Halbleiter-Chip

Die Autoindustrie leidet derzeit unter dem Mangel von Halbleitern. - Bild: Edelweiss - stock.adobe.com

| von Anja Ringel

Die deutsche Wirtschaft ist bei digitalen Technologien nach Einschätzung der Verantwortlichen in Unternehmen zu sehr auf Importe angewiesen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Digitalverbands Bitkom.

Präsident Achim Berg sagte, Digital-Importe seien existenziell wichtig für die deutsche Wirtschaft. 94 Prozent der Firmen seien darauf angewiesen. „Eine große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland hält sich für nur kurzzeitig überlebensfähig, wenn digitale Technologien beziehungsweise Dienstleistungen plötzlich nicht mehr aus dem Ausland bezogen werden könnten.“ Knapp zwei Drittel (63 Prozent) könnten demnach immerhin 13 bis 24 Monate überleben. 13 Prozent wären aber nur sieben bis zwölf Monate überlebensfähig, neun Prozent sogar nur bis zu sechs Monate. Länger als zwei Jahre könnten den Angaben zufolge 13 Prozent der Unternehmen durchhalten.

Was passiert, wenn Bauteile fehlen, wird derzeit beim Halbleiter-Mangel in der Autobranche deutlich. Die Folge: Bei Daimler musste zum Beispiel das Werk in Rastatt wegen der Nachschubprobleme bei Halbleitern für drei Wochen in Kurzarbeit, Bremen für eine Woche. Auch im ungarischen Kecskemét war die Produktion zeitweise ausgesetzt worden.

Halbleiter-Mangel: Das sind die Gründe

Inzwischen laufen alle Werke wieder normal. Man beobachte die Situation kontinuierlich in enger Abstimmung mit den Lieferanten und passe falls notwendig das Vorgehen an, hieß es Anfang Februar von Daimler.  Auch bei Volkswagen und Audi sind Schichten ausgefallen, weil die begehrten Chips einfach nicht aufzutreiben waren oder verspätet in der Produktion eingetroffen waren. 

Audi musste nun erneut Kurzarbeit anmelden, weil es wieder Lieferschwierigkeiten gibt. Davon betroffen sind 16.000 Mitarbeiter, wie der ‚BR‘ berichtet. In Ingolstadt soll die gesamte Produktion stillstehen.

Gründe für den internationalen Mangel an Halbleitern gibt es viele: Wegen des Handelskriegs zwischen den USA und China kaufen chinesische Hersteller wie Huawei und Xiaomi gerade die Märkte leer. Auch Hersteller von PCs und Spielekonsolen sind hinter den Halbleitern her, weil die Coronakrise ihnen eine Sonderkonjunktur beschert hat, die sie kaum befriedigen können.

Der fehlende Nachschub belastet die Automobilindustrie zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Sie steckt mitten in einem umfassenden Wandel hin zur Elektromobilität und hat in der Coronakrise deutliche Umsatzverluste hinnehmen müssen. Dadurch gingen auch wichtige Produktionskapazitäten im Halbleitersektor an die konkurrierenden Branchen verloren. Und jetzt, wo die Nachfrage nach Autos wieder anzieht, fehlen die Chips.

Verschärft wird der Halbleiter-Mangel durch die aktuelle Kälte-Katastrophe in Texas. Die ungewöhnlich tiefen Temperaturen im Süden der USA haben für großflächige Stromausfälle gesorgt und behindern die dort angesiedelte Chip-Produktion.

Aber wo liegen nun die technologischen und strategischen Hintergründe für den Chipmangel? Die Fragen beantworten die Kollegen unseres Partnerportals ‚All electronics‘. Sie klären auch, wie lange es dauert, bis die OEMs den Chip nach einer Auftragserteilung verbauen können und welche Auswirkungen es hat, dass es in Europa nur noch sehr wenige Chiphersteller gibt.

Hier geht es zum Artikel.

(mit Material von Dpa)

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