Mitarbeitende sitzen an einem Tisch und diskutieren

Lünendonk & Hossenfelder hat ein Ranking der besten Managementberatungen Deutschlands veröffentlicht. - Symbol (Bild: BullRun - stock.adobe.com)

Sie beraten Unternehmen und tragen dazu bei, Lösungen für Probleme in der Firma zu finden: Managementberatungen sind aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Doch während de Beratungen in den vergangenen Jahren stetig gewachsen sind - 2017 zum Beispiel um rund 12,5 Prozent- hat sie die Coronakrise im vergangenen Jahr ausgebremst. Die Gesamtumsätze der Top 15-Managementberatungen sind 2020 um 6,1 Prozent zurückgegangen. 2019 verzeichneten sie noch einen Wachstum von 6,2 Prozent. Das geht aus der jährlichen Studie von Lünendonk & Hossenfelder hervor. Das Unternehmen hat dafür 72 in Deutschland aktive Managementberatungen befragt.

„Die Covid-19-Pandemie hat nicht nur im Geschäftsjahr 2020 Spuren hinterlassen, sondern deren Auswirkungen werden das Consulting Business auch in den kommenden Jahren prägen“, sagt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter bei Lünendonk & Hossenfelder, in einer Pressemitteilung. Die Nachfrage nach Beratungsleistungen sei im ersten Halbjahr 2021 zwar spürbar angezogen, aber die Leistungserbringung gestalte sich deutlich anders als vor der Krise.

Wie in vielen anderen Bereichen spielt hier auch das Thema Vor-Ort-Termin eine Rolle, so Hossenfelder. 2020 fanden nur rund ein Viertel der Beratungen vor Ort statt. In diesem Jahr sollen es 28 Prozent sein. Im Jahr 2030 wird der Anteil an Vor-Ort-Beratung laut Studienteilnehmer wieder bei 47 Prozent liegen.

Wer es in die Top 10 der Managementberatungen geschafft hat und wie viel Umsatz die einzelnen Unternehmen erwirtschaftet haben, erfahren Sie in unserer Bildergalerie: 

Deutsche Beratungen hinken im internationalen Vergleich hinterher

Die 15 führenden Managementberatungen in Deutschland erzielten laut Lünendonk & Hossenfelder 2020 weltweit einen Umsatz von 2,66 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2019 waren es 2,8 Milliarden Euro. 60 Prozent des Umsatzes erzielten die Beratungsfirmen in Deutschland.

Im internationalen Vergleich schneiden die deutschen Managementberatungen im übrigen nicht so gut ab. Denn während die deutschen Beratungskonzerne im vergangenen Jahr ein Minus verbuchten, konnten die führenden internationalen Firmen um rund 1,6 Prozent wachsen. Für 2020 sieht es ähnlich aus: Die 15 erfolgreichsten deutschen Berater prognostizieren ein durchschnittliches Wachstum von 8,7 Prozent. Die internationalen Beratungseinheiten wollen dagegen um mehr als zehnt Prozent zulegen.

Unterschiede gibt es auch, wenn man sich die verschiedenen Spezialisierungen der Beratungen anschaut: Beratungskonzerne mit einem heterogenen Leistungsspektrum oder Fokussierung auf Branchen wie Banken und Versicherungen sowie Öffentliche Hand sind der Studie zufolge insgesamt besser durch die Pandemie gekommen.

Roland Berger verteidigt seine Spitzenposition

Doch zurück zu den aktuellen Top 10 der Managementberatungen. Unangefochtene Nummer eins ist auch diesmal wieder Roland Berger. "Mit 590 Millionen Euro Umsatz sank die Leistung zwar um 8,1 Prozent, dennoch lag die Anzahl der Beschäftigten konstant bei 2.400", schreiben die Experten von Lünendonk & Hossenfelder. Die Unternehmensberatung hat ihren Sitz in München und ist mit mehr als 50 Niederlassungen in 35 Ländern vertreten. 

Roland Berger ist übrigens nicht die einzige Managementberatung im Ranking mit Sitz in München. Auch Q_Perior und  Goetzpartners sind in der bayerischen Landeshauptstadt. KPS ist ebenfalls in der Nähe und zwar in Unterföhring am nordöstlichen Stadtrand Münchens.

Die auf Banken und Versicherungen spezialisierten Beratungshäuser Zeb.rolfes.schierenbeck.associates aus Münster sowie D-fine aus Frankfurt am Main schaffen es ebenfalls in die Top 10 und machen im Vergleich zum Vorjahr Boden gut. Sie landen auf den Rängen sieben und acht.

Alle zehn Unternehmen im Ranking schafften 2020 einen Umsatz von jeweils über 100 Millionen Euro. Q_Perior lag sogar über 200 Millionen Euro und Simon-Kucher & Partners über 300 Millionen Euro. Die genauen Zahlen erfahren Sie in der Bildergalerie oben.

Internationale Beratungskonzerne dominieren deutschen Markt

Eine weitere Erkenntnis der Studie: Der deutsche Managementberatungsmarkt wird klar von den internationalen Beratungskonzernen dominiert. Rund 8,2 Milliarden Euro erzielten die führenden internationalen Anbieter der Lünendonk-Liste im Jahr 2020 mit Beratungsdienstleistungen in der Bundesrepublik.

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Anja Ringel (links) und Julia Dusold (rechts) strahlen in die Kamera.

Im Podcast Industry Insights sprechen wir gemeinsam über alles, was die Industrie beschäftigt. Unsere Redakteurinnen Julia Dusold und Anja Ringel haken nach, welche Karrierethemen und Technik-Trends bei Technologieunternehmen und Maschinenbauern gerade aktuell sind. Dafür laden wir in jede Folge eine prominente Branchengröße ein, um mit ihr zu diskutieren.

Das Moderatorinnen-Duo sprach bisher beispielweise mit Ingo Spengler (COO Leoni) über die Zukunft des Zulieferers und Blumensträuße in Ägypten, mit Dr. Christina Reuter (Airbus/Kion) über Digitalisierung und Frauen in technischen Berufen sowie mit Eckard Eberle (COO Process Automation bei Siemens) über Industrie 4.0 und 5G.

 

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Das sind die Marktführer bei den führenden internationalen Managementberatungen in Deutschland:

  • McKinsey (weltweiter Umsatz: 9,3 Milliarden Euro)
  • Boston Consulting Group (7,5 Milliarden Euro)
  • Deloitte (20,7 Milliarden Euro)
  • Pricewaterhouse­Coopers (12,9 Milliarden Euro)
  • Accenture (21,2 Milliarden Euro)

(Hinweis: Aufgrund der Heterogenität hat Lünendonk & Hossenfelder kein Ranking erstellt)

Jedes dieser Unternehmen wird von mindesten 25 Prozent der befragten r deutschen Managementberatungen als starker Wettbewerber genannt.

Das wird in Zukunft wichtig

Künftig werden für alle Managementberatungen IT-strategische Fragestellungen immer wichtiger. „Die von Lünendonk befragten Consultants sind mehrheitlich der Meinung, dass sie künftig mehr Know-how beim Thema IT-Strategie vorweisen müssen“, erklärt Hossenfelder. „Damit ist nicht die IT-Implementierung gemeint, sondern der übergreifende strategische Ansatz.“ Außerdem setzen die Beratungen weiter auf die Erweiterung des Leistungsspektrums um Services wie Kreativ-Leistungen sowie Business Analytics.

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