Welche Großstadt in Deutschland ist am dynamischsten? Welche hat die besten Zukunftsaussichten? Eine Untersuchung nimmt große Kommunen genauer unter die Lupe. Manche Ergebnisse überraschen.

Unverändert in der Topliga spielt München. Die bayerische Landeshauptstadt landete bei der aktuellen Lage das siebte Mal in Folge auf dem Siegertreppchen. Die einmalige Kombination aus hochleistungsfähiger Wissenschaft und wettbewerbsfähiger Wirtschaft wirke "wie ein Turbo für den Großraum München", erklärte Hanno Kempermann von IW Consult gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Auf Spitzenreiter München folgen auf den Plätzen zwei und drei Erlangen und Stuttgart.

Unter den Top zehn befinden sich auch die Bankenmetropole Frankfurt sowie Hamburg, Regensburg, Würzburg und Ulm. Am unteren Ende der Tabelle verharren Bremerhaven (Rang 69) sowie die Ruhrgebietsstädte Herne (70) und Gelsenkirchen (71).

Ruhrgebietstädte bilden Schlusslicht

Großstädte des Ruhrgebiets bilden seit Jahren die Schlusslichter des Städterankings. Dennoch sieht Kempermann Chancen für die Region. Als Pluspunkte nennt er unter anderem vergleichsweise günstigen Wohnraum, kulturelle Offenheit, eine dichte Besiedlung, spezialisierte Fachkräfte, Universitäten und Forschungsinstitute, sowie Flughäfen.

Ein neues wirtschaftliches Kraftzentrum ist aus Sicht der Studie in Mittelfranken um die Städte Erlangen, Nürnberg und Fürth entstanden. Die Region hatte einen harten Strukturwandel durchlebt.

Konzerne wie Grundig oder Quelle, die in Fürth ansässig waren, existieren nicht mehr. Die frühe Konzentration auf Zukunftstechnologien wie Medizintechnik habe jedoch bei der Bewältigung des Wandels geholfen.

Andere Analysen - andere Ergebnisse

Für das jährliche Städteranking vergleicht die Gesellschaft IW Consult des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft die aktuelle Lage, Veränderungsraten bestimmter Indikatoren (Dynamik) sowie Zukunftsperspektiven kreisfreier Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Analysiert werden Faktoren wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien, Forschungsstärke, Zukunftsindustrien und Lebensqualität.

Andere Analysen kommen teils zu etwas anderen Ergebnissen. Eine Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Privatbank Berenberg bescheinigte jüngst Berlin die besten Zukunftsaussichten - allerdings beachtet die Untersuchung nur die 30 größten deutschen Städte. Die Hauptstadt punktete mit einem vergleichsweise hohen prozentualen Bevölkerungsanstieg, dem höchsten Wachstum bei der Erwerbstätigkeit aller 30 Städte und einer deutlichen Verbesserung der Produktivität.

Leipzig belegte in der Gesamtschau erneut Rang zwei. Im Falle von München machten die Autoren dagegen "erste Grenzen des Wachstums" aus: die bayerische Landeshauptstadt rutschte auf Platz drei. Für die Rangliste, die seit 2008 alle zwei Jahre erstellt wird, wurden Faktoren wie Bildung, Innovation, Internationalität und Erreichbarkeit sowie die Entwicklung von Produktivität und Bevölkerung analysiert.

Mindestlöhne in der EU: So groß sind die Unterschiede

Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Die gesetzlichen Brutto-Mindestlöhne pro Monat in diesen 22 EU-Ländern variieren enorm. Zwischen dem Gehalt des letzten und des ersten Platzes liegen Welten. Oder um es in Zahlen auszudrücken: 1.738 Euro. Zum Ländervergleich!