Geopolitische Konflikte, beschleunigte Genehmigungen und strategische Partner prägen die Rüstungsexporte 2025. Mit rund zwölf Milliarden Euro erreichen die Exportfreigaben ein neues Gewicht für die Sicherheits- und Bündnispolitik.
Im Jahr 2025 wurde nach vorläufigen Zahlen die Ausfuhr von Rüstungsgütern im Gesamtwert von rund zwölf Milliarden Euro genehmigt.gopixa - stock.adobe.com)
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Die Bundesregierung hat die vorläufigen Zahlen zu den Rüstungsexporten veröffentlicht. Sie entscheidet dabei nach eigener Aussage über Genehmigungen konventioneller Rüstungsexporte stets einzelfallbezogen und orientiert sich an rechtlichen Vorgaben sowie außen- und sicherheitspolitischen Erwägungen. Ausschlaggebend sind dabei insbesondere Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Bündnisinteressen der Empfängerländer.
Zur Verfahrensbeschleunigung existieren verfahrenserleichternde Regelungen für Lieferungen an EU-, NATO- oder gleichgestellte Partner. Diese ermöglichen eine sofortige Lieferung; ihre Werte werden nachträglich über Meldungen erhoben und zusammen mit Einzelgenehmigungen ausgewiesen, was die Jahresstatistik beeinflusst.
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Genehmigte Rüstungsexporte 2025: Die Zahlen auf einen Blick
2025 wurden nach vorläufigen Zahlen Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter im Gesamtwert von rund zwölf Milliarden Euro erteilt.
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Kriegswaffen: etwa 5,6 Mrd. Euro
Sonstige Rüstungsgüter: etwa 6,4 Mrd. Euro
Einzelgenehmigungen: ca. 8,6 Mrd. Euro
Meldewerte Allgemeiner Genehmigungen: ca. 3,3 Mrd. Euro
Solche Zahlen können durch einzelne Großprojekte stark beeinflusst werden.
Hauptempfänger: Länder mit den höchsten Genehmigungswerten
Hauptempfängerland in 2025 ist erneut die Ukraine, für die Rüstungsexporte im Wert von rund zwei Milliarden Euro genehmigt wurden. Die Zahlen im Überblick:
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Ukraine: 2,001 Milliarden Euro
Norwegen: 1,381 Milliarden Euro
Schweden: 1,016 Milliarden Euro
Türkei: 742 Millionen Euro
Singapur: 709 Millionen Euro
Vereinigtes Königreich: 596 Millionen Euro
Vereinigte Staaten: 575 Millionen Euro
Rumänien: 342 Millionen Euro
Dänemark: 241 Millionen Euro
Italien: 236 Millionen Euro
(Zahlen sind gerundet; Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)
Struktur der Empfängerländer und Bündnisse
Auf Genehmigungen für Lieferungen in EU-, NATO- und NATO-gleichgestellte Länder entfielen rund 7,7 Milliarden Euro (anteilig rund 4,23 Milliarden Euro Kriegswaffen und rund 3,44 Milliarden Euro sonstige Rüstungsgüter).
Im Genehmigungswert für Drittländer (einschließlich Ukraine, Republik Korea und Singapur) von rund 4,2 Milliarden Euro (anteilig: rund 1,4 Milliarden Euro Kriegswaffen und rund 2,8 Milliarden Euro sonstige Rüstungsgüter) beträgt der Anteil der Ukraine (rund 2 Milliarden Euro) rund 47 Prozent. Zusammen mit der Republik Korea, Singapur und der Ukraine entfielen bei den Drittländern insgesamt rund 2,99 Milliarden Euro und damit rund 71 Prozent der Rüstungsexporte auf diese drei Länder und rund 1,2 Milliarden Euro auf weitere Drittländer.
Im Wert der Drittländer bereits enthalten sind Ausfuhrgenehmigungen für Entwicklungsländer in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro (anteilig: rund 594 Millionen Euro Kriegswaffen und rund 1,7 Millarden Euro sonstige Rüstungsgüter). Der Anteil der Ukraine in dieser Gruppe liegt bei rund 87 Prozent.
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Der Gesamtwert der Genehmigungen für Kleinwaffen und Kleinwaffenteile belief sich nach vorläufigen Zahlen im Jahr 2025 auf rund 95 Millionen Euro. Davon entfielen rund 75 Millionen Euro und damit rund 79 Prozent des Genehmigungswertes auf EU-, NATO- und NATO-gleichgestellte Länder.
Vom Wert für die Drittländer (rund 19,7 Millionen Euro) entfielen rund 44 Prozent auf die Ukraine. Zusammen betrachtet beträgt der Anteil der EU-, NATO- und NATO-gleichgestellten Länder, der Republik Korea, Singapurs und der Ukraine rund 88 Prozent des Gesamtwerts der Genehmigungen für Kleinwaffen und Kleinwaffenteile.
Mit Material vom Bundesministerium Wirtschaft und Energie
FAQ zur Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung 2025
Was kennzeichnet die Rüstungsexportentscheidungen der Bundesregierung im Jahr 2025?
Die Entscheidungen über Rüstungsexportgenehmigungen erfolgen im Jahr 2025 im Einzelfall und unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation. Maßgeblich sind außen- und sicherheitspolitische Erwägungen sowie rechtliche und politische Vorgaben. Bewertet werden insbesondere das Empfängerland, die Art des Rüstungsgutes und der vorgesehene Verwendungszweck.
Wie hoch ist der Gesamtwert der genehmigten Rüstungsexporte im Jahr 2025?
Nach vorläufigen Zahlen wurden im Jahr 2025 Rüstungsexporte im Gesamtwert von rund 12 Milliarden Euro genehmigt. Davon entfallen rund 5,6 Milliarden Euro auf Kriegswaffen und rund 6,4 Milliarden Euro auf sonstige Rüstungsgüter. Rund 8,6 Milliarden Euro betreffen Einzelausfuhrgenehmigungen und rund 3,3 Milliarden Euro Meldewerte aus Allgemeinen Genehmigungen.
Welche Länder erhielten 2025 die höchsten Rüstungsexportgenehmigungen?
Hauptempfängerland ist erneut die Ukraine mit Genehmigungen im Wert von rund 2 Milliarden Euro. Weitere Länder mit hohen Genehmigungswerten sind unter anderem Norwegen, Schweden, die Türkei, Singapur, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.
Welche Rolle spielen Allgemeine Genehmigungen bei Rüstungsexporten?
Allgemeine Genehmigungen dienen der Beschleunigung und Optimierung der Genehmigungsverfahren, insbesondere für Exporte in EU- und bestimmte NATO-Länder. Sie ermöglichen eine sofortige Lieferung, wobei die Werte der Ausfuhren nachträglich gemeldet und anschließend kumuliert mit den Einzelgenehmigungen ausgewiesen werden.