Die deutsche Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal 2026 leicht gewachsen sein. Robuste Industrieexporte und stabiler Konsum federten die Folgen des Iran-Kriegs und höherer Energiepreise ab.
Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung in Berlin, Eurosystem, Hausschild, Logo, (Editorial Content)hkama - stock.adobe.com
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Summary: Die Bundesbank erwartet für die deutsche Wirtschaft von April bis Juni 2026 ein leichtes Wachstum. Industrie, Exporte, Konsum und staatliche Investitionen stützten die Konjunktur trotz höherer Energiepreise. Im dritten Quartal könnte das BIP jedoch schwächer zulegen.
Wie stabil ist die deutsche Wirtschaft?
Die deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr nach Einschätzung der Bundesbank trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg ein leichtes Wachstum erzielt. „Trotz des Gegenwinds durch den Krieg im Nahen Osten dürfte das reale BIP im zweiten Quartal 2026 saisonbereinigt etwas zugelegt haben“, heißt es im Bundesbank-Monatsbericht Juli.
Eine erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts für den Zeitraum von April bis Juni 2026 veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 30. Juli. Volkswirte rechnen mit einem Wachstum von 0,1 % gegenüber dem Vorquartal, wie die dpa berichtet.
Die Industriekonjunktur zeigt sich nach Einschätzung der Bundesbank widerstandsfähig. Die Unternehmen profitierten „von einer dynamischen Auslandsnachfrage und wachsenden Exporten“. Deutschen Exporteuren könnte zudem zugutegekommen sein, dass internationale Wettbewerber stärker von Engpässen bei Vorprodukten betroffen waren.
Auch der private Konsum blieb offenbar stabil. Die Verbraucher ließen sich von den gestiegenen Energiepreisen und den damit verbundenen Kaufkraftverlusten vergleichsweise wenig beeindrucken. Ihre Konsumausgaben dürften der Analyse zufolge mindestens auf dem bisherigen Niveau geblieben sein.
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Warum die Inflation wieder steigen könnte
Die Inflationsrate, die im Juni auf 2,3 % gesunken war, dürfte in den kommenden Monaten wieder etwas anziehen. „Dazu trägt vor allem bei, dass der Tankrabatt Anfang Juli auslief. Außerdem dürften sich allmählich die indirekten Effekte des jüngsten Energiepreisschubs auch auf der Verbraucherpreisstufe bemerkbar machen.“
Höhere Energiepreise wirken sich üblicherweise mit Verzögerung auf weitere Waren und Dienstleistungen aus. Dadurch können sie nach und nach den gesamten Warenkorb beeinflussen, der zur Berechnung der Inflation herangezogen wird.
Zusätzliche Unterstützung erhält die deutsche Wirtschaft durch umfangreiche staatliche Investitionen in Straßen, Schienen und Verteidigung. Die weitere Entwicklung hängt nach Einschätzung von Ökonomen jedoch wesentlich davon ab, wie sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran entwickelt.
„Im dritten Quartal könnten - soweit die Situation im Nahen Osten sich nicht weiter zuspitzt - die kriegsbedingten Belastungen geringer ausfallen als im Durchschnitt des zweiten Quartals“, prognostiziert die Bundesbank. Zugleich könnten bisherige Stützungsfaktoren an Wirkung verlieren: „Allerdings dürften sich dann auch die vorübergehend stützenden Faktoren aus dem zweiten Quartal umkehren oder entfallen. In der Summe könnte das BIP dann etwas schwächer zulegen.“
• Wie stark ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal gewachsen? – Volkswirte rechnen mit einem BIP-Plus von 0,1 % gegenüber dem Vorquartal.
• Was stützt die deutsche Wirtschaft im Frühjahr 2026? – Eine robuste Industriekonjunktur, steigende Exporte, stabiler Konsum und staatliche Investitionen.
• Welche Rolle spielt die Industrie für die deutsche Wirtschaft? – Die Industrie profitiert von einer dynamischen Auslandsnachfrage und wachsenden Exporten.
• Warum könnte die Inflation die deutsche Wirtschaft belasten? – Das Ende des Tankrabatts und indirekte Effekte höherer Energiepreise könnten die Teuerung erhöhen.
• Wie entwickelt sich die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal? – Die Bundesbank erwartet geringere Kriegsbelastungen, aber auch nachlassende Stützungsfaktoren und ein schwächeres BIP-Wachstum.