Mary Barra, Carlos Tavares, Karl-Thomas Neumann

Beim Gipfeltreffen in Paris wurde der Deal besiegelt: PSA Group CEO Carlos Tavares, GM CEO Mary Barra und Opel-Chef Dr. Karl-Thomas Neumann. - Bild: Opel

In einer aktuellen Studie, die ‚Produktion‘ vorliegt, kommt der Direktor des CAR-Instituts der Uni Duisburg-Essen zu dem Ergebnis, dass die deutschen Standorte in besonderer Weise ökonomisch schwach sind. Deshalb seien sie besonders gefährdet.

Dudenhöffer sagt: „ Geht es jetzt um Anpassungen, sprich müssen etwa Doppeltfunktionen abgebaut werden und Produktionsverbünde langfristig neu, mit weniger Kapazität, ausgerichtet werden, sind unterschiedliche Arbeitskosten zwischen Ländern ein wichtiger Faktor.“

Nehme man nur die Automobilproduktion beim Autobauer – also ein reines Fahrzeugproduktionswerk – sind die beiden wesentlichen Kostenblöcke die Kosten der Produktionsanlagen, sprich Abschreibungen und Zinsen auf das investierte Kapital, und zum zweiten Arbeitskosten. Hinzu kommen noch Energiekosten, Verwaltungskosten, Gebäudekosten (Mieten), Logistikkosten und weiter kleinere Anteile, so der Automotive-Experte.

Klammert man jetzt die Kosten der Zulieferteile aus, die ja nicht vom Autobauer produziert werden, sind von den verbleibenden Kosten der Produktion eines Standorts gut 80 Prozent eben Personalkosten plus die Kosten der Produktionsanlagen. „Der Arbeitskostenanteil eines Werkes streut damit in einer Größenordnung von 40 bis 60 Prozent“ erklärt Dudenhöffer.

Deutsche Standorte am teuersten

Die deutschen Opel-Standorte Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern sind laut Dudenhöffer mit Arbeitskosten (inklusive Lohnnebenkosten) von 52 Euro je Stunde mit Abstand die teuersten des Opel-Produktionsverbundes. So liegen die Arbeitskosten in den britischen Werken Ellesmere Port und Luton beispielsweise bei 26 Euro je Stunde und in den Polen-Standorten Gliwice und Tichy bei lediglich 14 Euro je Stunde.

Des Weiteren errechnete Dudenhöffer die Arbeitskosten der französischen PSA-Werke. Dort liegen die Arbeitskosten mit 40 Euro pro Stunde ebenfalls unter denen der deutschen Opel-Standorte.

Dudenhöffer kommentiert: „Das macht deutlich, dass es sehr unelastisch ist, Werke in England, Spanien, Polen oder Ungarn aus dem Produktionsverbund zu nehmen.“ Außerdem sei nicht davon auszugehen, dass PSA-Werke in Frankreich in ihrer Produktionskapazität und ihrem Mitarbeiterstamm „verkleinert“ werden.

Dass PSA die britischen Werke von Opel oder besser gesagt Vauxhall dicht macht, glaubt der Automotive-Experte nicht. Er sagt: „PSA hat heute in Großbritannien keine Werke. Bei einem Brexit mit Zöllen zwischen EU und Großbritannien wären alle Autobauer ohne UK-Produktion in einer schlechten Position.“ Immerhin stehe der britische Markt für rund 2,5 Millionen Neuwagen pro Jahr. PSA und Vauxhall kämen dort zusammen auf mehr als 300.000 Verkäufe. „Also eine wichtige Größe, die für eine moderne Autoproduktion passt“, so Dudenhöffer.

Zur Absicherung von Marktzugängen und gegenüber Wechselkurschwankungen (Natural Hedging) spricht also viel dafür, die englischen Opel-Vauxhall-Werke in den neuen PSA-Opel-Produktionsverbund zu übernehmen.

Vorteile für britische Werke

„Die heutigen Werke in Ellesmere Port und Luton haben damit eine gute Chance, neben den niedrigen Lohnkosten in England zur Absicherung des Neuwagenmarkts in England für Peugeot-Citroen-Opel/Vauxhall beizutragen“, erläutert Dudenhöffer. Deswegen hätten die britischen Werke bei einer Abwägung von deutschen und britischen Standorten eine deutliche höhere Attraktivität für PSA-Opel.

Der Arbeitskostenvergleich in der Automobilproduktion zeige, dass bei Kapazitätsanpassungen im Produktionsbereich die deutschen Werke mit deutlichen Arbeitskostennachteilen belastet sind. Hinzu kommen Energiekosten, die in Deutschland ebenfalls höher liegen als in den anderen PSA-Opel Produktionsstandorten. „Damit tragen bei Kapazitätsanpassungen im Produktionsbereich die deutschen Standorte das höchste Risiko“, so der Branchenkenner.

Alle Fakten zu den Opel-Standorten

  • 1862 wurde in Rüsselsheim die erste Nähmaschine von Adam Opel hergestellt. Seine Söhne starteten die Automobilproduktion im Jahr 1899. Opel Patent-Motorwagen, Doktorwagen, Laubfrosch, Kapitän, Rekord, Senator, Monza, Admiral und Diplomat sind nur einige der Highlights der traditionsreichen Automobilproduktion. Neben der Fahrzeug- und Getriebeproduktion befinden sich am Stammsitz alle zentralen Unternehmensbereiche, wie das Internationale Technische Entwicklungszentrum mit mehr als 7.000 Ingenieuren, das Design-Center, der Prototypenbau, die zentrale Berufsausbildung und die Unternehmenszentrale im Adam Opel Haus. Heute produziert das Werk in Rüsselsheim das Opel-Flaggschiff, den neuen Insignia, und den Opel Zafira.

    1862 wurde in Rüsselsheim die erste Nähmaschine von Adam Opel hergestellt. Seine Söhne starteten die Autoproduktion 1899. Neben der Fahrzeug- und Getriebeproduktion befinden sich dort alle zentralen Unternehmensbereiche, wie das Internationale Technische Entwicklungszentrum mit mehr als 7.000 Ingenieuren, das Design-Center, der Prototypenbau, die zentrale Berufsausbildung und die Unternehmenszentrale. Heute produziert das Werk in Rüsselsheim das Opel-Flaggschiff, den neuen Insignia sowie den Zafira. - Bild: Opel

  • Der Automobilbau in Eisenach blickt auf eine lange Tradition. Am 23. September 1992 eröffnete das neuerrichtete Fahrzeugwerk und der erste in Eisenach gefertigte Opel Astra rollte im Beisein des damaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl von der Linie. Das Werk Eisenach gilt hinsichtlich Umweltverträglichkeit, Fertigungstechnologie und Produktionssystem eines der modernsten Automobilwerke der Welt.

    Der Automobilbau in Eisenach blickt auf eine lange Tradition. Am 23. September 1992 eröffnete das neuerrichtete Fahrzeugwerk und der erste in Eisenach gefertigte Opel Astra rollte im Beisein des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl von der Linie. Das Werk Eisenach gilt hinsichtlich Umweltverträglichkeit, Fertigungstechnologie und Produktionssystem eines der modernsten Automobilwerke der Welt. - Bild: Opel

  • Das Getriebe- und Motorenwerk Aspern produziert Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren mit Hubräumen von 1,0 bis 1,4 Liter sowie Fünf- und Sechsgang-Getriebe. Diese Getriebe werden sowohl in Kombination mit Benzin- als auch Dieselmotoren verbaut.

    Das Getriebe- und Motorenwerk Aspern produziert Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren mit Hubräumen von 1,0 bis 1,4 Liter sowie Fünf- und Sechsgang-Getriebe. Diese Getriebe werden sowohl in Kombination mit Benzin- als auch Dieselmotoren verbaut. - Bild: Opel

  • Das Werk Gliwice (Gleiwitz) wurde in Rekordzeit von nur 22 Monaten gebaut und startete die Produktion von Komponenten im April 1998. Vier Monate später rollte das erste Fahrzeug, ein Astra (F) Classic, vom Band. GM Manufacturing Poland war seinerzeit der größte ausländische Investor in Schlesien. Aktuell fertigt das Werk den Opel Astra (K), den GTC, den Opel Astra Viertürer und exklusiv das elegante Cabrio Opel Cascada.

    Das Werk Gliwice (Gleiwitz) wurde in Rekordzeit von nur 22 Monaten gebaut und startete die Produktion von Komponenten im April 1998. Vier Monate später rollte das erste Fahrzeug, ein Astra (F) Classic, vom Band. GM Manufacturing Poland war seinerzeit der größte ausländische Investor in Schlesien. Aktuell fertigt das Werk den Opel Astra (K), den GTC, den Opel Astra Viertürer und exklusiv das elegante Cabrio Opel Cascada. - Bild: Opel

  • Das Werk in Tychy wurde 1996 von Isuzu Motors Polska Sp. Zo.o. (ISPOL) gegründet und startete 1999 mit der Produktion von Dieselmotoren für Opel/Vauxhall. Seitdem fertigte das Werk über zwei Millionen Motoren. Im Jahr 2013 übernahm GM das Unternehmen und gründete GM Powertrain Poland. Das Werk wird aktuell für die Produktion einer neuen Motorenfamilie umgebaut.

    Das Werk in Tychy wurde 1996 von Isuzu Motors Polska Sp. Zo.o. (ISPOL) gegründet und startete 1999 mit der Produktion von Dieselmotoren für Opel/Vauxhall. Seitdem fertigte das Werk über zwei Millionen Motoren. Im Jahr 2013 übernahm GM das Unternehmen und gründete GM Powertrain Poland. Das Werk wird aktuell für die Produktion einer neuen Motorenfamilie umgebaut. - Bild: Opel

  • Das Werk im spanischen Zaragoza wurde 1982 mit der Fertigung des ersten Opel Corsa eröffnet. Seit der Werksgründung liefen unter anderem der Kadett, der Astra, der Tigra und der Mokka vom Band. Mehr als zehn Millionen Autos und über drei Millionen Komponenten wurden bisher in Zaragoza produziert.

    Das Werk im spanischen Zaragoza wurde 1982 mit der Fertigung des ersten Opel Corsa eröffnet. Seit der Werksgründung liefen unter anderem der Kadett, der Astra, der Tigra und der Mokka vom Band. Mehr als zehn Millionen Autos und über drei Millionen Komponenten wurden bisher in Zaragoza produziert. - Bild: Opel

  • Das Opel Werk in Szentgotthárd wurde 1992 eröffnet. In dem  Motorenwerk werden Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren mit Hubräumen von 1,0 - 1,6 Liter gefertigt. Zudem wird dort die neueste Generation mittelgroßer Dieselmotoren produziert. 2012 wurde am Standort ein neues Motorenwerk eröffnet. Die Flexibilität des Werks erlaubt den schnellen Wechsel des Produktionsprogramms, um auf Nachfrageveränderungen prompt reagieren zu können.

    Das Opel Werk in Szentgotthárd wurde 1992 eröffnet. In dem Motorenwerk werden Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren mit Hubräumen von 1,0 - 1,6 Liter gefertigt. Zudem wird dort die neueste Generation mittelgroßer Dieselmotoren produziert. 2012 wurde am Standort ein neues Motorenwerk eröffnet. Die Flexibilität des Werks erlaubt den schnellen Wechsel des Produktionsprogramms, um auf Nachfrageveränderungen prompt reagieren zu können. - Bild: Opel

  • Das Werk Kaiserslautern ist das Zentrum der Komponentenproduktion im europäischen Opel/Vauxhall-Produktionsverbund. Aktuell werden Leichtbau-Komponenten wie Aluminiumhauben, Karosseriestrukturteile, Motoren und Achsen produziert. Neben der jüngsten Zweiliter-Dieselmotoren-Generation fertigt das Werk Kaiserslautern unter anderem die Mehrzahl der Karosseriekomponenten für den Astra

    Das Werk Kaiserslautern ist das Zentrum der Komponentenproduktion im europäischen Opel/Vauxhall-Produktionsverbund. Aktuell werden Leichtbau-Komponenten wie Aluminiumhauben, Karosseriestrukturteile, Motoren und Achsen produziert. Neben der jüngsten Zweiliter-Dieselmotoren-Generation fertigt das Werk Kaiserslautern unter anderem die Mehrzahl der Karosseriekomponenten für den Astra. - Bild: Opel

  • Vauxhall Iron Works startete im Jahr 1903 mit der Autoproduktion. Der Standort Luton wurde 1907 eröffnet und ist das größte Werk für leichte Nutzfahrzeuge in Großbritannien. Gleichzeitig ist „Griffin House“ Hauptsitz von Vauxhall Motors Ltd. Seit 2001 werden in Luton verschiedene Varianten des Vivaro produziert, beispielsweise als Kastenwagen, Doppelkabine, Hochpritsche mit und ohne Seitenstaufläche und Plattform-Fahrgestell

    Vauxhall Iron Works startete im Jahr 1903 mit der Autoproduktion. Der Standort Luton wurde 1907 eröffnet und ist das größte Werk für leichte Nutzfahrzeuge in Großbritannien. Gleichzeitig ist „Griffin House“ Hauptsitz von Vauxhall Motors Ltd. Seit 2001 werden in Luton verschiedene Varianten des Vivaro produziert, beispielsweise als Kastenwagen, Doppelkabine, Hochpritsche mit und ohne Seitenstaufläche und Plattform-Fahrgestell. - Bild: Opel

  • Vauxhall Motors eröffnete 1962 das Werk Ellesmere Port in der Grafschaft Cheshire. Das Werk ist „Home of the Astra“. Das meistverkaufte Opel-Modell wird sowohl als Fünftürer wie auch als Sports Tourer im britischen Werk gefertigt. Der Astra Sports Tourer läuft sogar exklusiv in Ellesmere Port vom Band.

    Vauxhall Motors eröffnete 1962 das Werk Ellesmere Port in der Grafschaft Cheshire. Das Werk ist „Home of the Astra“. Das meistverkaufte Opel-Modell wird sowohl als Fünftürer wie auch als Sports Tourer im britischen Werk gefertigt. Der Astra Sports Tourer läuft sogar exklusiv in Ellesmere Port vom Band. - Bild: Opel