Person steht mit eine Tablet vor einem Roboter und programmiert diesen

Das Betriebssystem iiQKA.OS von Kuka wird die Basis eines ganzen Ecosystems sein. Es soll Zugang zu Programmen, Apps, Services oder Zubehör bieten und einfach zu installieren, zu bedienen und zu erweitern sein. - Bild: Kuka Group

Das neue Betriebssystem iiQKA.OS für Roboter von Kuka soll die Einbindung und Anwendung der Roboter erleichtern. Doch wie steht es um die Details der Programmierung und was hat das konkret für Anwender für Folgen? Dazu gibt Christoph Borst, Senior Vice President in der Forschung & Entwicklung bei Kuka, detaillierte Einblicke.

Für die Benutzerfreundlichkeit eines gesamten Robotersystems ist laut Kuka vor allem die Software wichtiger denn je. „Es ist auch auffällig, dass die Zyklen der Erneuerung immer kürzer werden, die Bedienung zudem grafisch immer klarer wird“, erklärt Borst.

Dazu ist ein Betriebssystem nötig, das intuitiv zu bedienen ist und Zugang zu einem Ökosystem aus Programmen oder Apps, Services und Zubehör anbietet – so wie bei iiQKA.OS geplant. Dabei soll laut Borst der Cobot LBR iisy erste seiner Art sein, der ausschließlich mit dem neuen Betriebssystem laufen wird – unterstützt vom iiQKA Ecosystem und in Kombination mit der Robotersteuerung KR C5 micro und dem neuen smartPAD pro als Bedieneinheit.

"Auf dem Smart Pad gibt es ein 3D-Modell des Roboters, so dass der Kunde immer das Programm im Kontext der Anwendung im Blick hat", sagt Christoph Borst, Senior Vice President in der Forschung & Entwicklung bei Kuka. - Bild: Kuka Group

Linux als Basis der neuen Steuerung

Die neue Steuerung basiert laut Borst auf einem Linux-System. „Dann gibt es einen Teil, der unsere Kernsteuerung mit der Bewegungssteuerung betrifft, dem Safety-Kernel - also dem Teil, der die Automatisierung von Teilen in der Anlage mit übernehmen oder von der gesteuert werden kann sowie die Erweiterbarkeit Richtung Greifer und anderer Peripherie.“

Neu daran ist laut Borst, dass es darüber eine API gibt, "die wir schrittweise auch offenlegen wollen, damit andere Leute darauf programmieren können. Die Programmierung des Roboters und dann auch Robotik-Services wie zum Beispiel die Anbindung von Kamerasystemen, speziellen Greifermechanismen oder auch spezielle Programmiertools kann man ergänzen – und zwar unabhängig von dem Robot-Kernel."

Das bedeute letztlich, dass die Programmierer verschiedenste Programmiersprachen verwenden könnten, um Systemerweiterungen oder Programmabläufe selber zu schreiben.

Video: iiQKA.OS im Test beim Anwender

Der Mechatronikdienstleister für Electronic Manufacturing Services (EMS) Zollner Elektronik AG testet iiQKA.OS bereits

So sieht die Vereinfachung konkret aus

Nun gibt es ja durchaus bei einigen Start ups vorgefertigte Bausteine, um Roboter einfacher zu Programmieren. Auf die Frage, inwieweit Kuka dies nun auch ermögliche, beschreibt Borst, dass die Möglichkeit besteht, Bausteine auszuliefern, die nur noch konfigurierbar sind und die einen mehr oder weniger linearen Ablauf ergeben.

Allerdings schränkt Borst dies auch gleich wieder ein: "Es ist prinzipiell machbar, hat sich aber rausgestellt, dass die Bausteine doch nicht so konfigurierbar sind, wie man es eigentlich bräuchte. Hat man zum Beispiel 15 Schritte, von denen nur einer nicht funktioniert, dann geht die ganze Aufgabe nicht. Deswegen haben wir uns doch entschlossen, beispielsweise einen Greifer zu schließen, atomar zur Verfügung zu stellen. So sollen auch Dinge, die wir in der Anwendung nicht vorhergesehen haben, programmierbar sein."

Dies sei eine bewusste Entscheidung gewesen, nicht nur auf sogenannte Basisbausteine zu gehen, da nicht vorhersehbar sei, was die Kunden alles machen wollten.

Mit dem neuen smartPAD pro als Bedieneinheit will Kuka das Programmieren von Robotern so einfach gestalten wie die Bedienung eines Smartphones. - Bild: Kuka Group

Rollout zunächst in Handling-Anwendungen

Auf Nachfrage erläutert Borst, dass der Automotive-Sektor vorerst nicht im Blickpunkt stehe: "Wir sprechen mit der Branche, aber die Einführung findet zunächst im kleineren Funktionsumfang bei zumeist neuen Kunden statt, um die Prozesse erst zu etablieren. Automotive bräuchte hingegen sofort alle Funktionen für alle Elemente des Portfolios und das ist in einem Big Bang nicht machbar." Kuka orientiere sich mit den Cobots beim Explorieren an neuen Nutzern.

"Es ist uns also klar, dass es eine größere Aufgabe ist, das gesamte Portfolio abzudecken", ergänzt Borst. Letztlich gehe der Roboterhersteller bei der Einführung nicht nach Märkten, sondern nach Applikationsbereichen vor und er habe sich zuerst mit Handling etwas Einfacheres ausgesucht.

"Zunächst starten wir mit dem Cobot, sehen aber auch schon Handling-Anwendungen für Industrieroboter mit den gleichen Programmiermöglichkeiten. Im Anschluss wird es Bahnapplikationen mit Kleben und Schweißen geben, wo schon Kundeninteresse besteht", führt Borst weiter aus.

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