Datenbrille HoloLens von Microsoft

Mit Augmented Reality-Anwendungen lassen sich Wartungs- und Instandhaltungsprozesse gezielt und effizient durch Experten aus der Ferne lenken. Das Bild zeigt die Datenbrille HoloLens von Microsoft. - Bild: Microsoft

Hack #1: Remote Support - Wartung mit AR-Brille

Vor allem bei kleinen Stückzahlen und individualisierten Kundenanfertigungen müssen Produktionsmaschinen so schnell wie möglich repariert werden, wenn sie einmal ausfallen. Doch was tun, wenn der Maschinenpark aus Geräten unterschiedlichster Hersteller besteht und ein versierter Service-Mitarbeiter nicht auf die Schnelle ins Haus kommen kann?

Hier kommt Remote Support ins Spiel - also die Möglichkeit, dass ein Spezialist aus der Ferne eine weniger fachkundige Person bei Wartung und Reparatur anleitet.

Wie das geht? Der Techniker vor Ort wird mit einer Augmented Reality-Brille - der HoloLens - ausgestattet, in die eine Kamera integriert ist. Per Videochat wird dann ein Experte zugeschaltet, der die Maschine gemeinsam mit dem Techniker mittels Live-Übertragung von dessen Sichtfeld begutachten kann.

Aus der Ferne hat der Experte nun jederzeit die Möglichkeit per Hologram 3D-Annotationen an der Maschine anzubringen, Nachrichten zu versenden oder Dateien zu öffnen, die dem Techniker vor Ort in sein Sichtfeld in der HoloLens eingeblendet werden. Über die Datenbrille kann der Experte zudem Schnappschüsse aufnehmen, die im Nachgang unter anderem bei der Dokumentation der Wartung helfen.

Bereits im Einsatz ist die Technik beim Weltmarktführer von Kosmetikstiften, Schwan Cosmetics, der seine weltweiten Produktionsmaschinen via HoloLens wartet. Dieses Beispiel aus der Schwan-Fertigung im amerikanischen Tennessee zeigt, wie die Technik funktioniert.

Eine andere Anwendungsmöglichkeit dieser Technik sind Kommisioniersysteme, wobei ebenfalls virtuelle Elemente über eine Datenbrille in reale Umgebungen integriert werden.

Hack #2: Smart Control - Fehler sehen bevor sie da sind

Oft sind es gar nicht die Fertigungsanlagen selbst, die für Verzögerungen in der Lieferkette sorgen, sondern teils ganz banale Dinge wie eine defekte Tür. Beispiel Rolltor: Die Ware liegt verpackt auf der Laderampe, der Laster steht abfahrbereit vor der Tür - aber das Rolltor geht nicht auf. Bis der Service-Techniker vor Ort ist und das Tor repariert hat, vergehen oft Stunden, wenn nicht sogar Tage.

Diese Situationen können verhindert werden, wenn das Tor selbst mit Sensoren ausgestatet ist und Informationen über sich sendet. Denn Fehlfunktionen kündigen sich meist schon an, wenn der Defekt noch gar nicht sichtbar ist - etwa über Geräusche oder Ruckeln. Hier kommt Smart Control ins Spiel: Das auf M2M-basierende Web-Portal ermöglicht den unmittelbaren, zeitnahen und ortsunabhängigen Zugriff auf Status-, Fehler und Diagnoseinformationen der Torsteuerungen industrieller Schnelllauftore.

Durch die Kommunikation zwischen Torsteuerung und Web-Portal können Störungen und Fehlfunktionen frühzeitig erkannt, deren Ursache zeitnah analysiert und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Dadurch fallen die Tore wesentlich seltener aus und halten länger.

Hack #3: Smart Value Chain - wo sind meine Teile?

Aber auch die Logistik spielt in Sachen Verzögerungen im Wertschöpfungsprozess eine nicht gerade kleine Rolle. Es fängt schon bei der Lieferkette und dem Materialfluss an: Wenn hunderttausende von Teilen aus dem Lager geholt, zu Vorprodukten verbaut, zwischengelagert, in andere Fertigungsgebäude weitertransportiert, endmontiert und schließlich verpackt werden, ist es eine Herausforderung den Überblick zu behalten.

Zu wissen, wo sämtliche Teile - vom kleinen Blech bis hin zum Endprodukt - gerade in der Intralogistik unterwegs sind, ermöglicht die Smart Value Chain. Diese Echtzeit-Monitoring-Technik kann die exakte Position von Fahrzeugen oder Komponenten in einer Entfernung bis zu 200 Metern mittels Bluetooth Low Energy erfassen und erkennt zudem Prozessabweichungen im Produktionsfortschritt. Als Baukastensystem ist Smart Value Chain integrierbar mit MES- und ERP-Systemen mit allen aktuellen Systemplattformen und mobilen Geräten (Android, iOS) kompatibel.

Hack #4: Der digitale Frachtbrief

Geld sparen durch weniger Papier in der Logistik? Wer Ware von A nach B transportiert, schleppt bislang einen ganzen Berg an Frachtpapieren mit dem Transportgut mit. Die müssen unterwegs zahlreich unterschrieben und danach sechs Jahre lang archiviert werden. Laut Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) könnten jährlich allein in Deutschland dreistellige Millionenbeträge eingespart werden, wenn Frachtbriefe künftig digital wären.

Zudem würde der Versand deutlich beschleunigt - das zeigt beispielsweise ein Test des Logistikriesen Maersk, der den Weg eines mit Avocados gefüllten Kühlcontainers von einer Farm in Kenia bis in einen niederländischen Supermarkt dokumentiert hat. Das Unternehmen fand heraus, dass im Laufe der Reise fast 30 Personen verschiedener Organisationen irgendwas mit den Frachtpapieren zu tun hatten. Ohne die vielfache Bearbeitung der Dokumente und die damit verbundene häufige Wartezeit hätte die Reise nur 24 anstatt 34 Tage gedauert.

Torsten Chudobba von T-Systems hat mit Kollegen auf Basis eines eReaders ein Tracking-Device entwickelt, das Transportboxen oder Container samt digitalen Dokumenten auf dem Weg zum Bestimmungsort begleitet. In diesem Video erklärt er, wie die papierlose Logistik funktioniert:

Kein Papier mehr in der Logistik mit der T-Systems-Lösung „Digital Label & Goods Tracking“

Torsten Chudobba von T-Systems erklärt im Video, wie die papierlose Logistik mit Digital Label funktioniert.

Das Digital Label & Goods Tracking (Digitales Frachtpapier) wird am Transportgut oder an einem Ladungsträger angebracht. Dadurch können die transportierten Waren weltweit lokalisiert und auf ihren Zustand hin überwacht werden - und das alles auf einem robusten, bruchfesten und energiesparenden ePaper-Display. Dabei messen Sensoren Größe, Stürze und Temperatur der Ware und lokalisieren sie innerhalb und außerhalb geschlossener Räume.

Über die T-Systems Cloud wird der gesamte Prozess verwaltet und gesteuert, so dass jederzeit Dokumente wie Warenbegleitpapiere für das Digitale Frachtpapier importiert werden und auf dem Display angezeigt werden können. Und selbst für die mit Blick auf Funkanwendungen kritische Luftfracht ist diese Lösung nutzbar: Das Digital Label kann bei Bedarf den Funk luftfahrtkonform abschalten.

Hack #5: Next Generation Maintenance - vorrausschauend warten

In der Produktion sind häufig mehrere Produktionslinien auf das gleiche Fertigungsprodukt ausgelegt - schon allein um hohe Stückzahlen produzieren zu können. Für die vorausschauende Wartung ist dies ein großer Vorteil - denn dabei kann eine Produktionslinie gewartet werden, während auf einer anderen die Wartungspause überbrückt wird. Im Rahmen der Next Generation Maintenance Quality können auf Basis gewonnener Maschinendaten und deren Auswertung zuverlässige Voraussagen getroffen werden, die einen Ausfall durch Abnutzung verhindern.

T-Systems auf der Hannover Messe

Diese und viele andere smarte Lösungen für die produzierende Industrie zeigt T-Systems live auf der internationalen Hannover Messe vom 1. bis 5. April 2019 am Stand der Deutschen Telekom in Halle 5, Stand E04.

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