Einblick in die Smart Factory von Trumpf in Ditzingen: Mann steht mit Tablet an der Steuerung einer Maschine. Die Maschine ist Teil einer Reihe von Blechbearbeitungsmaschinen.

Einblick in die Smart Factory von Trumpf in Ditzingen: Hier arbeiten Mensch, Maschine und Software Hand in Hand. (Bild: Trumpf)

Kostendruck, eine wachsende Teilevielfalt und immer höhere Qualitätsansprüche verändern die Arbeit in Fabriken. Planungen werden kompliziert und zeitaufwendig, die nötige Flexibilität ist nicht mehr gegeben.

Abhilfe schaffen digitale Lösungen, mithilfe derer die Produktion von Anfang bis Ende intelligent wird – also eine Smart Factory. Automatische Fertigungssysteme, autonome Logistikprozesse und KI-gestützte Softwarelösungen machen eine zuvor so nicht realisierbare Optimierung möglich.

Doch welche Auswirkung haben diese technischen Lösungen auf die Arbeit der Menschen in der Fabrik? Von welchen Vorteilen sie profitieren, welche neuen Fähigkeiten notwendig werden, was die Herausforderungen sind und wie Sie diese meistern, erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Vorteile hat eine Smart Factory für dort arbeitende Menschen?

Insgesamt werden die Mitarbeitenden bei vielen Dingen stärker unterstützt und können so besser ihre Leistung erbringen. „Es ist schon eine große Erleichterung für die Mitarbeiter“, sagt Uwe Krauß, Smart Factory Sales & Support bei Trumpf. „Es fallen viele eher nervige Tätigkeiten weg, wie zum Beispiel Suchzeiten, weil Dinge nicht an ihrem Platz sind.“ Denn wenn die Smart Factory gut gemacht sei, dann wären die Dinge immer zur rechten Zeit am rechten Fleck. Auch die passenden Unterlagen zum jeweiligen Prozess seien dann stets verfügbar, was die Arbeit zusätzlich erleichtert.

Neben den Suchzeiten wird auch der bürokratische Aufwand reduziert. Weniger Dinge müssen händisch erfasst werden. Ein Beispiel: Die Fertigmeldung von Teilen. In einer nicht-digitalisierten Fabrik kommen die Teile aus der Maschine und ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin müssen dieses in irgendeiner Weise kontrollieren und erfassen. „Das ist auch so eine unangenehme Routinearbeit, denn seine eigentliche Arbeit hat der Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt schon gemacht“, kommentiert Krauß. „Dank smarter Lösungen werden die Teile so intelligent, dass sie sich selbst fertigmelden können. Das ist eine unheimliche Entlastung, lässt mehr Zeit für wichtigere Aufgaben und auch der Gesamtprozess ‚flutscht‘ besser.“

Portrait von Uwe Krauß ist im Smart Factory Sales & Support bei Trumpf.
Uwe Krauß (Bild: Trumpf)

Das zusätzliche Plus: Intelligente Teile und automatisierte Prozesse, entbindet die Fachkräfte zum Teil von ihrem Arbeitsplatz an der Maschine. Laut Krauß wird dies in der Branche durchaus positiv aufgenommen: „Für die meisten ist es ein positiver Aspekt, dass sie auch mal weglaufen können vom Arbeitsplatz oder etwas anderes machen können, während die Maschine sich selbst überwacht und sich meldet, wenn was ist.“

Außerdem werden in einer durchdigitalisierten Fabrik Fehler vermieden. „Alles, was an Dokumentation manuell geschieht und auf Papier steht, kann Schreib- oder Lesefehler verursachen“, so der Trumpf-Experte. „Das passiert in der smarten Fabrik nicht mehr und es gefällt natürlich jedem Mitarbeiter, wenn das Fehlerrisiko deutlich geringer ist.“ Gerade wenn man noch nicht ganz so lange dabei ist, sei es eine besondere Erleichterung, wenn man weniger Angst vor Fehlern haben müsse.

Aber auch erfahrenere Mitarbeiter profitieren von Smart-Factory-Lösungen: Der eigene Erfolg kann damit gesteigert werden und teilweise sogar wesentlich besser dokumentiert werden. „Die älteren Mitarbeiter sind ja oftmals durch ihre Erfahrung ein bisschen schneller und können mehr abarbeiten“, erzählt Krauß. „Durch die mittels digitaler Lösungen geschaffenen Transparenz, kann diese Mehrleistung besser dokumentiert werden.“ Das führe zu einer höheren Wertschätzung und Anerkennung der erbrachten Leistung.

Welche neuen Fähigkeiten fordert eine intelligente Fabrik von Mitarbeitenden?

Da technisches Wissen durch die Digitalisierung einfacher verfügbar ist und die Systeme einer Smart Factory an dieser Stelle unterstützen, werden andere Fähigkeiten wichtiger als sie bisher waren.

Die wichtigste davon: Prozessdenken. Denn bei einer Smart Factory geht es nicht nur darum, den Gesamtprozess digital abzubilden, sondern darum, die einzelnen Prozesse in eine logische Reihenfolge zu bringen und permanent zu optimieren. Und eben das erfordert das spezielle Wissen aufseiten der Menschen. „Das ist natürlich eine Herausforderung für die Mitarbeiter, aber auch eine attraktivere Aufgabe“, sagt Krauß. „Denn so gibt man den Mitarbeitern automatische mehr Verantwortung und mehr Freiraum für seine Kreativität. Er ist jetzt quasi der Herr über einen gewissen Prozessbereich und ein Mehrwert.“

Das zeige dem Personal auch, dass sie wichtig seien und keineswegs durch Maschinen oder Systeme ersetzbar. „Das ist dann genau das Gegenteil von dem, was die meisten befürchten, weil sie denken, die Digitalisierung nimmt mir den Arbeitsplatz weg.“ Dem sei aber eben nicht so.

Des Weiteren werden Kommunikationsfähigkeiten auf allen Ebenen des Betriebs wichtiger. „Bei der Digitalisierung ist die große Gefahr, dass der menschliche Kontakt abnimmt, da er nicht mehr zwingend erforderlich ist“, postuliert der Trumpf-Experte. Doch eigentlich werde genau dieser Kontakt sogar wichtiger, da nur so kreative Lösungen entstehen können, die nicht von Systemen übernommen werden können. „Außerdem sind gemeinsame Lösungen, Sympathie und ein funktionierendes und vertrauensvolles Miteinander immer noch sehr wichtig, um erfolgreich zu sein“, betont Krauß.

Fahrerloses Transportsystem in der intelligenten Fertigung von Trumpf
Gehören auch zur Smart Factory und sorgen dafür, dass die Mitarbeitenden immer die richtigen Teile parat haben: Fahrerlose Transportsysteme. (Bild: Trumpf)

Was sind die Herausforderungen auf menschlicher Ebene?

Damit dieses Miteinander funktioniert, sollte Führungskräften klar sein, was die Herausforderungen auf der menschlichen Ebene sind, wenn man sein Werk zu einer Smart Factory macht und wie man damit umgeht. Die größte Herausforderung ist es, die unterschiedlichen Ziele der Führungskräfte (also den Unternehmenszielen) und der ausführenden Mitarbeitenden zu harmonisieren.

Auf der Seite des Unternehmens stehen Ziele wie Transparenz, Gewinnmaximierung und Kostensenkung. „Das will der Unternehmer durch möglichst geringe Verschwendung erreichen“, erläutert Krauß dies. „Weder Verschwendung von Arbeitszeit durch unnötige Tätigkeiten oder Fehler, noch Verschwendung von Materialien oder Hilfsmitteln. Und am Ende steht natürlich das Ziel, zufriedene Kunden zu haben.“

Die Arbeitskräfte hingegen haben andere Prioritäten. Laut Krauß vor allem eines: keinen Stress. „Für einen Mitarbeiter ist es Stress, wenn er eine Arbeit hat, die ein hohes Fehlerrisiko hat, wie zum Beispiel beim Teilezählen oder Datenerfassen“, führt er aus. „Und wenn sie Werkzeuge, Teile, Hilfsmittel oder Unterlagen suchen müssen, anstatt ihrer produktiven Tätigkeit nachzugehen.“

Außerdem führt Krauß noch weitere Punkte auf: Die Tätigkeit soll abwechslungsreich sein und machbare Herausforderungen enthalten. Gewünscht sind eine hohe Flexibilität und eine möglichst große Freiheit. Natürlich soll auch der Erfolg dabei nicht zu kurz kommen, sowohl im monetären Bereich als auch in Form von Anerkennung.

Diese verschiedenen Ziele zusammenzubringen ist nicht einfach, kann aber dank der Digitalisierung gelingen. Denn Lösungen für die Smart Factory bringen Unternehmensziele damit zusammen, dass die Arbeit für die Beteiligten einfacher und vielfältiger macht. Damit das funktioniert, müssen aber auch alle mitziehen.

Wie nehme ich Mitarbeitenden Ängste gegenüber der Smart Factory?

Das allerwichtigste, damit eine intelligente Fabrik funktionieren kann und von den darin arbeitenden Arbeitskräften gut angenommen wird, ist ein vertrauensvolles Miteinander über alle Ebenen hinweg. Dazu ist vor allem eine klare Kommunikation notwendig.

Dabei geht es zum einen darum, die bereits erläuterten Vorteile der Belegschaft von Anfang an offenzulegen. Zum anderen sollte laut Krauß vor allem eines klargemacht werden, und zwar, dass die Smart Factory in den meisten Fällen das Gegenteil von dem bewirkt, was sie befürchten. „Sie haben ja vielleicht Angst, sie verlieren den Arbeitsplatz, aber im Gegenteil: Durch die effizientere Gestaltung dieser Prozesse ist der Arbeitsplatz gesichert. Zudem erhöht sich ihr eigener ‚Marktwert‘ durch die Aufwertung ihres Tätigkeitsprofils.“

Auch hilft es, die Mitarbeitenden direkt am Anfang eines Smart-Factory-Projekts miteinzubeziehen. Sie zu fragen, was sie sich für ihre Arbeit von digitalen Lösungen erhoffen und wo sie am ehesten Unterstützung brauchen. Denn „ein Kernsatz, der für alle Sachen gilt, wo Menschen mit im Boot sind, ist: Machen Sie die Betroffenen zu Beteiligten“, rät Krauß. Wenn dann noch die unterschiedlichen Ziele so gut wie möglich harmonisiert würden, dann können Smart-Factory-Lösungen ihr volles Potenzial entfalten.

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