Bei Kuka ändert sich einiges in Sachen IIoT

Bei Kuka ändert sich einiges in Sachen IIoT. - Bild: Kuka

| von Susanne Nördinger

Kuka hat das Startup Connyun – eine 100prozentige Tochter des Kuka-Konzerns mit Fokus auf Cloud-Plattformen - an Körber Digital verkauft. Als Anbieter einer Plattform-as-a-Service (PaaS) Lösung entwickelt Connyun Software und Services, mit denen Kunden ihre Logistik- und Produktionsprozesse optimieren können. (Mehr zum Verkauf lesen Sie hier.)

Dr. Christian Schlögel, den Kuka als absoluten Softwarespezialisten mit langjähriger Erfahrung bei SAP angeheuert hatte, um das Digitalgeschäft im Konzern aufzubauen und der Connyun maßgeblich aufgebaut hat, wechselt ebenfalls zu Körber. Bei Kuka war Schlögel zuletzt als CTO und Chief Digital Officer (CDO) tätig.

Der Aufsichtsrat der Körber AG hat Dr. Christian Schlögel mit Wirkung zum 1. September 2018 als CDO zum Mitglied des Konzernvorstands der Körber AG bestellt. Dr. Schlögel wird im Konzernvorstand die Verantwortung für das Ende 2017 neu gegründete Geschäftsfeld Körber Digital übernehmen.

Schlögel hatte erst im Jahr 2015 bei Kuka gestartet. Connyun war von dem IIoT-Experten im Jahr 2016 ins Leben gerufen worden. Auf Messen hatte Kuka Connyun stets als Zukunftsprojekt für den Bereich IIoT vorgestellt. Daher ist es nicht sofort nachvollziehbar, warum Kuka das junge Unternehmen mit 30 bestens ausgebildeten digitalen Experten nun wieder abstößt.

„Im Bereich Industrie 4.0 hat Kuka in den letzten Jahren eine Vielzahl von Kompetenzen aufgebaut - auch über strategische Zukäufe von Device Insight und Visual Components“, teilt eine Unternehmenssprecherin Produktion gegenüber mit. Connyun war somit nicht das einzige IIoT-Startup, mit dem Kuka seine Industrie-4.0-Kompetenz erweitert hatte. Jetzt gelte es laut Kukas Unternehmenssprecherin, diese Kompetenzen zu bündeln und als Unternehmen in diesem Bereich zu fokussieren. 

Video: Connyun und Kuka auf der Motek

„Für die Mitarbeiter von Connyun ist der neue Eigentümer eine gute Möglichkeit, die Industrie 4.0-Kompetenzen in einer neuen Branche zu entwickeln“, fügt die Sprecherin hinzu. Kuka war es zudem ein Anliegen, dass das junge Team von Connyun komplett auf Körber umstellen kann. Dies ist gewährleistet, da Körber alle Mitarbeiter von Connyun übernommen hat.

Connyun galt im Kuka-Konzern auch als Beratungshaus in Sachen IIoT. Gehen diese Kompetenzen durch den Verkauf nun verloren? Dies verneint die Kuka-Unternehmenssprecherin und erläutert: „Kuka treibt IIoT-Projekte und -Lösungen und die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle weiter voran und entwickelt gemeinsam mit Kunden erste IIoT-Lösungen. An dieser Strategie hat sich nichts geändert. Es geht hier alleine um eine Bündelung der Kompetenzen, die in den letzten Jahren aufgebaut wurde.“

Der chinesische Midea-Konzern, dem Kuka mehrheitlich gehört, hat laut Kuka nichts mit dem Verkauf von Connyun zu tun. Kuka wird von Midea weiterhin als unabhängiges Unternehmen gesehen, versichert die Unternehmenssprecherin. Es gebe eine Investorenvereinbarung, in der Midea sich zur Kuka-Strategie und zum Management bekennt.

Wer nach dem Weggang von Dr. Christian Schlögel neuer Chief Digital Officer bei Kuka wird, ist aktuell noch nicht klar. Produktion informiert Sie, sobald die Personalentscheidung getroffen wurde.

Auch nach dem Verkauf von Connyun treibt Kuka laut eigenen Angaben die Themen IIoT und Industrie 4.0 weiter voran. Ein weiterer Markt für die Zukunft ist für Kuka die Servicerobotik. Unter dem Namen i-do stellte das Unternehmen auf der Hannover Messe 2018 erstmals eine Konzeptstudie für Serviceroboter vor, die als mobile Luftbefeuchter oder Klimaanlagen genutzt werden können.

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