Schatten eines Businessmanns, dahinter Russland-Flagge auf einer Mauer

26 Oligarchen stehen auf der neuen EU-Sanktionsliste. (Bild: Jonathan Stutz - stock.adobe.com)

Egal ob Journalisten, Banker oder Politiker: Als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine hat die EU 26 Personen aus dem Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putins auf die Sanktionsliste gesetzt. Welche Personen mit Industrie-Bezug auf der Liste stehen, erfahren Sie hier:

Igor Sechin

Igor Sechin is der Chef des staatlichen Ölunternehmens Rosneft, einem der weltweit größten Produzenten von Rohöl. Davor war er stellvertretender Ministerpräsident. Er zählt zu den engsten Vertrauten Putins. Über die Jahre hat er sich einen Ruf als „Meister der Hinterzimmer-Intrige“ gemacht und wurde unter anderem als „Darth Vader“ und „furchteinflößendste Person der Welt“ genannt.

In den USA steht Sechin schon seit der Krim-Krise 2014 auf der Sanktionsliste. Nun steht auch sein Sohn Ivan Sechin, der auch im Management von Rosneft beschäftigt ist, auf der Liste.

Nikolay Tokarev

Nikolay Tokarev ist ebenfalls der Chef eines wichtigen russischen Öl- und Gasunternehmens und zwar von Transneft. Er ist ein enger Vertrauer Putins und gehört laut EU-Amtsblatt „zu jenen Oligarchen des russischen Staates, die in den 2000er Jahren, als Putin seine Macht konsolidierte, die Kontrolle über große Staatsvermögen erlangten und die in enger Partnerschaft mit dem russischen Staat zusammenarbeiten.“ Der Unternehmer profitiere von seiner Nähe zur Regierung. So konnten Verwandte Tokarevs durch staatliche Aufträge ein Vermögen machen.

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny warf Tokarev vor, mit Transneft indirekt Putins „Prunk-Palast“ mitfinanziert zu haben.

Alisher Usmanov

Alisher Usmanov gilt als kremlfreundlicher Oligarch mit engen Verbindungen Putin. So soll er als Strohmann Putins dessen geschäftliche Probleme gelöst haben. Usmanow leitet die Holding USM und hat dadurch Beteiligungen an Eisenerz-, Stahl-, und Internetfirmen. Er ist unter anderem am Stahlgiganten Metalloinvest beteiligt.

Als Folge der Sanktionen kündigte Usmanov an, sein Amt als Präsident des Internationalen Fechtverbandes (FIE) vorerst ruhenzulassen. In einem Statement auf der Internetseite des FIE erklärte er, die Sanktionen seien ungerecht und die Anschuldigungen falsch und verleumderisch. Er wolle rechtlich gegen die Sanktionen vorgehen.

Alexander Ponomarenko

Alexander Ponomarenko ist Chef des Internationalen Flughafens Sheremetyevo und hat laut dem EU-Amtsblatt Verbindungen zu anderen Oligarchen, die mit Wladimir Putin in Verbindung stehen. Auch er war an der Finanzierung des Palastkomplexes beteiligt, der mutmaßlich von Putin genutzt wird. Er soll außerdem auch enge Verbindungen zum Oberhaupt der Krim-Halbinseln haben.

Gennady Timchenko

Ebenfalls ein langjähriger Vertrauter Putins ist Gennady Timchenko. Er ist unter anderem Gründer der Volga Group, „die über ein Portfolio an Investitionen in wichtigen Sektoren der russischen Volkswirtschaft verfügt“, so die EU. Dazu zählen unter anderem die Energie- und Baubranche. Die Volga Group trage wesentlich zur russischen Wirtschaft und deren Entwicklung bei.

Die Volga Group besitzt zum Beispiel Anteile an der Gasfördergesellschaft Novatek. Timotchenko sitzt dort auch im Vorstand.

Timchenko lebt in der Schweiz, weshalb in besonders die Schweizer Sanktionen treffen dürften.

Alexey Mordaschov

Der Großaktionär Alexey Mordaschov ist vor allem durch seine Beteiligung an TUI bekannt. Er hält 34 Prozent des Aktienkapitals. TUI erklärte in einer Pressemitteilung, Ziel der EU-Sanktionen sei, dass Mordashov nicht mehr über seine TUI-Aktien verfügen kann. So solle verhindert werden, dass er Erlöse oder Gewinne aus seinem TUI-Investment erzielen kann. Der russische Unternehmer schied deshalb mit sofortiger Wirkung aus dem Aufsichtsrat aus.

Er profitiert nach Einschätzung der EU von seinen Verbindungen zu russischen Entscheidungsträgern. Sein Vermögen aufgebaut hat Mordaschov mit dem Stahlgeschäft. Er ist Chef der Severgroup und des Stahlkonzerns Severstal, einem der größten Stahlunternehmen Russlands. Zur Severgroup gehört auch ein Unternehmen, das Windturbinen an die besetzte Halbinsel Krim verkauft hat.

Die ‚Tagesschau‘ berichtet, dass Mordaschow, der fließend Deutsch spricht, von deutschen Managern als Drahtzieher der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen gelobt wurde. Er könne nicht verstehen, wie die Sanktionen gegen ihn zu der Beilegung „des schrecklichen Konflikts in der Ukraine“ beitragen sollen, erklärte Mordaschov.

Als Reaktion auf die Sanktionen gegen Mordaschov hat die Severstal die Lieferungen in die EU gestoppt.

Ukraine-Krieg: Alle wichtigen Informationen für die Industrie

Flaggen von der Ukraine und Russland
(Bild: jd-photodesign - stock.adobe.com)

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