Mitarbeitende von Heidelberger arbeiten an einer Druckmaschine.

Heidelberger Druckmaschinen sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt. - Bild: Heidelberger Druckmaschinen

Optimismus pur bei Heidelberger Druckmaschinen: „Heidelberg ist zurück“, erklärte CEO Rainer Hundsdörfer heute auf der Bilanzpressekonferenz. Er wurde sogar noch deutlicher: Das Unternehmen habe wieder eine Perspektive – sogar eine vielversprechende – verkündete er. Nach schweren Jahren sieht der Geschäftsführer sein Unternehmen auf einem guten Weg. Diesmal habe sich das Unternehmen wirklich gewandelt.

Einer der Gründe: Die Umstrukturierung des Unternehmens. Heidelberg werde immer mehr „vom Druckmaschinen zur Technology-Company“, sagte Hundsdörfer. Konkret heißt das, Heidelberg stellt nicht mehr „nur“ die Druckmaschinen her, sondern will seine Maschinen durch den kompletten Lebenszyklus begleiten – inklusive Service, Wartung, Software etc.

Heidelberg ist außerdem laut Hundsdörfer im Packaging-Bereich der einzige Anbieter am Markt, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Durch Maßnahmen wie eine durchgehende Automatisierung, soll der Umsatz in den kommenden Jahren von rund 860 Millionen Euro auf über ein Milliarde Euro gesteigert werden. Zudem will das Unternehmen seine Subscription-Modelle (mehr dazu lesen Sie hier) und seine Stellung im chinesischen Markt weiter ausbauen.

Starkes Wachstum bei E-Mobilität erwartet

Zudem will das Unternehmen seine Technologiekompetenz für zukünftiges Wachstum nutzen – auch in neuen Geschäftsfeldern. Dazu zählt auch die Elektromobilität, in die das Unternehmen immer mehr investiert. Genauer gesagt im Ladeinfrastrukturmarkt.

Allein im vergangenen Jahr konnte Heidelberg das E-Mobilitäts-Geschäft verdoppeln, sagte Hundsdörfer.

Und das Wachstum soll anhalten: „Die Aussichten bei der Elektromobilität stimmen mich fast schon euphorisch“, sagte der CEO. Denn das Unternehmen rechnet mit jährlichen Umsatzsteigerungen im mittleren zweistelligen Prozentbereich.

Derzeit ist Heidelberger Druckmaschinen außerdem auf der Suche nach strategischen Partnerschaften bei den Ladesystemen. Die E-Mobilität fungiere zusätzlich als Blaupause für andere Technologien, die das Unternehmen ebenfalls vorantreiben will, sagte Hundsdörfer. Als Beispiel nannte er gedruckte Elektronik.

Umsatzminus von fast 20 Prozent

Doch natürlich spürte auch Heidelberg die Auswirkungen der Coronakrise. Der Umsatz brach 2020 aufgrund des weltweiten Shutdowns und Reisebeschränkungen um 18 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ein, sagte Finanzvorstand Marcus Wassenberg. Das Unternehmen steuerte mit kurzfristigen Maßnahmen wie Kurzarbeit und Budgetkürzungen dagegen.

In einigen Bereichen gehen diese Maßnahmen sogar noch weiter: Der Maschinenbauer plant noch bis zum Betriebsurlaub im August mit Kurzarbeit. Sie werde aber immer weiter reduziert. Je nach Auftragslage könne es aber auch sein, dass die Kurzarbeit noch bis Ende des Jahres andauern werde, so Wassenberg. Dennoch stuft Hundsdörfer das Jahr 2020 aufgrund eines guten Endspurtes als gutes Jahr ein.

Dennoch spürt auch Heidelberg eine Erholung in den Einzelmärkten, allen voran in China. Die dortige Fabrik sei komplett ausgelastet, erklärte Hundsdörfer. Es werde sieben Tage die Woche gearbeitet, was an den deutschen Standorten unvorstellbar wäre.

Wachstum in Asien und den USA geplant

Wie berichtet, befindet sich das Unternehmen derzeit außerdem in einer dreijährigen Transformationsphase. Man habe es im ersten Jahr schon geschafft, die Strukturkosten zu verbessern und konnte mehr Einsparungen erzielen als vorgenommen, erklärte Wassenberg. In Zahlen heißt das: 2020 konnten rund 85 Millionen Euro eingespart werden, im Geschäftsjahr 2021/22 sollen es 140 Millionen Euro sein und im Jahr darauf 170 Millionen Euro. Heidelberg hat sich dafür mit Arbeitnehmervertretern auf den Abbau von 1.600 Stellen bis 2030 geeinigt. 

Zudem konnte das Unternehmen seine Verschuldung abbauen und so den finanziellen Spielraum erhöhen.

Die Aussichten für weiteres Wachstum in China und asiatischen Ländern sowie den USA sind gut, so Wassenberg. Ebenfalls die Chancen, dass die Produktion ab dem zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr wieder wächst. Heidelberg rechnet deshalb mit einem Umsatz von mindestens zwei Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr sowie einem leichten Nachsteuergewinn.

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