Arbeiter laufen zu einem Erdöl-Bohrer

Erdöl ist ein wichtiger fossiler Rohstoff für die Industrie. (Bild: Sasint - stock.adobe.com)

Es ist viele Millionen Jahre alt, lagert tief in der Erde und gilt als wichtigster fossiler Rohstoff der modernen Industriegesellschaft: Erdöl steckt in vielen Dingen, die wir jeden Tag nutzen. Es spielt nicht nur eine Schlüsselrolle bei der Produktion von Treibstoffen. Für viele Farben, Lacke, Kunststoffe, Reinigungsmittel, Medikamente, Kleidung und Kosmetika bildet Erdöl die Basis.

Unbehandeltes Öl beinhaltet knapp 90 Prozent Kohlenstoff, etwa 10 Prozent Wasserstoff und geringe Mengen an Schwefel, Stickstoff und Sauerstoff. Rohöl zählt nach Angaben des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie mit über 17.000 Bestandteilen zu den komplexesten Mischungen organischer Stoffe, die auf der Erde in natürlicher Weise vorkommen. Zum Transport wird es von leichten Gasen befreit und damit stabilisiert.

Wie viel Erdöl Deutschland importiert

Die Vorräte sind begrenzt und auf der Erde ungleich verteilt. In Deutschland etwa wurden 2021 nur rund 1,8 Millionen Tonnen Erdöl gefördert, aber etwa 81 Millionen Tonnen importiert. Davon kamen 35 Prozent aus Russland. Diese etwa 28 Millionen Tonnen entsprechen nahezu den geschätzten Erdölreserven hierzulande. Russland hat deutlich mehr Ressourcen: Nach Daten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe lag das Riesenland im Jahr 2020 mit knapp 85 Milliarden Tonnen auf Rang zwei hinter den USA (118 Milliarden Tonnen).

Erdöl wird nicht nur zum Tanken und Heizen benötigt, sondern auch zur Herstellung zahlloser Produkte, darunter Bau-, Schaum- und Isolierstoffe. Es ist aber auch in Waschmittel, Spielwaren oder Textilfasern zu finden. Der britische Ölkonzern BP gibt an, wie viel in einem Wohnzimmer stecken kann: Ein Regal aus Pressspan enthält demnach etwa 7,5 Liter, ein Fernseher 2,4 Liter und in einer Couch stecken sogar rund 59 Liter Erdöl.

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dpa