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Fabrik des Jahres 2026: Die wichtigsten Gründe, in Dortmund dabei zu sein

Vom 18.–19. März 2026 trifft sich die Produktions­branche in der Dortmunder Westfalenhalle zur Fabrik des Jahres. Der traditionsreiche Kongress wird zum Schaufenster für KI‑gestützte Produktionsplanung, digitale End‑to‑End‑Prozesse, nachhaltige Fabriken und geopolitische Einflüsse auf die Industrie. Ein Besuch lohnt sich für alle, die von der Zukunft der Fertigung profitieren wollen.

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Alle Sieger der Fabrik des Jahres erhalten ihre Trophäen im März 2026. Kommen auch Sie zum Kongress in Dortmund!

Fertigungs­experten unter sich: Wenn die "Fabrik des Jahres" ruft, kommen jedes Jahr Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Maschinenbau, IT‑Unternehmen und Beratung aus aller Herren Länder nach Deutschland. Seit mehr als drei Jahrzehnten werden auf dem Event die besten Produktions­standorte der Welt prämiert - der entsprechende Industrie‑Benchmark‑Wettbewerb, der von den Experte von Kearney geleitet wird, gilt als einer der renommiertesten der Welt. Der zugehörige Kongress hat sich zu einer Plattform entwickelt, auf der Preisträger ihre Erfolgs­rezepte erläutern und Visionen für die Produktion von morgen diskutieren. In der 34. Auflage, die am 18. und 19. März 2026 in der Westfalenhalle Dortmund stattfindet, steht vor allem die Verbindung von Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit im Fokus.

Ein Kongress mit Tradition und Zukunft

Der Kongress verbindet Wettbewerb, Fachausstellung und Networking. Zwei volle Tage voller Inspiration, Transformation und persönlichem Austausch warten auf die Besucherinnen und Besucher. Hochkarätige Sprecherinnen und Sprecher zeigen anhand konkreter Werke, wie sie Automatisierung, Künstliche Intelligenz (KI) oder Kreislaufwirtschaft in ihren Unternehmen verankert haben. Die Ergebnisse der Fabrik des Jahres zeigen immer wieder: Spitzenleistungen entstehen nicht aus Zufall, sondern aus strategischer Weitsicht, konsequenter Umsetzung und dem Mut, neue Technologien früh zu adaptieren. In Dortmund können Teilnehmende nicht nur die Siegerfabriken hautnah kennenlernen, sondern auch mit Top‑Entscheidern darüber diskutieren, welche Trends die Produktion in den nächsten Jahren prägen.

Tag 1 – Von KI‑gestützter Planung bis zur Smart Factory

Den Auftakt macht eine Keynote von Waqaas Rehman, Head of Strategic Partnerships beim KI‑Unternehmen InstaDeep. Unter dem Titel „Automatisierte Produktionsplanung in Zeiten von Unsicherheiten“ wird er erläutern, wie sich künstliche Intelligenz nutzen lässt, um Fertigungsabläufe flexibel und effizient zu steuern. Volatile Märkte, schwankende Nachfrage und geopolitische Spannungen zwingen Unternehmen, ihre Planungs­systeme neu zu denken. KI‑basierte Algorithmen können Szenarien durchspielen, Engpässe früh erkennen und Maschinen dynamisch einplanen. Für Fabrikleitende ist das eine Chance, Kosten zu senken und gleichzeitig die Resilienz zu erhöhen.

Daniel Stengel, Director und Projektleiter Fabrik des Jahres bei Kearney.

Direkt im Anschluss steht ein Impuls von Daniel Stengel, Partner und Projektleiter "Fabrik des jahres" bei Kearney unter dem Motto „Von Silo‑Lösungen zu End‑to‑End‑Durchbrüchen“ auf dem Programm. Viele Werke haben in den vergangenen Jahren einzelne Maschinen oder Prozesse digitalisiert, doch die großen Effizienzsprünge entstehen erst, wenn Daten über die gesamte Wertschöpfungskette verfügbar sind. Der Vortrag soll zeigen, wie Unternehmen Insellösungen aufbrechen und durchgängige Datenströme etablieren können – von der Bestellung über die Fertigung bis zum Kundenservice. Aspekte wie interoperable Plattformen, Industrial IoT und standardisierte Schnittstellen stehen hier im Fokus.

Ein Höhepunkt des ersten Tages ist der Erfahrungsbericht von Dr.‑Ing. Tobias Hallmann, Leiter Global Industrial Engineering bei der Egeplast International GmbH, dem Sieger der Rubrik "Hervorragende Transformation: Digitalisierung & Automatisierung".  Das Unternehmen hat mit der egeGigaFab eine neue Maßstäbe setzende Rohrproduktionsfabrik errichtet. Unter dem Titel „Nachhaltig digital – Die egeGigaFab als Wegbereiter für die Produktion von morgen“ erklärt Hallmann, wie konsequent digitalisierte Prozesse, 3D‑gedruckte Werkzeuge und datenbasierte Qualitäts­sicherung miteinander verzahnt wurden.

Eine weiterer Vortrag widmet sich dem Sieger der Rubrik "Hervorragende Transformation Standort" : René Weber, Werkleiter und VP Operations der Eppendorf Zentrifugen GmbH, berichtet, wie die Corona‑Pandemie zum Veränderungs‑Turbo für den Standort Leipzig wurde. Der Vortrag „Wie Corona zum Veränderungs‑Turbo für uns wurde!“ zeigt, dass Krisen auch Chancen sind: In Leipzig wurde die Fertigung digitalisiert, Prozesse wurden neu aufgesetzt und Mitarbeitende für die Arbeit im Smart‑Factory‑Umfeld qualifiziert.

Am Nachmittag verlassen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Westfalenhalle und fahren zum Wilopark. Georg Weber, Global CTO der Wilo Group, und Michael Ranft, Regional CTO von Wilo Europe, öffnen dort die Tore zur Smart Factory des Jahres 2024 . Aus gutem Grund: Bereits 2022 erhielt die Wilo‑Smart‑Factory in der Kategorie „Hervorragende Transformation: Digitalisierung“ eine Auszeichnung, 2024 folgte der Gesamtsieg. Vom Skywalk des Wiloparks aus erleben die Gäste, wie Künstliche Intelligenz, digitale Abläufe und Cobots zusammenwirken. In der live kommentierten Führung erhalten sie exklusive Einblicke und diskutieren mit den Gastgebern über digitale Durchgängigkeit, Ressourceneffizienz und Mensch‑Maschine‑Interaktion. Für viele ist diese Exkursion das Highlight des ersten Tages, denn sie zeigt, wie eine konsequente Transformation in kurzer Zeit Erfolge bringt.

Tag 2 – Von Embodied AI bis zu geopolitischen Herausforderungen

Infos zum Kongress
"Die Fabrik des Jahres" 2026

Der zweite Kongresstag beginnt mit der Frage, wie „Embodied AI“ die deutsche Industrie verändern wird. Gemeint ist die Verschmelzung von KI‑Algorithmen mit physischen Robotern und Fertigungssystemen. Embodied AI ermöglicht, dass Maschinen ihre Umgebung wahrnehmen, aus Erfahrungen lernen und Aufgaben adaptiv ausführen. In deutschen Werken, die mit Fachkräftemangel und steigenden Qualitätsanforderungen kämpfen, könnte dieser Ansatz Produktions­abläufe revolutionieren – etwa durch selbstoptimierende Montageroboter oder lernfähige Logistikfahrzeuge. Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Institut für industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb IFF – Universität Stuttgart, beleuchtet das Thema in seiner Keynote fundiert und aus allen Blickwinkeln.

Ebenfalls zukunftsträchtig ist die Keyynote von Frank Göller, Program Lead Catena‑X für den Volkswagen‑Konzern und die Audi AG sowie Vorstandsmitglied des Catena‑X e.V. In seinem Vortrag „Catena‑X@Circular Economy“ erläutert er, wie das offene Daten‑Ökosystem Catena‑X die Automobilproduktion transparent und nachhaltig machen will. Catena‑X vernetzt OEMs, Zulieferer und Recycling­firmen, damit Daten zu Materialien, CO₂‑Fußabdrücken oder Lieferanten verfügbar sind. Göller wird zeigen, wie zirkuläre Geschäftsmodelle entstehen, wenn Bauteile über ihren Lebenszyklus digital begleitet werden. Für Produzenten bietet das Projekt die Chance, Wertschöpfungsketten zu sichern und gesetzliche Transparenzanforderungen zu erfüllen.

Ein weiterer Preisträger folgt mit Christian Mayer, Geschäftsführer Produktion bei SEW‑Eurodrive. Er stellt mit „Smart Factory der Zukunft – Halle Nord“ die Siegerfabrik in der Kategorie „Hervorragende Serienfertigung“ vor. In Graben‑Neudorf produziert das Unternehmen seit 2024 Getriebeteile nach den Prinzipien einer Smart Factory. Flexible Fertigungslinien, eine weitgehend vollautomatische Materialzuführung und ein durchgängiges Datenmodell ermöglichen kurze Durchlaufzeiten und hohe Produktqualität. Der Preis würdigt den hohen Automatisierungsgrad und die gelungene Integration von Mensch und Technik.

Wolfgang Meyer, CEO der Maplan Group, präsentiert im Anschluss den Gewinner der Kategorie „Hervorragende Kleinserienfertigung“ . Der Vortrag „Sondermaschinenbau im Takt“ zeigt, wie Maplan mit modular aufgebauten Fertigungszellen und digital unterstützter Montage auch bei Stückzahl 1 produktiv bleibt. Kleinstserien und kundenspezifische Anlagen gelten gemeinhin als Gegenspieler der Automatisierung – Maplan beweist das Gegenteil.

Nach der Mittagspause wird der GEO‑Award (Global Excellence in Operations) verliehen. Jan Niklas Töws, Director of Operations & Supply Chain Management der Jacob Group, führt mit „Wir leben Jacob!“ durch ein Familienunternehmen, das seine Wurzeln in der Produktion von Rohrsystemen hat und sich mit Lean‑Management, digitaler Rückverfolgbarkeit und einer werteorientierten Unternehmenskultur neu erfunden hat. Seine Botschaft: Exzellenz in den Abläufen muss von den Menschen getragen werden.

Warum Sie an der "Fabrik des Jahres" Teilnehmen sollten:

Die Fabrik des Jahres 2026 bietet mehr als eine Bühne für Preisverleihungen. Sie ist ein Treffpunkt für Menschen, die die industrielle Zukunft mitgestalten wollen. In Dortmund lernen Sie nicht nur von den Erfolgen der Preisträger, sondern erleben live, wie neue Technologien in der Praxis funktionieren – vom Einsatz von Cobots in der Wilo‑Factory bis zur durchgängigen Datenstrategie bei Rittal. Die Kombination aus Best‑Practice‑Vorträgen, Live‑Demo, Fachausstellung und persönlichem Austausch macht den Unterschied. Eine Startup‑Challenge sorgt zudem dafür, dass frische Ideen sichtbar werden und die etablierten Unternehmen mit jungen Innovatoren ins Gespräch kommen.

Wer die drängenden Themen der Branche wie Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, KI‑Integration oder geopolitische Risiken verstehen möchte, findet hier den passenden Rahmen. Die Rednerinnen und Redner erläutern offen, welche Hürden sie gemeistert haben, und zeigen Wege, wie man Transformation im eigenen Unternehmen initiiert. Damit liefert der Kongress nicht nur Inspiration, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen.

Der Höhepunkt der Siegerehrungen ist die Auszeichnung der Fabrik des Jahres. Dennis Benfer, Head of Digital Processes/Production Planning bei Rittal, berichtet, wie das Werk Haiger vom Industrie‑4.0‑Werk zum KI‑Werk transformiert wurde. Unter dem Motto „Vom Industrie 4.0‑Werk zum KI‑Werk: E2E‑Kundenzentrierung als Leitprinzip der Transformation“ schildert er den Weg zu einer End‑to‑End‑vernetzten Wertschöpfung, in der Kundendaten direkt in die Produktions­steuerung einfließen. Rittal zeigt, dass der nächste Schritt nach der Digitalisierung die konsequente Nutzung von KI ist – nicht nur zur Effizienz­steigerung, sondern zur besseren Bedienung individueller Kundenwünsche.

Expert*innentalk und Closing Keynote

Ab 15:00 Uhr diskutieren Christin Schack, VP & Managing Director Central Europe und Vorsitzende der Geschäftsführung bei 3M, Annika Bahl, Director Global Government & Public Affairs bei WILO SE, und Michael Scharfschwerdt, Senior Advisor Geopolitics bei Kearney, über „Machtpolitik 2026: Globale Herausforderungen und die Rolle der USA“. Die geopolitische Lage beeinflusst Lieferketten, Rohstoff­preise und Investitionsentscheidungen. Im Talk geht es darum, wie Unternehmen sich auf drohende Handelskonflikte, Regulierungsvorschriften und eine mögliche Deglobalisierung einstellen können. Dass die Organisatoren dieses Thema aufs Podium holen, zeigt: Produktions­exzellenz ist heute untrennbar mit geopolitischem Verständnis verbunden.

FAQ zur Fabrik des Jahres

Was ist die Fabrik des Jahres? - Ein Benchmarkwettbewerb mit Kongress, der seit mehr als 30 Jahren die besten Produktions­standorte der Welt auszeichnet. Er und zählt zu den renommiertesten Industrie‑Benchmark‑Wettbewerben. Der zugehörige Kongress bietet Vorträge, Werksbesichtigungen und Networking.

Wann und wo findet die Veranstaltung statt? - Der Kongress 2026 steigt am 18. und 19. März 2026 in der Westfalenhalle in Dortmund.

Welche Themen stehen im Fokus? - Im Mittelpunkt stehen KI‑gestützte Produktionsplanung, Digitalisierung über die gesamte Wertschöpfungskette, nachhaltige Fabriken, Transformationserfahrungen der Preisträger und geopolitische Herausforderungen.

Wer sind die wichtigsten Sprecher:innen? - Zu den bestätigten Rednern zählen unter anderem Waqaas Rehman (InstaDeep) über automatisierte Produktionsplanung, Dr.-Ing. Tobias Hallmann (egeplast international) über die egeGigaFab, René Weber (Eppendorf Zentrifugen GmbH) mit einem Erfahrungsbericht zur Pandemie‑Transformation, Frank Göller (Volkswagen AG/Audi AG) zum Catena‑X‑Ökosystem, Christian Mayer (SEW‑EURODRIVE), Wolfgang Meyer (MAPLAN Group), Jan Niklas Töws (JACOB Group) und Dennis Benfer (Rittal) als Gewinner der einzelnen Kategorien. Zudem diskutieren Christin Schack, Annika Bahl und Michael Scharfschwerdt über geopolitische Fragen.