Eine weiße und eine grüne Fahne, auf denen jeweils "Schaeffler" steht.

Neben den Zahlen für das Geschäftsjahr 2019, ging es bei der Pressekonferenz von Schaeffler auch um den Coronavirus. - Bild: Anja Ringel

| von Anja Ringel

Schaeffler hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem leichten Wachstum abgeschlossen. Das haben Klaus Rosenfeld und Dietmar Heinrich, CEO und Finanzvorstand von Schaeffler, auf der Jahrespressekonferenz erklärt. Neben den Zahlen beschäftigt das Unternehmen momentan vor allem der Coronavirus.

Coronavirus: Maßnahmen und Vorkehrungen in Deutschland

Der Konzern hat inzwischen auch einen ersten Coronavirus-Fall in der Belegschaft. Ein Mitarbeiter in Bühl sei positiv getestet worden, berichtete Rosenthal. Der Betroffene sei sowieso schon elf Tage nicht im Betrieb gewesen. Der Kollege ist im Büro tätig, seine Kollegen seien getestet worden und alle wohlauf. Rosenfeld betonte, der Coronavirus sei nur eine vorübergehende Krise und nicht vergleichbar mit den Strukturanpassungen der vergangenen Jahre.

In Europa stünden die Auswirkungen des Coronavirus noch am Anfang, meinte Rosenfeld. Es sei eine „besorgniserregende Situation“, er sei aber zuversichtlich, dass Schaeffler mit der Situation umgehen könne. Die Krisenstäbe tagen inzwischen täglich, erklärte der CEO.

 

Laut Finanzvorstand Heinrich wurden nach den Faschingsferien alle Mitarbeiter in Deutschland gefragt, wo sie im Urlaub waren. Beschäftigte, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, wurden aufgefordert, zwei Wochen lang von zu Hause zu arbeiten. Schaeffler-Mitarbeiter, die mit Erkältungssymptomen in die Arbeit kommen, werden laut Heinrich von der restlichen Belegschaft isoliert und vom Werksarzt untersucht. Dann werden weitere Entscheidungen getroffen.

Kurzarbeit werde es bei Schaeffler momentan und in naher Zukunft wohl nicht geben, sagte der CEO. Aber: Schaeffler hält sich die Möglichkeit offen.

So geht es mit der Produktion im Schaeffler-Werk in Italien weiter

Die Situation in Italien sei „besorgniserregend“, so der CEO weiter. Man sei in intensivem Kontakt mit den dortigen Kollegen. Obwohl Italien aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus inzwischen komplett zur Sperrzone erklärt wurde, laufe die Produktion im Werk in Momo in der Nähe von Mailand normal weiter, sagte Rosenfeld.

Es gebe momentan auch keine Notwendigkeit, das Werk zu schließen, in dem Wasserpumpenlager gefertigt werden. Der Konzern habe aber natürlich einen Back-up-Plan, um die Produktion im Falle einer Schließung auf andere Werke verlagern zu können.

In China läuft die Produktion wieder

Der Coronavirus „ist ein Risiko, das wir so nicht kannten“, erklärte Rosenfeld. Der Konzern sei seit Mitte Januar mit der Situation konfrontiert, erklärt der CEO. In China sei sehr konsequent vorgegangen und die Werke im Januar geschlossen worden. Diese „proaktive Reaktion“ habe geholfen, dass weitere Ansteckungen einzudämmen, sagt Rosenfeld. Die Produktion in China laufe seit Mitte Februar wieder. Die Auslastung liegt dabei bei mehr als 80 Prozent.

Wie bei vielen anderen Unternehmen sind auch bei Schaeffler Dienstreisen von und nach China untersagt. Das gleich gilt inzwischen auch für alle neuen Krisengebiete.

Geschäftsjahr 2019: Rekordauftragseingang – der Umsatz bleibt nahezu gleich

Neben dem Coronavirus stand auf der Jahrespressekonferenz auch das Geschäft im Mittelpunkt. Das Marktumfeld sei im vergangenen Jahr alles andere als einfach gewesen, sagt Rosenfeld. So waren die Umsätze in beiden Automotive-Sparten von Schaeffler 2019 marktbedingt leicht rückläufig, berichtete der CEO.

Der Umsatz im Bereich Automotive OEM ist dabei um 0,8 Prozent zurückgegangen auf rund neun Milliarden Euro. Dennoch habe man in dieser Sparte einen Rekordauftragseingang von 15 Milliarden Euro erreicht. Vor allem die Themen E-Mobilität und Fahrwerksysteme seien erfolgreich gewesen.

Einen Rückgang von 1,1 Prozent verzeichnet der Bereich Automotive Aftermarket. Hier betrug der Umsatz im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Euro. Auch hier sei Elektromobilität zunehmend ein Thema.

Porträtbild von Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld, der Anzug und Krawatte trägt.
CEO Klaus Rosenfeld hat die Geschäftszahlen 2019 vorgestellt. - Bild: Schaeffler

Die Industrie-Sparte ist dagegen um 3,1 Prozent gewachsen, sagten Rosenfeld und Finanzvorstand Heinrich. Hier stieg der Umsatz – auf aufgrund starker Nachfrage von Windrad- und Zugherstellern auf 3,5 Milliarden Euro. Insgesamt habe der Konzern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 14,4 Milliarden Euro gemacht – ein Wachstum von 0,1 Prozent. Das EBIT betrug dabei rund 1,1 Milliarden Euro, die EBIT-Marge 8,1 Prozent.

2019 hat Schaeffler zudem seine Strukturanpassungen fortgesetzt. Insgesamt wurden rund 5000 Stellen abgebaut. 1.000 davon in Deutschland, was das Ergebnis ebenfalls belastete. In der Bundesrepublik sind momentan rund 31.500 Menschen beschäftigt.

Ausblick: So plant der Konzern für 2020

Für das laufende Jahr rechnet Schaeffler mit einem Umsatz von minus zwei bis null Prozent und einem weiteren Gewinnrückgang auf 300 bis 400 Millionen Euro. Das Unternehmen habe sich bewusst für eine vorsichtige Prognose entschieden, sagte der CEO. Diese sei auch aufgrund des Coronavirus noch einmal aktualisiert worden. Im November beschloss das Unternehmen außerdem, weitere 1300 Stellen in Deutschland abzubauen. Der Dividendenvorschlag beträgt laut Rosenfeld 45 Cent pro Vorzugsaktie.

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