Er ist Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Audi AG: Peter Mosch.

Er ist Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Audi AG: Peter Mosch. - Bild: Audi

| von Gabriel Pankow

Der Audi-Betriebsrat hat mit Abschluss der Grundsatzvereinbarung "Audi.Zukunft" laut eigenen Angaben einen wichtigen Meilenstein erreicht. Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Audi AG, betonte: "Unsere Hauptforderung für die deutschen Standorte war von Anfang an: Sicherheit für die Beschäftigten. Und diese Sicherheit haben wir mit Audi.Zukunft erreicht. Durch die Verlängerung der Beschäftigungsgarantie sind betriebsbedingte Kündigungen bis 31.12.2029 ausgeschlossen."

Betriebsrat musste Zugeständnisse machen

Allerdings ergänzte Mosch, dass der Betriebsrat bei der Grundsatzvereinbarung mit der Unternehmensleitung auch Kompromisse in Form von Personalanpassungen eingehen musste. So streicht die VW-Tochter unterm Strich 7.500 Jobs in Deutschland.

So will Audi die Kapazität in den schlecht ausgelasteten deutschen Werken Ingolstadt und Neckarsulm deutlich herunterfahren. 9.500 Stellen sollen ohne betriebsbedingte Kündigungen wegfallen, im Gegenzug will Audi 2.000 neue Stellen in anderen Bereichen schaffen.

In seiner Stellungnahme erklärte Mosch: Der Gesamtbetriebsrat habe allerdings durchsetzen können, dass diese Anpassungen so sozialverträglich wie möglich gestaltet und ohne Leistungsverdichtung stattfinden werden. 

Was passiert bei Audi nach dem Vorstandswechsel?

Mit Audi.Zukunft sei nun zwar der Grundstein für die nächsten zehn Jahre gelegt, aber die Hauptarbeit stehe mit der detaillierten Ausgestaltung der Eckpunkte noch bevor, heißt es in einer Presseerklärung des Audi-Betriebsrats.

Mit Blick auf die im Frühling 2020 anstehenden Vorstandswechsel bei Audi erinnerte Mosch daran, dass Vereinbarungen stets mit dem Vorstand als Gremium und nicht mit einzelnen Personen getroffen werden. Somit ändere sich auch bei einem personellen Wechsel nichts an den Verbindlichkeiten.

Mosch hebt hervor: "Der Betriebsrat und die IG Metall bleiben als Konstante für die Belegschaft bestehen. Das gilt auch für die Ausgestaltung der Grundsatzvereinbarung Audi.Zukunft."

Auch Personalvorstand Wendelin Göbel unterstrich die Bedeutung von Audi.Zukunft für die deutschen Standorte: "Wir können stolz sein, dass wir diesen enorm wichtigen Zukunftspakt gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Mit Audi.Zukunft gestalten wir die Transformation proaktiv und stellen dabei die Menschen in den Mittelpunkt."

Im selben Atemzug betonte er, dass der größte Garant für die Zukunft des Autobauers die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens darstelle. "Wir müssen als Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein, nur das sicher langfristig Arbeitsplätze", so Göbel.

Audi muss auf die Kostenbremse drücken...

Denn zur Wahrheit gehört auch: Die schwächelnde VW-Tochter kürzt angesichts ihres Sparkurses bei den Investitionen. Für die kommenden fünf Jahre bis 2024 will Audi zusammengenommen rund 37 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung sowie Sachinvestitionen stecken, wie das Unternehmen bereits Ende November erklärte.

Im letzten Fünfjahresplan 2019 bis 2023 hatte Audi noch 40 Milliarden Euro veranschlagt. Die aktuelle Planung spiegele eine bessere Investitions- und Kostendisziplin wider, hieß es.

...um bei E-Mobility Gas zu geben

In bestimmte Bereiche will das Unternehmen aber mehr Geld stecken. Von den geplanten Investitionen bis 2024 soll ein großer Teil in elektrische Antriebe und Modelle fließen. "Mit rund 12 Milliarden Euro geben wir bis 2024 mehr als je zuvor für Elektromobilität aus", sagte Audi-Finanzchef Alexander Seitz, der in gleicher Funktion zum 1. März nach Wolfsburg zur Kernmarke VW Pkw wechseln wird.

Die Investitionspläne sind Teil der fünfjährigen Budgetrunde des VW-Konzerns. Die Wolfsburger wollen über alle Marken konzernweit bis 2024 rund 150 Milliarden Euro in Anlagen, Forschung und Entwicklung stecken. Davon sollen rund 33 Milliarden alleine für die Elektromobilität zur Verfügung stehen.

Was den Audianern Hoffnung macht

Nach einem tiefen Einbruch geht es in Sachen Absatz bei Audi aber wieder nach oben. Kurz vor Jahresende hat der Ingolstädter Autohersteller die Verkaufszahlen des Vorjahres erstmals übertroffen: Von Januar bis einschließlich November verkaufte die VW-Tochter knapp 1,7 Millionen Fahrzeuge, ein leichtes Plus von 0,7 Prozent. Zuvor hatte es bei den kumulierten Verkaufszahlen seit Jahresbeginn immer ein Minus gegeben.

Im November setzte Audi weltweit 163.350 Autos ab, fast ein Viertel mehr als im Vorjahresmonat, meldete die Nachrichtenagentur dpa Anfang Dezember. Dabei ging es quasi überall nach oben: In Europa wurde ein Drittel mehr Fahrzeuge abgesetzt.

Das lag allerdings auch daran, dass 2018 die Verkaufzahlen eingebrochen waren, weil mehreren Audi-Modellen noch die Zulassung nach dem neuen Abgasstandard WLTP gefehlt hatte. Doch höhere Verkaufszahlen gab es nun auch in den USA (+17,3 Prozent) und China (+16,8). Audi hat mehrere neue Modelle auf den Markt gebracht, gut verkaufen sich vor allem SUVs.

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