Anja Ringel, Julia Dusold und Christina Reuter strahlen in die Kamera

Die Redakteurinnen (von links) Anja Ringel und Julia Dusold sprechen in der vierten Folge von Industry Insights mit Christina Reuter von Airbus Defence and Space. - Bilder: Florian Swoboda, Reuter; Grafik: Claudia Weber

Klassik oder Rock? Bei Dr. Christina Reuter bietet sich diese Frage an. Schließlich kommt die Ingenieurin aus einer Geigenbauerfamilie. Sie war die erste in der Familie, die studiert hat, erzählt sie in der vierten Folge von Industry Insights. Seitdem hat Reuter eine steile Karriere hingelegt: Bei Airbus Defence and Space kümmert sie sich um die Digitalisierung und Vernetzung. 2016 wurde sie Aufsichtsrätin bei Kion und damit die jüngste Aufsichtsrätin eines börsennotierten Unternehmens in Deutschland.

Dort ist sie nicht die einzige Frau. In anderen Sitzungen sieht das ganz anderes aus. Mittlerweile sei es fast normal für sie, dass sie meistens nur Männern gegenübersitzt, erzählt sie. „Es ist fast eher so, dass es mir mehr auffällt, wenn viele Frauen in den Sitzungen sind“, so Reuter.

Als „nicht besonders angenehm“ beschreibt sie Situationen im Ingenieur-Studium: Wenn sie als Frau zu spät in eine Vorlesung gekommen sei, musste diese kurz unterbrochen werden, weil der ganze Saal mit über 1.000 männlichen Studenten gepfiffen habe. Zwar wurde es im Laufe des Studiums besser. Sie habe aber versucht, nicht mehr zu spät zu kommen, erinnert sich Reuter.

Auch jetzt sei man von Parität in technischen Berufen noch sehr weit entfernt.

Wie sie als Führungskraft das Thema Diversity angeht und welche Tipps sie für jungen Menschen für die Karriereplanung in der Industrie hat, erklärt Reuter im Podcast:

Die Folge finden Sie auch hier: Podigee I Spotify I Apple Podcasts.

 

Digitalisierung: Das sind die Pläne von Airbus

Derzeit ist Reuter in Elternzeit. Davor war sie bei Airbus Defence and Space Head of Digital Design, Manufacturing and Services at Operations. Der Konzern arbeite in einem hochtechnologischen Umfeld. Ziel sei es, die digitale Infrastruktur so miteinander zu vernetzen, dass am Ende alles miteinander verknüpft sei, erklärt sie den Redakteurinnen Julia Dusold und Anja Ringel im Podcast.

Die Zusammenarbeit solle künftig funktionsübergreifend mit Engineering, Services etc. ablaufen, sodass der Konzern am Ende seine Kunden schneller mit Produkten und Lösungen bedienen kann, aber auch intern effizienter werde, so Reuter.

Im Podcast erklärt sie außerdem, was ihre Aufgabe bei diesem Vorhaben ist und wie weit Airbus schon ist.

Eines sei vorweggenommen: Menschenleere Fabriken sieht sie in Zukunft nicht – trotz Digitalisierung und dem Einsatz von Robotern.

Wie gelingt Deutschland die digitale Transformation? Diese Frage beantwortet Britta Daffner von IBM hier im Interview.

Das ist Christina Reuter

Bild: Reuter

Vor ihrer derzeitigen Elternzeit war Dr. Christina Reuter Head of Digital Design, Manufacturing and Services (DDMS) at Operations bei der Airbus Defence and Space. Neben ihrer Tätigkeit bei Airbus hat sie weitere Berufserfahrung als Oberingenieurin und Abteilungsleiterin Produktionsmanagement am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen gesammelt. Dort hat sie auch promoviert. Sie hat sowohl in Aachen als auch in Peking studiert. Seit 2016 ist Reuter Aufsichtsrätin bei Kion.

So läuft die Arbeit als Aufsichtsrätin ab

„Ich war neugierig, was sich dahinter verbirgt“, erklärte Reuter 2016, als sie jüngste Aufsichtsrätin Deutschlands wurde. Fünf Jahre später blickt sie im Podcast zurück und erzählt, dass sie in die Rolle hineingewachsen ist, weil sie vorher keine Erfahrungen auf diesem Gebiet hatte.

In den fünf bis sechs Aufsichtsratssitzungen pro Jahr stehen sie und ihre Kollegen dem Unternehmen beratend zur Seite, diskutieren gemeinsam und haben eine überwachende Funktion. Die Schwerpunkte seien dabei unterschiedlich. Oft gehe es um die Geschäftsentwicklung von Kion, aber auch die Strategie des Unternehmens.

Neugierig geworden? Im Podcast verrät Reuter was bisher eine ihrer spannendsten Aufgaben als Aufsichtsrätin war, welche Trends sie bei den Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 sieht und was sich in der Gesellschaft in Bezug auf Geschlechterrollen ändern muss.

Industry Insights: Das sind die Moderatorinnen

Bild: Florian Swoboda

Julia Dusold (rechts) kann genauso gut Differentialgleichungen lösen wie Instagram-Stories aufbauen. Schließlich hat sie neben Physik auch noch Wissenskommunikation studiert. Ihre Spezialgebiete sind verschiedene Fertigungstechnologien wie Zerspanung und 3D-Druck. Besonders begeistert ist sie von Zukunftsthemen wie KI und Quantentechnologie. Julia hat schon vielen Kollegen mit ihren IT- und Programmierfähigkeiten aus der Patsche geholfen, besitzt ein Hogwarts-Schloss aus Lego und ist großer Doctor-Who-Fan. Folgen Sie Julia Dusold auch auf LinkedIn, Xing und Twitter.

 

Als Wirtschaftsredakteurin schaut Anja Ringel (links) den Unternehmen auf die Finger oder besser gesagt auf die Bilanzen. Ihr Trumpf: Ein Master in „European Studies“ mit den Schwerpunkten Politik und BWL. Anja interessiert sich aber nicht nur für die finanzielle Seite. Sie recherchiert unter anderem auch zu Management-Themen, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und den Herausforderungen der Transformation. Privat kann sie gut auf Bilanzzahlen verzichten und geht lieber in den Alpen wandern. Neben Wanderschuhen immer mit dabei: ein spannendes Buch. Folgen Sie Anja Ringel auch auf LinkedIn, Xing und Twitter.

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