarken an Bedeutung gewinnen
Chinas Automobilindustrie hat ihre Position binnen weniger Jahre deutlich verändert. Die neun größten Herstellergruppen des Landes verzeichneten 2025 zusammen rund 28,5 Mio. Fahrzeuge und halten damit rund 84 % des chinesischen Gesamtmarkts. Unter den Top 10 findet sich kein internationaler Automobilhersteller mehr. Tesla ist auf Rang 11 abgerutscht.
Für das Ranking steht der Fahrzeugabsatz im Mittelpunkt. Während eine frühere, nach Umsatz 2023 erstellte Liste SAIC vor BYD sah, hat BYD den staatlichen Wettbewerber inzwischen beim Absatz überholt.
Der chinesische Automarkt erreichte 2025 mit 34,4 Mio. verkauften Fahrzeugen ein neues Rekordniveau. Das entspricht einem Plus von 9,4 %. Auf Pkw entfielen 30,1 Mio. Einheiten, auf Nutzfahrzeuge 4,3 Mio. Die Inlandsverkäufe legten um 6,7 % auf 27,3 Mio. Fahrzeuge zu, während die Exporte um 21,1 % auf 7,1 Mio. Einheiten stiegen.
BYD, SAIC und Geely vereinen knapp 35 % des Gesamtabsatzes auf sich. Chinesische Marken kommen im Pkw-Segment mittlerweile auf mehr als 70 % Marktanteil. Gleichzeitig wächst der Druck: In den ersten fünf Monaten 2026 sank der Gesamtabsatz um 4,2 %, bei New Energy Vehicles (NEV) sogar um 16,5 %.
Europa gewinnt damit für die Hersteller weiter an Bedeutung. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Marktanteil chinesischer Autokonzerne in Westeuropa bei knapp 10 %. Bis Juli erreichten ihre Verkaufszahlen bereits das Niveau des gesamten Jahres 2025.
Anzeige
Die größten Autohersteller Chinas nach Absatz
Platzierung
Hersteller
Absatz 2025
1
BYD
4,60 Mio. Fahrzeuge
2
SAIC Motor
4,51 Mio. Fahrzeuge
3
Geely
3,60 Mio. Fahrzeuge
4
FAW Group
3,30 Mio. Fahrzeuge
5
Changan Automobile
2,91 Mio. Fahrzeuge
6
Chery
2,80 Mio. Fahrzeuge
7
Dongfeng Motor
2,47 Mio. Fahrzeuge
8
BAIC Group
1,75 Mio. Fahrzeuge
9
GAC Group
1,72 Mio. Fahrzeuge
Chinesische Automarken verlagern den Wettbewerb nach Europa
Die Entwicklung der chinesischen Automobilindustrie wird nicht mehr allein vom Absatz im Heimatmarkt geprägt. Die großen Hersteller bauen ihre internationalen Vertriebsnetze aus, entwickeln Modelle für regionale Anforderungen und bereiten lokale Produktionskapazitäten vor.
Gleichzeitig erhöht der intensive Wettbewerb in China den Expansionsdruck. BYD, SAIC, Geely und ihre Wettbewerber kombinieren unterschiedliche Antriebstechnologien, breite Markenportfolios und eine zunehmende Lokalisierung.
Anzeige
Europa wird damit zu einem zentralen Schauplatz dieser Entwicklung. EU-Zölle beschleunigen den Aufbau lokaler Produktion und stärken zugleich Plug-in-Hybride im Exportportfolio. Parallel drängen mit Leapmotor, Xiaomi Auto, Xpeng, NIO und Li Auto weitere Hersteller in den internationalen Wettbewerb.
Bilderstrecke: Die 9 absatzstärksten chinesischen Autobauer
BYD setzte 2025 insgesamt 4,60 Mio. Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Wachstum von 7,7 % und einem Anteil von 13,4 % am chinesischen Markt. Der 1995 in Shenzhen gegründete Batteriehersteller hat sich damit zum größten Automobilbauer Chinas entwickelt.
Der Absatz verteilt sich nahezu gleichmäßig auf rund 2,26 Mio. batterieelektrische Fahrzeuge und 2,29 Mio. Plug-in-Hybride. Genau diese Multitechnologie-Strategie prägt das Geschäft: BYD setzt parallel auf batterieelektrische Antriebe und Plug-in-Hybride.
Zum Portfolio gehören unter anderem Han, Seal, Dolphin, Tang, ATTO 3 und Yuan UP sowie Nutzfahrzeuge, Busse und Gabelstapler. Die Premium-Marke Yangwang soll 2027 nach Europa kommen.
Anzeige
Besonders weit fortgeschritten ist die Lokalisierung in Europa. In Szeged investiert BYD rund 4 Mrd. EUR in sein erstes europäisches Pkw-Werk. Die Versuchsproduktion begann im Januar 2026. Im vierten Quartal soll die Serienfertigung mit dem Dolphin Surf anlaufen. Die anfängliche Kapazität von 150.000 Fahrzeugen pro Jahr soll langfristig auf 300.000 steigen.
Bis 2028 will BYD alle in Europa verkauften Elektroautos lokal fertigen. Langfristig sind drei europäische Montagewerke sowie eine Batteriefabrik geplant. Parallel wächst das Vertriebsnetz: Die rund 1.000 europäischen Verkaufsstellen von Ende 2025 sollen bis Ende 2026 auf 2.000 verdoppelt werden.
In Deutschland kam BYD im ersten Halbjahr 2026 auf 26.252 Zulassungen. Das entspricht einem Plus von 315 %. Damit überholte das Unternehmen MG als stärkste chinesische Marke.
Anzeige
Im Heimatmarkt steht BYD allerdings unter Druck. Bis August 2026 gingen die Verkäufe um 32,7 % zurück. Chairman Wang Chuanfu spricht vom "Knockout-Stadium" des chinesischen Preiskampfs. Hinzu kommen EU-Anti-Subventionszölle von 17 %. BYD reagiert unter anderem mit einem stärkeren Fokus auf Plug-in-Hybride in Europa. Der Seal U als Plug-in-Hybrid ist bereits der Bestseller der Marke auf dem Kontinent.
SAIC Motor folgt mit rund 4,51 Mio. Fahrzeugen auf Rang zwei. Der Absatz stieg 2025 um 12,4 %. Der Marktanteil im chinesischen Gesamtmarkt beträgt 12,8 %.
Zum Konzern gehören die Eigenmarken MG, Roewe, Maxus und Rising sowie Joint Ventures mit Volkswagen, General Motors und Wuling. Für das Europageschäft spielt insbesondere MG eine zentrale Rolle.
Die Marke überschritt 2021 in Europa erstmals 50.000 verkaufte Fahrzeuge. 2022 folgten 100.000 Einheiten, 2023 mehr als 200.000 und 2025 schließlich über 300.000 Fahrzeuge. Allein die Hybrid+-Familie kam in Europa auf 137.000 Einheiten und damit auf ein Plus von 300 %.
SAIC verfolgt eine "Glocal"-Strategie aus globalem Export und lokaler Marktbearbeitung. Geprüft wird ein eigenes Werk in Galicien mit einer Zielkapazität von 120.000 Fahrzeugen bis Ende 2028. Spanien gilt laut Vorlage als wahrscheinlichster Standort.
Parallel entstehen Europa-spezifische Fahrzeuge. Auf den MG4 soll mit dem MG2 ein Kompaktwagen folgen, der stärker auf europäische Anforderungen zugeschnitten ist.
2025 exportierte SAIC insgesamt 1,07 Mio. Fahrzeuge. Im ersten Halbjahr 2026 gingen 211.327 Pkw nach Europa. Belastet wird das Geschäft durch einen EU-Zollsatz von 35,3 %. Der Hersteller setzt deshalb verstärkt auf lokale Fertigung und Plug-in-Hybride.
Geely setzte nach CAAM-Daten 2025 rund 3,60 Mio. Fahrzeuge ab. Mit einem Plus von 37,5 % verzeichnete der Konzern die höchste Wachstumsrate unter den drei größten chinesischen Herstellern. Der Marktanteil liegt bei 10,5 %.
Je nach Abgrenzung unterscheiden sich die Absatzzahlen. Geely Automobile Holdings mit Geely, Geely Galaxy, Zeekr und Lynk & Co kam auf 3,02 Mio. Fahrzeuge. Die gesamte Geely Holding Group einschließlich Volvo Cars, Polestar und Lotus erreichte 4,11 Mio. Einheiten.
Die Strategie basiert auf einem breiten Markenportfolio und technologischer Integration. 2025 leitete Geely unter dem Motto "One Geely" eine Konsolidierung ein. Geely Auto, Lynk & Co und Zeekr wurden enger integriert, zudem übernahm der Konzern sämtliche ausstehenden Zeekr-Anteile. Damit sollen Synergien in Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Vertrieb gehoben werden.
Geely und Geely Galaxy adressieren den Massenmarkt, Zeekr das Premium-EV-Segment. Hinzu kommen Lynk & Co, Volvo Cars, Polestar, Lotus und smart als Joint Venture mit Mercedes-Benz.
Bis 2030 strebt die Geely Holding weltweite Verkäufe von mehr als 6,5 Mio. Fahrzeugen an. Der NEV-Anteil soll auf 75 % steigen, ein Drittel der Verkäufe soll außerhalb Chinas erzielt werden.
Die China FAW Group kam 2025 auf 3,30 Mio. Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 3,2 % und einem Marktanteil von 9,6 %. Der Jahresumsatz überstieg 541,5 Mrd. RMB.
FAW arbeitet mit den Eigenmarken Hongqi, Jiefang und Bestune sowie Joint Ventures wie FAW-Volkswagen und FAW Toyota. Die Joint Ventures lieferten 2025 rund 2,36 Mio. Fahrzeuge und damit 71,5 % des Gruppenabsatzes. Die Eigenmarken kamen auf mehr als 940.000 Einheiten, ein Plus von 15 %.
Eine zentrale Rolle spielt Hongqi. Die Luxusmarke verkaufte 2025 insgesamt 460.063 Fahrzeuge und wuchs damit das achte Jahr in Folge. Auf der Beijing Auto Show 2026 wurde Hongqi in drei Submarken gegliedert: Golden Sunflower, die Kernmarke Hongqi mit der H-Serie und Tiangong.
Der NEV-Anteil von Hongqi lag 2025 bei 32,3 % beziehungsweise rund 149.000 Fahrzeugen. Bestune erreichte dagegen bei 200.000 Verkäufen bereits 178.000 NEV-Einheiten.
Für 2026 hat FAW ein Gruppenziel von 3,546 Mio. Fahrzeugen ausgegeben. Hongqi soll davon 550.000 Einheiten beitragen und bis 2028 die Marke von einer Million Fahrzeugen erreichen.
Changan verkaufte 2025 rund 2,91 Mio. Fahrzeuge und erreichte damit einen Marktanteil von 8,5 %. Zum Markenportfolio gehören Changan, Deepal, Avatr, Kaicene und Changan Nevo sowie Joint Ventures mit Ford, Mazda und Suzuki.
Avatr wird in Zusammenarbeit mit Huawei und CATL entwickelt und ist im Segment intelligenter Elektrofahrzeuge positioniert. Deepal adressiert dagegen das Volumensegment der Elektromobilität.
Seit März 2025 baut Changan seine europäischen Aktivitäten aus. Der Konzern plant den Vertrieb in zehn europäischen Ländern. Ein Designzentrum in Turin, ein Antriebszentrum in Birmingham und ein weiteres Designzentrum für Avatr bilden die Entwicklungsbasis.
Unter Chefdesigner Klaus Zyciora entstehen Europa-spezifische Kompaktwagen, SUVs und Pick-ups, deren Markteinführung ab Ende 2027 geplant ist. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete Changan mit 468,5 % das höchste Exportwachstum unter den Top 10.
Im chinesischen Heimatmarkt entwickelte sich das Geschäft dagegen schwächer. In den ersten fünf Monaten 2026 sank der Absatz um 19,4 %.
Warum Chery beim Export eine Sonderrolle spielt
Chery setzte nach CAAM-Daten 2025 rund 2,80 Mio. Fahrzeuge ab. Die Exporte erreichten 1,34 Mio. Fahrzeuge in mehr als 100 Ländern und Regionen. Damit ist Chery der einzige chinesische Hersteller in der Vorlage, dessen Exportvolumen mehr als die Hälfte des Gesamtabsatzes erreicht.
Die Eigenangaben des Unternehmens weisen 2,63 Mio. Fahrzeuge aus. Die Differenz beruht auf unterschiedlichen Zählweisen. CAAM berücksichtigt den Werksabsatz einschließlich Exporten und gewerblicher Flottengeschäfte, während die Unternehmensangaben den Retail-Absatz von Chery, Omoda, Jaecoo und Jetour erfassen.
Die internationale Strategie basiert auf mehreren Marken. Chery, Omoda, Jaecoo und Jetour bedienen unterschiedliche Segmente. Mit Lepas kommt eine weitere internationale Marke hinzu, die speziell für Europa entwickelt wird.
2025 verkaufte Chery rund 135.000 Fahrzeuge der Marken Omoda und Jaecoo in Europa. Im ersten Halbjahr 2026 exportierte der Konzern 262.331 Fahrzeuge nach Europa. Das entspricht einem Plus von 274 %.
In Barcelona arbeitet Chery mit EV Motors zusammen und hat 40 % am ehemaligen Nissan-Werk übernommen. Die angestrebte Kapazität beträgt 200.000 Fahrzeuge pro Jahr. Gespräche über die Nutzung des Nissan-Werks im britischen Sunderland laufen ebenfalls.
Dongfeng setzte 2025 rund 2,47 Mio. Fahrzeuge ab. Das waren 0,3 % weniger als im Vorjahr. Die NEV-Verkäufe stiegen dagegen um 21 % auf 1,05 Mio. Einheiten.
Unter der Strategie "DF Advance 2030" will der Konzern bis 2030 einen Gesamtabsatz von 5 Mio. Fahrzeugen erreichen. Davon sollen 70 % NEVs sein, 40 % sollen exportiert werden. Für 2026 liegt das Ziel bei 3,25 Mio. Fahrzeugen.
Zum Markenportfolio gehören Voyah, M-Hero, eπ, Nammi und Yijin. Während die früher dominierenden Joint Ventures mit Nissan und Honda an Gewicht verlieren, stehen die Eigenmarken bereits für mehr als 60 % des Absatzes.
Voyah bildet die Speerspitze in Europa. Die Marke ist in mehr als 40 Ländern aktiv und verfügt weltweit über mehr als 240 Verkaufsstellen. Im Mai 2026 unterzeichneten Dongfeng und Stellantis eine Absichtserklärung für ein europäisches Joint Venture. Stellantis soll 51 %, Dongfeng 49 % halten. Vertrieb, Fertigung und F&E von Dongfengs NEV-Modellen in Europa sollen darüber organisiert werden.
Auch technologisch investiert der Konzern. Über drei Jahre sind 50 Mrd. RMB für Forschung und Entwicklung vorgesehen. Die Dongfeng-Quantum-Architektur unterstützt batterieelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride und Reichweitenverlängerer mit 800-Volt-Schnellladung. Die Massenproduktion von Feststoffbatterien ist laut Vorlage für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Wie BAIC technologisch aufholen will
BAIC setzte 2025 rund 1,75 Mio. Fahrzeuge ab und kam damit auf einen Marktanteil von 5,1 %. Die Eigenmarken steuerten 1,07 Mio. Einheiten beziehungsweise 61 % zum Gesamtabsatz bei.
Mit der Initiative "Drei-Jahres-Sprung" will BAIC bis 2027 mehr als 3 Mio. Fahrzeuge verkaufen und in die Top 6 der Branche vorstoßen. Für 2026 sind 2,2 Mio. Fahrzeuge geplant.
Die Markenarchitektur konzentriert sich auf BAIC, ARCFOX und STELATO. Hinzu kommen die Joint Ventures Beijing Benz und Beijing Hyundai.
ARCFOX entwickelte sich 2025 zum Wachstumstreiber. Die Marke verkaufte 163.000 Fahrzeuge, ein Plus von 101 %. Im Dezember 2025 erhielt BAIC als erster Hersteller die Typgenehmigung des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie für autonomes Fahren auf Level 3.
Mehr als 10 % des Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung. Für 2026 sind 14,91 Mrd. RMB vorgesehen. Bis 2030 will BAIC mehr als 100 Mrd. RMB in Kerntechnologien investieren.
GAC setzte 2025 rund 1,72 Mio. Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Rückgang um 13,9 % und damit dem stärksten Minus unter den Top 10. In den ersten fünf Monaten 2026 zeigte sich mit einem Plus von 3,8 % eine Erholung.
Zum Konzern gehören Trumpchi, Aion, Hyptec und Hycan. Wichtige Joint-Venture-Partner sind Toyota und Honda.
Mit "ONE GAC 2.0" will das Unternehmen seine Lokalisierung auf internationalen Märkten beschleunigen. Die Eigenmarken kamen 2025 im Ausland auf rund 125.000 Fahrzeuge, 48 % mehr als im Vorjahr. GAC ist in 87 Ländern präsent und verfügt über 630 Vertriebs- und Servicestellen sowie fünf KD-Werke im Ausland.
Für 2026 beträgt das Auslandsziel 250.000 Fahrzeuge. Die globale Expansion soll damit eine zweite Wachstumskurve eröffnen, während insbesondere die Eigenmarken die Schwäche der Joint Ventures kompensieren sollen.
Great Wall Motor folgt hinter den Top 9
Great Wall Motor erreichte 2025 mit 1,32 Mio. Fahrzeugen einen neuen Jahresrekord. Das Plus betrug 7,4 %, der Marktanteil 3,8 %. Zum Konzern gehören Haval, Wey, Ora, GWM Pickup und Tank.
506.787 Fahrzeuge wurden 2025 im Ausland verkauft. GWM betreibt Fahrzeugwerke in Thailand, Brasilien und Russland sowie KD-Werke in Pakistan, Vietnam und Tunesien. Die Produkte werden in mehr als 170 Ländern angeboten.
Die im Januar 2026 präsentierte Guiyuan-Plattform unterstützt fünf Antriebsarten: Verbrenner, HEV, PHEV, BEV und FCEV. Für 2026 plant GWM 1,8 Mio. Fahrzeuge, davon 600.000 im Ausland.
Der NEV-Anteil liegt allerdings bei rund 30 % und damit unter dem in der Vorlage genannten Marktdurchschnitt von mehr als 50 %.
Welche chinesischen Automarken könnten weiter aufsteigen?
Hinter den etablierten Konzernen wächst eine Gruppe neuer Wettbewerber. Leapmotor lieferte 2025 insgesamt 596.555 Fahrzeuge aus, ein Plus von 103 %. Über das Joint Venture mit Stellantis ist das Unternehmen in mehr als 35 Märkten mit 800 Verkaufsstellen vertreten. Ab dem dritten Quartal 2026 ist eine lokale Produktion im Stellantis-Werk Figueruelas in Spanien geplant.
Xiaomi Auto lieferte im ersten vollen Produktionsjahr mehr als 400.000 Fahrzeuge aus. Der Markteintritt in Europa ist für 2027 vorgesehen.
Xpeng kam 2025 auf 429.445 Fahrzeuge und damit auf ein Plus von 126 %. Die europäische Expansion erfolgt über Direktvertrieb und Händler in acht Ländern. Zudem hat Xpeng ein eigenes Werk in Spanien angekündigt.
NIO erreichte mit 326.028 Fahrzeugen ebenfalls einen Rekord und wuchs um 46,9 %. In Europa blieb der Absatz 2025 mit 1.578 Einheiten allerdings niedrig.
Li Auto lieferte 406.000 Fahrzeuge aus, 18,8 % weniger als im Vorjahr. Das Unternehmen gründete 2025 eine eigene Auslandsabteilung und eröffnete ein F&E-Zentrum in München.
Wie EU-Zölle die Europa-Strategie verändern
Seit Oktober 2024 erhebt die EU auf in China produzierte Elektroautos Anti-Subventionszölle. Zusätzlich zum regulären Importzoll von 10 % liegen die Sätze je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3 %.
Im Januar 2026 einigten sich Brüssel und Peking auf einen Rahmen für Preisverpflichtungen. Hersteller könnten die Zusatzzölle vermeiden, wenn sie ihre Elektroautos in Europa nicht unter festgelegten Mindestpreisen verkaufen. Die Verhandlungen dauern laut Vorlage weiter an.
Die Hersteller reagieren gleichzeitig mit einer stärkeren Lokalisierung. BYD baut in Ungarn, SAIC prüft eine Fertigung in Spanien, Chery nutzt das ehemalige Nissan-Werk in Barcelona, Leapmotor setzt auf ein Stellantis-Werk in Spanien und Dongfeng plant eine Fertigung in Frankreich.
Dabei kommen sowohl neue Werke als auch bestehende Produktionsstandorte zum Einsatz. Gleichzeitig verschiebt sich das Exportportfolio. Da Plug-in-Hybride nicht von den Anti-Subventionszöllen betroffen sind, gewinnen sie an Bedeutung.
Im ersten Quartal 2026 stiegen die Plug-in-Hybrid-Exporte nach Europa um 152,4 % auf 106.000 Fahrzeuge. Die Exporte rein batterieelektrischer Modelle legten im selben Zeitraum um 94,6 % zu.
Im Februar 2026 wurde der in China gefertigte Cupra Tavascan laut Vorlage als erstes Modell von den Zusatzzöllen befreit, nachdem Volkswagen Anhui einen Mindestpreis akzeptiert hatte. BMW verhandelt über eine vergleichbare Lösung für in China gefertigte Mini-Modelle.
Welche chinesischen Automarken sind in Deutschland stark?
BYD erreichte im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland 26.252 Zulassungen und damit ein Plus von 315 %. Das Angebot umfasst in Europa 13 Pkw-Modelle. Das Vertriebsnetz in Deutschland besteht aus mehr als 200 Händlern.
MG kam im selben Zeitraum auf 16.152 Zulassungen, ein Plus von 40 %. Seit 2021 wurden in Deutschland kumuliert mehr als 85.000 Fahrzeuge der Marke verkauft.
Leapmotor verzeichnete 8.402 Zulassungen und ein Plus von 307 %. smart erreichte 4.218 Zulassungen, XPeng 3.357 und Polestar 2.429.
Auch Zeekr ist seit Dezember 2025 mit dem Zeekr X in Deutschland aktiv. Ora von Great Wall Motor ist ebenfalls auf dem deutschen Markt vertreten. Insgesamt kamen chinesische Marken 2025 auf rund 68.000 Fahrzeuge und etwa 2,4 % des deutschen Marktes.
Die wichtigsten Fragen zu chinesischen Automarken
Welche chinesische Automarke ist die größte? - Die größte chinesische Automobilmarke ist BYD (Build Your Dreams) mit 4,60 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025. BYD hat SAIC, den früheren Spitzenreiter nach Umsatz, im Absatz überholt und ist weltweit der führende Hersteller von Elektroautos und Plug-in-Hybriden. SAIC folgt mit 4,51 Millionen Fahrzeugen auf Platz 2.
Welche chinesischen Marken gibt es in Deutschland? - In Deutschland sind derzeit BYD, MG, Leapmotor, smart, XPeng, Polestar, Zeekr, Ora und Nio aktiv. BYD ist mit 26.252 Zulassungen im ersten Halbjahr 2026 die stärkste chinesische Marke in Deutschland. Weitere Marken wie BAIC, Dongfeng und FAW sind teilweise präsent oder planen den Markteintritt.
Warum sind chinesische E-Autos so erfolgreich? - Chinesische E-Autos profitieren von drei entscheidenden Vorteilen: einer vollständig integrierten Lieferkette – insbesondere bei Batterien, Leistungselektronik und Software –, staatlicher Unterstützung durch Subventionen und Infrastrukturinvestitionen sowie einer aggressiven Exportstrategie. Hinzu kommt eine beeindruckende Geschwindigkeit in Forschung, Entwicklung und Skalierung. Chinesische Hersteller können Elektroautos rund 20 Prozent günstiger anbieten als europäische Wettbewerber. Die Konzentration auf das Software-defined Vehicle, intelligentes Fahren und überlegene Batterietechnologie verschafft ihnen einen technologischen Vorsprung.
Was bedeuten die EU-Zölle für chinesische E-Autos? - Die EU erhebt seit Oktober 2024 Anti-Subventionszölle auf in China gefertigte Elektroautos, die je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3 Prozent zusätzlich zum regulären Importzoll von 10 Prozent betragen. BYD zahlt 17 Prozent, Geely 18,8 Prozent und SAIC 35,3 Prozent. Im Januar 2026 einigten sich EU und China auf einen Rahmen für Mindestpreise (Preisverpflichtungen), der die Strafzölle mittelfristig ersetzen soll. Die Verhandlungen dauern an. Plug-in-Hybride sind von den Strafzöllen nicht betroffen, weshalb viele chinesische Hersteller ihre Exporte auf PHEVs verlagern.
Bauen chinesische Autos in Europa? - Ja, mehrere chinesische Hersteller bauen Fabriken in Europa, um die EU-Zölle zu umgehen und näher am Markt zu produzieren. BYD errichtet ein Werk in Szeged, Ungarns (Investition: 4 Milliarden Euro, Kapazität: 150.000 bis 300.000 Fahrzeuge pro Jahr). SAIC plant ein Werk in Galicien, Spanien (120.000 Einheiten bis 2028). Chery nutzt das ehemalige Nissan-Werk in Barcelona. Leapmotor produziert im Stellantis-Werk Figueruelas in Spanien. Dongfeng plant die Fertigung am Stellantis-Werk in Rennes, Frankreich. BYD strebt an, bis 2028 alle in Europa verkauften EVs lokal zu produzieren und plant langfristig drei europäische Montagewerke sowie eine Batteriefabrik.
Welche neuen chinesischen Automarken sind auf dem Vormarsch? - Die dynamischsten neuen Marken sind Leapmotor (596.555 Fahrzeuge 2025, Joint Venture mit Stellantis), Xiaomi Auto (über 400.000 Fahrzeuge im ersten vollen Produktionsjahr), Xpeng (429.445 Fahrzeuge, +126 Prozent) und NIO (326.028 Fahrzeuge, +46,9 Prozent). Li Auto erreichte 406.000 Fahrzeuge. Diese "neuen Kräfte" konkurrieren zunehmend mit den etablierten Herstellern und treiben die Innovation bei Software, autonomem Fahren und Batterietechnologie voran.