Karl Haeusgen, CEO Hawe Hydraulik, auf der Hannover Messe 2019

Karl Haeusgen, CEO von Hawe Hydraulik, erklärt im Podcast die Hintergründe zur Übernahme von Hoerbiger Automatisierungstechnik. - Bild: Poll

Hawe Hydraulik hat den Vertrag für den Kauf der Hoerbiger Automatisierungstechnik Holding bereits am 26.3.2019 unterzeichnet. Der Hoerbiger-Geschäftsbereich erwirtschaftete im Jahr 2018 einen Umsatz von 64 Millionen Euro mit rund 320 Mitarbeitern.

Podcast mit Hawe-Chef Karl Haeusgen

Dieser Schritt biete Hawe eine ideale Ergänzung des bestehenden Produktportfolios und damit eine Ausweitung der Stellung als Lösungsanbieter, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Eine umfangreiche Analyse der Marktpositionierung, Zielmärkte und Potenziale der erworbenen Sparten gingen diesem Schritt voraus.

Hawe Hydraulik übernimmt alle Mitarbeiter an den bestehenden Standorten. Die Kunden von Hawe Hydraulik und der ehemaligen Hoerbiger Produktlinien profitieren laut Unternehmensangaben von der gemeinsamen Kompetenz, dem globalen Vertriebs- und Servicenetzwerk und dem erweiterten Produktprogramm.

Im 70. Jahr ihres Bestehens sei dieser Zukauf für die Hawe Hydraulik Gruppe ein wichtiger strategischer Schritt zur Stärkung der Marktposition als innovativer Partner für hydraulische Antriebe und mechatronische Steuerungen in über 70 Branchen.

Nach Vertragsunterzeichnung ein partnerschaftliches Treffen vor Ort in Altenstadt: Karl Haeusgen, CEO Hawe Hydraulik (links) und Dr. Jürgen Zeschky, CEO der Hoerbiger Holding AG. - Bild: Hawe Hydraulik
Nach Vertragsunterzeichnung ein partnerschaftliches Treffen vor Ort in Altenstadt: Karl Haeusgen, CEO Hawe Hydraulik (links) und Dr. Jürgen Zeschky, CEO der Hoerbiger Holding AG. - Bild: Hawe Hydraulik

Hawe Hydraulik Chef Haeusgen im Interview mit Produktion:

Herr Hauesgen, welche Standorte sind neben Altenstadt von Ihrer Akquisition noch betroffen und bleiben diese erhalten?

Haeusgen: Mit dem Erwerb der Hoerbiger Deutschland Holding kommen Mitarbeitende von drei Standorten in Deutschland zu Hawe Hydraulik, das ist Altenstadt, Schongau und Barbing. Ein weiterer Standort ist in China. Wir übernehmen alle circa 320 Mitarbeitende zu den geltenden Verträgen.

Sie sprechen in Ihrer Pressemitteilung von Synergien in Service und Vertrieb. Können Sie das bitte konkretisieren?

Die neu hinzukommenden  Produkte ergänzen ideal unser bestehendes Produktprogramm. Da sind zum einen Antriebslösungen, die perfekt auf Anwendungen zugeschnitten sind, wo wir heute noch keinen Marktzugang haben. Zum anderen ergänzen wir in vielen Produktreihen das Programm mit Produkten in kleineren Volumenströmen. Es ergibt sich sowohl bei den Produkten wie auch bei den Anwendungen eine richtig komplementäre Situation.

Ist die Akquisition ein Indikator dafür, dass Hawe Hydraulik sich in Richtung der elektrischen Automation weiterentwickeln will? Auch aus dem Grund, dass Sie unter Umständen  für die Hydraulik keine sehr großen Entwicklungsmöglichkeiten und Wachstumspotenzial sehen?

Wir erhalten mit diesem Kauf auch etablierte Lösungen in denen bereits das beste aus beiden Welten erfolgreich kombiniert wird. Wir stehen weiterhin zu den deutlichen Vorteilen des hydraulischen Antriebs und der mechatronischen Steuerungen. Wir sehen hier noch ganz viel Anwendungs- und Entwicklungspotenzial. So ist zum Beispiel die Kombination aus elektrischem Antrieb und hydraulischer Steuerung eine sehr effiziente Lösung für viele mobile Maschinen. Und auch in der Werkzeugmaschine ist die Elektrohydraulik sowohl im Platzbedarf als auch in der Energieeffizienz dem rein elektrischen Antrieb oft überlegen, das gilt genauso für spanende wie für umformende Werkzeugmaschinen. Und wenn Sie auf den ungemein spannenden und wachsenden Markt der Medizintechnik schauen, dann stehen hydraulische Antriebe hier erst am Anfang ihrer Möglichkeiten. Hydraulik ist ein Zukunftsthema und wir gestalten die Zukunft der Hydraulik.

Sind weitere Akquisitionen geplant? Wenn ja, in welchen Bereichen würden Sie noch zukaufen?

Hawe Hydraulik ist offen für strategische Partnerschaften und Akquisitionen, die unser Produkt-, Markt- oder Technologieportfolio ergänzen.

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