Mercedes-Benz startet die Produktion im neuen Pkw-Werk Moscovia mit dem Anlauf der E-Klasse Limousine für den russischen Markt. Der E-Klasse werden SUV-Modelle folgen,wie der Automobilkonzern mitteilte. Das Unternehmen Cars investiert in das Werk in der Region Moskau insgesamt mehr als 250 Millionen Euro.

Über 1.000 Mitarbeiter werden in Produktion und Verwaltung des neuen Mercedes-Benz Werks arbeiten. Das Mercedes Werk Moscovia zeichnet sich laut Unternehmensangaben durch eine flexible und grüne Produktion aus und wird Industrie 4.0-Technologien einsetzen.

„Das Mercedes-Benz Werk Moscovia ist ein weiterer Baustein unserer Strategie, dort zu produzieren, wo unsere Kunden sind. Und davon profitieren beide Partner: Russland und Mercedes-Benz“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche.

An der Eröffnung des neuen Werks nahmen neben Dieter Zetsche auch der russische Präsident, Wladimir Putin sowie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier teil.

Investitionen von mehr als 250 Millionen Euro

Bereits 2017 hat Daimler den Grundstein für das neue Werk in der Region Moskau gelegt, das in weniger als zwei Jahren Bauzeit entstanden ist. Es befindet sich etwa 40 Kilometer nordwestlich der russischen Hauptstadt Moskau im Industriepark Esipovo und erstreckt sich über eine Fläche von 85 Hektar.

Federführend für die neue Auto-Produktion in Russland ist die eigens gegründete Produktionsgesellschaft Mercedes-Benz Manufacturing RUS (MBMR). Das Werk ist Teil des globalen Produktionsnetzwerks mit mehr als 30 Standorten weltweit.

„Unsere Investitionen in das neue Mercedes-Benz Werk in Russland sind ein wichtiger Stellhebel, um das globale Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars noch flexibler aufzustellen und marktnah zu produzieren. Auch im neuen Werk werden wir modernste Technologien einsetzen und in Mercedes-Benz Top-Qualität produzieren“, erklärt Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain.

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Wirtschaftsmotor für die Region Moskau

Mit dem Start einer lokalen Mercedes-Benz Pkw-Produktion knüpft Daimler an das bisherige Engagement des Unternehmens in Russland an, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Mit den neuen Kapazitäten sollen die in Russland besonders hohe Nachfrage nach Mercedes-Benz E-Klasse Limousinen und SUVs bedient werden.

Daher wird das Werk zusätzlich zur E-Klasse auch SUV-Modelle fertigen. Damit werden die in Russland meistverkauften Autos von Mercedes-Benz künftig direkt im vor Ort hergestellt. Mercedes ist seit 2013 die zulassungsstärkste Premiummarke unter den Automobilherstellern in Russland. In den vergangenen zehn Jahren hat das Unternehmen seinen Pkw-Absatz hier mehr als verdoppelt.

„Der russische Automobilmarkt bleibt ein Schlüsselmarkt für deutsche Automobilhersteller. Die Eröffnung des russlandweit ersten Werkes von Mercedes-Benz Cars ist ein Meilenstein für das Engagement von Mercedes-Benz in Russland, aber auch für das Engagement deutscher Unternehmen in Russland insgesamt“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

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Umweltfreundliche Produktion

Die Produktion am neuen Standort zeichnet sich laut dem Unternehmen durch Industrie 4.0-Technologien aus. Fahrerlose Transportsysteme befördern die Karosserien zwischen den Gewerken. In der Montage werden zudem automatisierte Warenkorbsysteme genutzt. Dazu kommen zukunftsorientierte Lösungen zur Verbesserung von Ergonomie und Effizienz wie die Mensch-Roboter-Kooperation beim Einbau der Frontscheibe ohne Schutzzaun.

Zahlreiche umwelt- und ressourcenschonende Lösungen wie eine papierlose Dokumentation, emissionsfreie Elektro-Gabelstapler, Wärmerückgewinnung in den Gebäuden und die Verwendung wasserlöslicher Produkte in der Lackierung machen die Produktion nachhaltig und grün. Das „One-Roof-Konzept“ bündelt alle Arbeitsschritte unter einem Dach.

Es ermöglicht kurze Wege und eine schnelle, direkte Kommunikation. Dieser Gedanke spiegelt sich auch in der Architektur: Glaswände dienen als verbindendes Element und gestalten den Raum zwischen den Arbeitsplätzen in der Verwaltung und der Produktion transparent.

"Fundament für langfristige Zusammenarbeit"

„In den vergangenen Jahren haben wir das Fundament für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit mit der russischen Regierung und insbesondere dem Ministerium für Industrie und Handel sowie der Region Moskau gelegt. Wir schaffen neue und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Damit tragen wir aktiv zur Weiterentwicklung der gesamten Region bei“, so Axel Bense, CEO Mercedes-Benz Manufacturing RUS.

Von mehr als 1.000 geplanten Beschäftigten hat etwa die Hälfte bereits die Arbeit aufgenommen. Die Recruiting- und Qualifizierungsmaßnahmen für die verbleibenden offenen Stellen in der Produktion laufen und werden in Kürze abgeschlossen. Die Belegschaft stammt überwiegend aus der Region und wurde in bestehenden Daimler-Werken in aller Welt sowie in Kooperation mit den lokalen Berufsschulen qualifiziert.

Auch andere Autobauer produzieren in Russland

„Viele Autohersteller haben ihre Produktion in Russland bereits lokalisiert. Heute schließt sich ihnen auch Mercedes-Benz an. Die Projektrealisierung umfasst nach vorläufigen Berechnungen rund 19 Milliarden Rubel und wird die Produktion von verschiedenen Fahrzeugmodellen ermöglichen", sagte Denis Manturov, Industrie- und Handelsminister der Russischen Föderation. Entscheidend sei, dass technologisch anspruchsvolle Arbeiten wie Schweißen, Lackieren und Montage sowie die Qualitätsprüfung der fertigen Fahrzeuge im neuen Werk in Russland durchgeführt werden. 

Andrej Vorobjov, Gouverneur der Region Moskau, ergänzte:„Dank der Unterstützung des Präsidenten konnte ein ehrgeiziges und umfassendes Projekt in der Region Moskau realisiert werden, das meines Erachtens ein Meilenstein für das gesamte Land sein wird. Ich danke auch dem Vorstand von Daimler für das Vertrauen und den Wunsch, das Werk in unserer Region zu errichten. Wir unsererseits haben alles unternommen, um sicherzustellen, dass die Eröffnung des Werks pünktlich erfolgt. Von besonderer Bedeutung ist für uns die Zusammenarbeit des Werks mit unseren Fachschulen. Die Studenten, die an der Fachschule ‚Podmoskowje‘ im Rahmen des Programms ‚ Mercedes‘ studieren sind hochmotiviert. Und für uns ist es wichtig, dass die Absolventen einen begehrten Job mit einem angemessenen Gehalt bekommen.“ 

Altmaier sieht Potenzial für bessere Zusammenarbeit mit Russland

Bundeswirtschaftsminister Altmaier sieht Chancen für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland. Es gebe ein großes Entwicklungspotenzial für die deutsch-russische Zusammenarbeit, sagte der CDU-Politiker bei der Eröffnung des ersten Mercedes-Benz-Werks in Russland. "Wir wollen im Interesse der Menschen auf beiden Seiten in beiden Ländern Potenziale erschließen, und dazu gehört auch die Automobilindustrie." Er rechne damit, dass der Handel zwischen beiden Ländern in diesem und im nächsten Jahr weiter zulegen werde, sagte der Minister.

Kremlchef Wladimir Putin sicherte ausländischen Investoren bei der Eröffnung auch weiterhin Unterstützung seines Landes beim Bau von Produktionsstätten zu. Es habe lange gedauert, bis die Investitionsentscheidung gefallen sei. Dann aber sei alles schnell gegangen, innerhalb von anderthalb Jahren der ganze Neubau, betonte Putin. Mercedes sei eine geschätzte Marke in Russland - vor allem natürlich im Premium-Segment.

Mercedes ist geschätzte Marke in Russland

Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, Mercedes-Benz glaube an russischen Markt. "Das ist ein Parade-Beispiel deutsch-russischer Partnerschaft." Das sei der Beginn einer noch intensiveren Partnerschaft. Die Unterstützung Putins sei entscheidend gewesen, so Zetsche. "Vertrauen schafft Chancen."

Altmaier sprach von einem "wichtigen Signal weit über das konkrete Werk" hinaus. Er hatte am Vormittag Gespräche mit Energieminister Alexander Nowak sowie Industrie- und Handelsminister Denis Manturow geführt.

"Wir verschweigen unsere politischen Unterschiede nicht", sagte der Wirtschaftsminister und verwies dabei unter anderem auf den Ukraine-Konflikt. "Trotzdem gibt es auf beiden Seiten den Wunsch und die Bereitschaft, die Zusammenarbeit zu verbessern."

Mit Material von dpa

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